Es sind diese Momente, die so verdammt wertvoll sind. Momente, in denen mir unbekannte Bands in meinem CD-Player landen und mich sofort begeistern. Bands, die mal nicht ausgelutschte Klischees reproduzieren. 206 kommen aus Leipzig. Sie bewegen sich auf der Schnittstelle von Independent-Sound zum Spät-70er Punk aus Deutschland. Intelligente Texte erzählen kleine persönliche Geschichten, üben Kritik an gesellschaftlichen Zuständen, sind erfrischend unkonventionell. Es ist ein kalter, distanzierter Sound. 206 ummanteln den Hörer nicht mit Wärme. Sie weisen ihm statt dessen den Weg durch die Türe in die Kälte. Den Weg in die Kälte der Gesellschaft und der Zwischenmenschlichkeit. Erinnerung an die frühen Bands wie ABWÄRTS und FEHLFARBEN werden wach. BLUMFELD und TURBOSTAAT sind in der Nähe. Auf eine wirklich erstaunliche und begeisternde Art krönen 206 einen intelligenten, außergewöhnlichen Minimalismus. Man merkt einfach schnell, dass in Liedern wie "Hallo Hölle", "Blutig im Schnee", "Baader" oder z.B. "Republik der Heiserkeit" etwas ganz Besonderes steckt. Die Band hat mit dieser CD etwas Grosses erschaffen. Es bleibt zu hoffen, dass dies viele Menschen erkennen und würdigen werden. Micha.-  (Zick Zack)