Bodycount3 Jahre nach dem guten, aber teils durchwachsenen „Manslaughter“ sind Ice-T und seine Jungs zurück und kloppen uns „Bloodlust“ um die Ohren.Besaß der Vorgänger noch Ironie und Spaß, wie das SUICIDAL TENDENCIES-Cover „Institutionalized“ mit verändertem Text, geht hier ums Eingemachte. Eine Abrechnung mit dem Neuen Amerika, in der Gier, Rassismus und Raubtierkapitalismus die Menschen spalten. Genau von diesem Land spricht Ice-T und mit selbigem wird abgerechnet. Gnadenlos. Das Album fällt ernst und düster aus. Es wird sich nicht mehr hinter überzogenen Kampfansagen versteckt. Hier herrscht Ehrlichkeit und es werden Ansagen gemacht. Gerade in inhaltsschweren Songs wie „No Lives Matter“, „Black Hoodie“ oder auch der Opener „Civil War“. Es geht um Eigentumsdelikte, rassistisch motivierte Polizeigewalt, um Persönliches. Ice-T macht sich frei und schreibt sich alles von der Seele.
Neben Originalgitarrist und Gründungsmitglied Ernie C. und seinen neuen und alten Mitstreitern Vincent Price (Bass), Juan Of The Dead (Gitarre) und Ill Will am Schlagzeug, hat die Band die Gelegenheit wahrgenommen, sich eine illustre Gruppe an Gastmusikern ins Studio zu holen. So steuert Aluhutideologe Dave Mustaine (MEGADETH) einen Gitarrenpart bei, Max Cavalera (SOULFLY) darf mal in bester 90er-SEPULTURA-Manier ins Mikro brüllen und D. Randall Blythe (LAMB OF GOD) steuert auch noch seinen Teil bei.
Das Album ist unglaublich kompakt und druckvoll aufgenommen und die glasklare Produktion hebt das Album auf eine neues Level. Alles groovt und drückt wunderbar aus den heimischen Boxen. Ab und zu blitzen mal Thrash- und Hardcoreparts durch. Kein Wunder! Ice-T ist bekennender SUICIDAL TENDENCIES- und SLAYER-FAN und so findet sich auch mal wieder ein Coversong auf dem Album: „Raining Blood / Postmortem 2017“. Mit SLAYERs Nr.1-Bandhymne kann man nichts falsch machen.
Ich hätte nicht gedacht, dass BODY COUNT nochmal ein so starkes Album raushauen und sich gleichzeitig so politisch und sozialkritisch positionieren, wie sie es auf „Bloodlust“ tun. Auf der anderen Seite hat uns ja auch Reagans desaströse Politik in den 80ern eine ganze Menge verdammt guter Bands beschert. Es ist ja gut etwas zu haben, an dem man sich aufreiben kann, aber müssen wir dafür wieder so ein Arschloch ertragen, der sein Waffenarsenal Gassi führt?
Wer nur ansatzweise etwas mit den alten BODY COUNT-Sachen oder auch ICE-T's Soloscheibeen anfangen kann, wird dieses wütend-düstere Manifest des einzig wahren OGs feiern. Erhältlich als CD Digipak oder Vinylversion in diversen Farben im Klappcover. (Century Media) - Iron Rob

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