OHLWäre im Vorfeld und noch vor dem Hören wirklich jede Wette eingegangen wo diesmal der textliche Schwerpunkt bei der Platte liegen würde und wat soll ich sagen manche Vorurteile sind manchmal scheinbar gar nicht mal so verkehrt, zumindest wenn es um OHL geht... Letzteres ist auch Thema der Scheibe. Dat mit den Vorurteilen.Bei OHL heißen die ja anders. Deutscher W. benutzt bei sowat ja meistens den Begriff der „Wahrheit“.

Bei OHL drückte sich dieses diffuse „gegen den Szene-Mainstream“ zu sein schon immer dadurch aus, dass die „Wahrheit“, welche die Band verkündete, ideologisch stets im gesellschaftlichen Mainstream zu verorten war. Strikter Antikommunismus inklusive vertonter bürgerlicher Totalitarismustheorie im Tonfall der Stammtische waren im wesentlichen das, was OHL bisher textlich auszeichnete.

Religiöse Themen kamen auch schon zuvor immer mal vor. Zumeist aber zuvor in eher allgemeiner Form. Diesmal  allerdings widmet sich Deutscher W. auffallend oft dem Thema Islam bzw. Islamismus. Selbiges selbstverständlich in altbekannter Form:“Mordaufruf und Zwangshochzeit machen sich in Deutschland breit. Hassprediger und Ehrenmord  in Deutschland stirbt das freie Wort. Ihre falschen Propheten stellen sich über das Gesetz. Sie urteilen und richten beugen unser Recht. Integration für Alle, die sich integrieren lassen, aber nicht für die, die unser System hassen. Das System bricht wenn Parasiten profitieren. Demokratie scheitert wenn die Falschen uns führen. (Anm. von Basti zum, Begriff der Parasiten: Herzlichen Glückwunsch zur Wortwahl mein Führer!)“ (Tradition und Rituale heißt der Song)

Der einzige Unterschied zu so Vollhonks wie Sarrazin ist, dass selbst Billig-Mediawhore Thilo höchstwahrscheinlich eleganter formulieren tut. Das hier ist eher auf dem lyrischen Niveau aneinandergereihter Bildzeitungsüberschriften. Bei dieser grundsätzlichen Herangehensweise wundert es wenig, dass OHL bereits vor Jahren lobend auf der Seite PI-News erwähnt wurden:“Es ist äußerst selten der Fall, dass sich eine deutsche Band der politisch korrekten, also links-islamophilen Mainstream-Meinung widersetzt. Wer am deutschen Rock&Pop-Himmel Erfolg haben will, muss gegen Bush, den Irak-Krieg und ausschließlich gegen “den Rassismus von rechts” sein. Eine Ausnahme bildet die Punkband OHL aus Leverkusen, die sich dem Schablonendenken der deutschen Musikszene nicht anpasst.“ (aus dem Artikel „OHL – die politisch inkorrekte Punkband aus Leverkusen“) Nicht nur die „Feindkontakt“ Platte von damals auch die neue „Freier Wille“ dürfte bei den ehemaligen Pro-Köln / Pro-NRW – Supportern gut ankommen, möchte ich mal ganz keck vermuten.

Geistiger Dünnpfiff kommt auch im Song „Feinde der Demokratie“ zum Zuge: „Sie predigen den Hass. Doch ohne Konsequenzen. Die Strafen sind zu schwach.  Demokratie hat ihre Grenzen.“ (Anm. von Basti: Schäuble-Core?) Bei Rufen nach härteren Strafen und dergleichen muss ich immer automatisch an Max Frisch und sein Buch „Biedermann und die Brandstifter“ denken. Großartiges Buch von Max Frisch, dummes Lied von OHL. Selbstmordattentätern und politischen Extremisten, welche sich der Strafverfolgung beispielsweise durch Selbstmord entziehen, sind die Strafen für ihre Vergehen naturgemäß ziemlich egal. Aber härtere Gesetze sind natürlich immer eine Lösung für alles (Vorsicht Ironie!).

In „Verblendet“ darf dann auch noch mal der Glaube ran, wobei das Wort Prophet (wenn auch im Plural verwandt) hauptsächlich an den Islam denken lässt:“Es ist der falsche Glaube, der dein Sein bestimmt. Die falschen Propheten, sie machen dich blind. Du bist verblendet.“ Dann gibt es da noch „Kein Leben nach dem Tod“ und „Kein Gott steht über mir“, welche ebenfalls Religion zum Thema haben. Textlich gibt es eigentlich nichts an den Songs zu beanstanden. Wirkt im Verbund mit den anderen Texten  insgesamt ziemlich kalkuliert wat dat Thema billige Provokation angeht. Ansonsten gibt es textlich halt das OHL typische zumeist ziemlich martialische Brimborium und eingeübte Säbelrasseln: „Der Herr der Kriege“, „Viel Feind Ehr“, „Feuer der Freiheit“ sind die Namen einiger anderer Songs. Ob  Deutscher W. hierbei textlich durch seine Arbeit als RTL-Schulermittler Dirk Wolf inspiriert wurde, vermag ich leider nicht mit letzter Sicherheit zu sagen.  Was ich aber sagen kann ist, dass diese Platte eine mindestens so große Materialverschwendung ist wie dieses Review hier eine Verschwendung von Speicherplatz und eventuell Papier darstellt (muss den Micha noch fragen ob auf der Führerseite nächstes mal überhaupt noch genügend Platz ist).

Bei Stalin wären sie für eine derartige Verschwendung volkseigener Ressourcen wahrscheinlich erschossen worden, kein Wunder dat OHL Demokratie und Kapitalismus so knorke finden. Vielleicht schaffen OHL es ja  beim nächsten Geburtstag des jetzigen Bundespräsidenten aufzutreten, wenn sie nicht zuvor von Salafisten getötet werden oder an akuter Paranoia sterben. Der Gauck hat es ja auch so mit der Freiheit, der frühstückt garantiert im Bademantel mit nichts drunter, wenn er am Abend zuvor einen über den Durst getrunken hat und genauso hört sich die „Freier Wille“ auch an – wie Gauck im Bademantel inklusive ordentlich Restalkohol und mit nichts drunter beim Kater-Frühstück...
(www.sunnybastards.de) -Basti-