Mind The GapDass das Mind the Gap Zine aus Hamburg kommt und die Schreiberlinge eine große Hamburg-Affinität haben, ist nicht zu überlesen. Ich bin ja da manchmal etwas zwiegespalten, dass sich eine ganze Szene gegen Lokalpatriotismus ausspricht, der scheinbar immer an Hamburgs Grenzen endet, vor allem, wenn´s um Fußball geht. Aber im Fall dieses Zines ist das ein ok-er Rahmen, dient eher dazu, lokale Bands besonders raus zu stellen. Diese werden zum Beispiel auf extra-Rezensions-Seiten besprochen. Im Heft gibt es unter vielem schönen Anderen ein Interview mit Kiezkönig Colt von Colturschock Rec, mit Hass, Restmensch undt Feine Sahne Fischfilet, denen man scheinbar noch immer Fragen stellen kann, die sie noch nicht 1000 mal beantwortet haben. An guten Ideen mangelt es den Schreibern wirklich nicht, es gibt lange ausführliche und kurze informative Interviews, es gibt Zusammenfassungen, Berichte und Kurzabrisse, die alle samt die Kurve zwischen persönlicher Erzählung und Information hin bekommen, das finde ich sehr angenehm zu lesen. Ein Auslandsbericht über Japan findet in Interview-Form mit jemandem statt, der mal ne Zeit lang dort gelebt hat und einen Total Chaos Tourbericht gib´s als Gastbeitrag. Über den Tellerrand des klassischen Punkrock zu schauen ist scheinbar etwas, woran sich die Szene langsam gewöhnt, so finde ich die Interviews mit dem Reggae-Ausnahmetalent Lee Scratch Perry, den Poppern von Grossstadtgeflüster und dem Fernsehkoch Ole Plogstedt sehr erfrischend. Unterhaltsam, abwechslungsreich, informativ und lustig - alles da, weiter machen! (C.Böttjer, Boizenburger Weg 3, 22143 Hamburg, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) Ronja

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