Miozän12 Jahre ist die letzte Scheibe „Offer Resistance“ der norddeutschen Hardcore-Institution MIOZÄN her und da stellen sich natürlich die Fragen: warum die lange Wartezeit und ob das nicht schon wieder eine weitere sinnlose Reunion einer alten Band ist, wie sie dieser Tage fast wöchentlich durchs Internet flattert. Wir werden sehen...
Vom Original Line-Up sind Bassist Frank „Tank“ Kurowski“ und Sänger Kuddel geblieben, das von den Neuzugängen Kniffel an der Gitarre, ehemals DEW-SCENTED, und Tomek an der Schießbude vervollständigt wird. Als erstes fällt auf, dass der Sound der Scheibe extrem fett geworden ist, dabei aber trotzdem schön warm klingt. Alles Instrumente sind wunderbar ausgepegelt und der Gesang und die Back Up-Chöre drücken auch schön. Dafür schon Pluspunkte. Muss ja nicht immer rumpeln, gelle. „Surrender Denied“ ist eine wunderbare Zeitreise in die 90er, als Bands wie IGNITE, GOOD RIDDANCE, AGNOSTIC FRONT oder SICK OF IT ALL Unmengen von Hardcore Kids begeisterten und bestimmt auch ein Stück politisierten. MIOZÄN knüpfen 2017 nahtlos dort an. Immer noch Fresse aufreißen, immer noch etwas zu sagen. Dabei ist die Scheibe zugleich das wohl emotionlaste Album der Nordlichter, denn Bassist Frank verabreitet in einigen Liedern seine mittlerweile glücklicherweise überstandene Krebserkrankung aus dem Jahr 2015. Mit viel Power und Leidenschaft wird hier mit eigenen Ängsten und Dämonen, aber eben auch immer noch sozialkritisch mit den Zuständen abgerechnet. MIOZÄN eben. Und es ist schön, dass das noch so ist. Alle songs gehen schön nach vorn, es wird nur nicht mehr ganz so geballert wie in den frühen 90ern, dafür regiert hier teils sehr filigrane Leadgitarren-Arbeit. Da macht sich ein Metalhead an der Gitarre bezahlt, gelle. „No More Words“ könnte so auch auf einer IGNITE-Platte der 90er Platz finden, „Light Up The Stake“ ist ein richtig geiler Punkrock-Song, der im Mittelteil mit einem Twin Gitarren-Teil aufwartet (MAIDEN lassen grüßen!), „Underdog“ wiederum ist ein Old School Hardcore-Brecher aus dem Lehrbuch, um nur einige der insgesamt 12 Lieder zu nennen. Zuguterletzt werden auch noch INSTED mit „We'll Make The Difference“ gecovert. Und Schluss!
Wer also auf verdammt echten „More Than Music“-HC Punk der alten Schule irgendwo zwischen IGNITE, BONEHOUSE, AGNOSTIC FRONT und SICK OF IT ALL steht, kommt an dieser Scheibe 2017 garantiert nicht vorbei. Diverse Vinylfarben gibt’s direkt beim Label. Willkommen zurück, willkommen zu Hause, MIOZÄN! Schön, dass es euch wieder gibt. (Demons Run Amok Entertainment) - Iron Rob

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