Einerseits finde ich dieses kommunistische Skinhead-Heft großartig: guter Musikgeschmack, viel Leidenschaft und eine unbeugsame unangepasste klassenkämpferische Haltung, die mir bei meinen Kurzhaargenossen natürlich meistens fehlt. Andererseits bin ich kein Kommunist. Vor allem aber ist der Titel hier Programm mit Begriffen wie Arbeiterklasse, Marxismus und der üblichen abgrundtiefen Hasstiraden gegen andere linke Gruppen, allen voran die Linkspartei, die hier unglaublich großer Haß entgegen schlägt. (Ich wüßte gerne, welche bedeutende Partei progressive solidarische Positionen bezieht außer der Linkspartei, trotz den bei ihrer Größe, geschichte und Struktur unvermeidlichen Widerprüche. Und Macht korrumpiert die Linke so, wie sie die Grünen spätestens in den 90ern und die SPD vor fast 100 Jahren schon und die meistens KPs der Komintern auch). Volksfront von Judäa gegen Judäische Volksfront. Zurück zum Heft. Einerseits viel lesens/wissenswertes (Algeriens Unabhängigkeit, Zionismus, ausführliche und differenzierte Reviews z.B. des neuen Last Resort-Albums und des This is England-Films), gehaltvolle Interviews (Los Fastidios, Redweiler, Brigadir/Russen-Redskins usw), andererseits ein zwar mir sehr sympathischer, aber in der Gesellschaft völlig unaktuelles Klassenbewußtsein (1848, 1919, 1968... ich fürchte, wir warten noch länger auf die Revolution hier). Die vielen schönen Zitate gefallen mir gut. Also das Heft ist kontrovers, aber stets lesenswert und gehaltvoll. Vasco  (64 A5-seiten für 1,- + Porto bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)