SkartelHm, gefühlt ist es 20 Jahre her seit ihrem Debüt. Zwischendurch gab‘s noch die Split 7“ mit Schwarz auf Weiß und ein Samplerbeitrag bei Pork Pie (glaub ich). Nichtsdestotrotz ist diese CD schon seit Ewigkeiten angekündigt. Aber vielleicht war es ganz gut so. Denn die Kleinkriminelle Vereinigung aus der feinen Hansestadt Lübeck ist gereift, und zwar ordentlich. Ich konnte mich bei der Record Release Party eindrucksvoll davon überzeugen. Der, sage ich mal, Rumpelfaktor ist einem filigranem Songwriting gewichen. Dass sie früher auch schon gute Kompositionen hatten, haben sie mit „Montag“ bewiesen. Eigentlich eine Nummer die ich nie so recht mochte. Doch die „neuen“ Mucker um das letzte Gründungsmitglied Florian haben das prima umarrangiert und einen klasse Song draus gemacht. Aber es geht ja nicht um alte, sondern um ihr „neues“ Material.  Wobei zu sagen wäre, daß der größte Teil noch aus der Feder vom ehemaligen zweiten Frontmann und Trompeter Wolfgang stammt und dementsprechend schon ausgiebig live erprobt werden konnte. Der Titeltrack ist im leichten Tradskarhythmus vorgetragen. Das empfinde ich eigentlich als ihre große Stärke und würde mir mehr davon wünschen. Immerhin gibt es gleich im Anschluß „Alles nach Plan“ mit dem gleichen Konzept und ebenso die Hommage an den gemeinen Skafan „Rudy“. Das beherrschen sie einfach perfekt. Aber  auch moderne Skastomper, wie ihr heimlicher Hit „Berlin“ oder das leicht rockundrollende „Cadillac“ intoniert vom Gitarristen L’Amour, wissen zu überzeugen. „Wir kamen nur so“ ist eine schöne, groovende Reggaenummer. Um mal mit einem Aberglauben der Skaszene (Steht halt in Wikipedia) aufzuräumen, sei hier erwähnt, daß El Bosso und seine PingPongs nicht die erste deutschsprachige Skaband waren/sind und das Kartell in keinem Fall die Nachfolger derer sind. Die erste wirkliche deutschsprachige Skaband war natürlich die Schwarz-Weiß Mafia aus Bremen. Das haben die Ping Pongs noch von einer Band geträumt. Etwa zeitgleich wie die Münsterraner hat das Lübecker HL-Syndikat die Nachfolge der Bremer angetreten und aus deren Schatten ist dann daS Kartell herausgetreten. Was natürlich den Ruhm von El Bosso nicht schmälern soll, aber einfach mal gesagt werden musste. Egal die Lübecker (und Wismaraner, Schweriner und Berliner in der Band natürlich nicht zu vergessen) sagen zum krönenden Abschluß „Danke und auf Wiedersehen“. Und vielleicht diesmal nicht so lange. (Kartell Records) -Stanley Head-

hier geht es zur Homepage der Band...

und hier zur Facebook-Seite von DAS KARTELL...