TSOLTSOL, oder TRUE SOUNDS OF LIBERTY wie sich die Herrschaften aus dem Süden Kaliforniens bekanntlich ausgeschrieben schreiben, haben dieses Jahr im Januar ein neues Studioalbum rausgehauen. Immerhin das bereits 11. in der nicht gerade kurzen Bandgeschichte und selbiges sogar in Originalbesetzung,. Da dürften etwaige Erwartungshaltungen auf den imaginären Erwartungshaltungsschraubstöcken etwaiger Fans erwartungsgemäß relativ hochgeschraubt sein. Wer aber ne wieder aufgewärmte Neuauflage des genialen „Dance With Me“ Albums von 1981 erwartet, nur mit anderen Texten und Liedtiteln, wird wahrscheinlich doch eher enttäuscht sein. Der Sound von TSOL ist nicht völlig in den 80ern des letzten Jahrhunderts stehen geblieben, sondern knüpft eher an die musikalischen Entwicklung an, welche sich bereits beim letzten Album „Life, Liberty & The Pursuit Of Free Downloads“ (DIY) andeutete. Die beiden Platten auf Nitro Records nach der Reunion sind meiner Meinung nach beispielsweise deutlich stärker am Frühwerk der Kollegen orientiert (die „Disappear LP von 2001 und die „Divided We Stand“ aus dem Jahre 2003). Punk und Hardcore kommen auf der „Trigger Complex“ eher am Rande, oder noch in den zum Teil ziemlich sozialkritischen Texten vor. Ansonsten gibt es auf dem aktuellen Album Gothrock, New Wave und Rock 'n' Roll auf die ungewaschenen Ohren. Tempo is insgesamt eher melancholisch relaxt, als aggressiv treibend, wobei es schon die ein oder andere Hymne auf die „The Trigger Complex“ geschafft hat. Mich erinnert vieles hier an die 82er „Beneath The Shadows“, besonders das Keyboard ruft fast ein Déjà-vu hervor. Muss gestehen, dass ich die Platte in jungen Jahren ziemlich Scheiße fand, jetzt mit fast 40 muss ich mir allerdings doch eingestehen , dass mir diese kalifornische 82er Grufti-Variante der POINTED STICKS zusehens zusagt und auch an der „Trigger Complex“ kann ich echt nicht viel schlechtes finden. Die Produktion is auch eher zeitgemäß, aber passend. Wirkt insgesamt dazu recht authentisch und zwar in dem Sinne, dass die älteren Herrschaften hier hörbar das machen, worauf sie Lust haben, was durchaus auch auf den jeweiligen Hörer überspringen kann, jedenfalls falls Mensch nicht den überdreht genialen Hardcore-Punk von der ersten Platte erwartet. Is für das, was es sein will, in meinen Ohren wirklich alles andere als schlecht, dieser Punk-Goth-Rock für Über-Dreißigjährige, den TSOL hier auf ihrem Album geradezu zelebrieren. (http://www.riserecords.com/) -Basti-

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