defianceEin runder Geburtstag ist doch immer eine feine Sache, um es mal so richtig krachen zu lassen. Das hat sich auch das kleine Göttinger Label Matus Records gedacht und sich zum 20 jährigen Jubiläum von „No Future No Hope“ das Debütalbum von den Portland Nietenkaisern DEFIANCE geschnappt und eine feine, limiterte Jubiläumsauflage gezimmert. Das gute Teil kommt in edlem Klappcover mit allen Texten, in schwerem weißem Vinyl und breitem Rücken und macht schon etwas her. Klitzekleiner Wermutstropfen ist der Fakt, dass der Grafiker wohl etwas unsauber geabeitet hat und sowohl Front- als auch Backcover inklusive des Innenteils leicht verpixelt daherkommen. Das schmälert aber nur ein ganz kleines bisschen den positiven Gesamteindruck dieser Kultplatte des Portland- und Polit-Punks.
Zur Musik: diese Scheibe gilt zu Recht als Blaupause des modernen Streetpunks und genau deshalb thront das DEFIANCE-Logo auch auf so vielen Lederjacken weltweit. Hier gibt es melodischen, überaus politischen Streetpunk, der, ähnlich wie bei ANTI-FLAG, durch Wechsel- bzw. Sprechgesang und äußerst eingängige Chorusse vorangepeitscht wird. Der Basssound dieses Albums verdient besondere Erwähnung: klar, unverzehrt, vordergründig ohne zu nerven und vor allem gespielt als sogenannter „walking bass“ verleiht er der Platte einen ganz beosnderen Charme. Und er wird von keinem geringeren als Kelly Halliburton gezockt, der schon so etwas wie eine lebende Legende des PDX-Punks ist, spielt(e) er doch bei so illustren Kapellen wie:PIERCED ARROWS (Drums), SEVERED HEAD OF STATE, MURDER DISCO X, RESIST, DETESTATION, MASSKONTROLL, CLUSTER BOMB UNIT, um nur einige seiner Stationen zu nennen. Aktuell ist Kelly wieder bei DEFIANCE dabei.
Inhaltlich geht es bei DEFIANCE um Politik und sie standen in dieser Tradition immer mehr dem englischen Anarcho-Punk bzw. dem Profane Existence-Umfeld nah, als Bands, die einfach nur ganz stumpfe Dagegensein-Texte formulierten. Obwohl schon 20 Jahre auf dem Buckel, haben viel der damaligen DEFIANCE-Texte nichts an Aktualität und Relevanz eingebüßt. Gehört in jeden Plattenschrank. Schön, dass es die Platte wieder gibt. Fun Fact am Rande: 1996 kam auch ANTI-FLAG's „Die For The Government“-Album heraus, das zur Blaupause vieler melodischer Streetpunkbands werden sollte. (Matus Rec.) - Iron Rob

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