kannibalNachdem KANNIBAL KRACH mal so eben und ohne Übertreibung das beste & wichtigste deutschsprachige Hardcorepunk Album nach der 97er HAMMERHEAD LP („Weisses Album“ Teenage Rebel Records) abgeliefert haben, lässt sich seit dem 01. Juni leider jetzt folgendes Statement auf der Facebook-Seite der Wermelskirchener finden: „So, nun ist es amtlich: Sämtliche AZ´s, inklusive der verdre(ad)ckten Anhänger, können wieder aufatmen. Die letzte echte Hardcore-Punk Band gibt nun endlich auf! Erstes Statement, zu diesem monumentalen Moment, kommt aus den Reihen des AZ Wuppertals: (seiner Zeit DAS Verschwörungshauptquartier der Hannibal Arsch-Hassparaden) "Juhu, endlich wieder Zeit für nichtige Dinge!" Dank unseres (Ex-) Labels "UnUnDeux" fahren wir derweil in fetten Karren zum Aldi. Danke, ne!“ KANNIBAL KRACH haben mit der „Untermenschen In Der Überzahl“ dem Punk die Provokation und Relevanz zurückgeschenkt, hoffentlich tauscht der Gute das Geschenkte nicht wieder gegen Schrebergärtnermentalität, AZ-Verbote, & ein paar hohle Phrasen und Tofu-Würstchen ein (wer derartige Spitzen absolut daneben findet, brauch übrigens nicht in die Scheibe reinhören, die is echt noch ein anderes Kaliber). Das mit der Relevanz liegt vor allem an den Texten, die sich nicht nur nicht um etwaige Tabus oder vermeintliche Fettnäpfchen überhaupt nicht scheren, sondern zuvor erwähnte Näpfchen dem geneigten Hörer mit Anlauf gegen die Stirn kicken den und dabei insgesamt in etwa so sensibel wie in Wunden gestreutes Salz daherkommen. Stumpf sind die lyrischen Ergüsse der Kollegen übrigens dabei keinesfalls, man könnte eher von frisch gewetzten Messern sprechen, die mit chirurgischer Präzision da schneiden, wo es wirklich weh tut. Das einzige, was die Wucht des Gesamteindrucks etwas abmildert, ist der allgegenwärtige rabenschwarze Humor der Herren. Es gibt nicht egalitäreres als eine gesunde Portion Menschenhass und selbigen verteilen KANNIBAL KRACH auf der „Untermenschen In Der Überzahl“ auffallend gleichmäßig unter die Menschheit. Musikalisch geht es auf der Platte indes verhältnismäßig brachial zu, was aber durch die recht versierte und kristallklare Produktion auch ein wenig absichtlich abgefedert wurde. Eine Platte, die mit Sicherheit polarisieren wird, aber nicht zuletzt deshalb perfekt ein Symptom dieser Zeit abbildet und vieles was Punk einst ausmachte, sehr gekonnt in die Gegenwart übersetzt. Wobei es mich nicht wundern würde, wenn es wegen dem Cover der Scheibe noch mal irgendwann & irgendwo richtig Ärger geben könnte (auf dem Cover der„Untermenschen In Der Überzahl“ ist die türkische Flagge zu sehen, wo quasi der Stern neben dem Halbmond gegen eine Panzerfaust ausgetauscht wurde). (www.unundeux.de) -Basti-

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