swissWer vielleicht dachte, dass er hier quasi die musikalisch etwas punkigere Alternative zu selbsternannten Zeckenrappern wie NEONSCHWARZ, KOBITO, CAPTAIN GIPS und Konsorten gefunden hat, wird wahrscheinlich ziemlich enttäuscht sein, wenn er sich  Interviews  mit SWISS  zu Gemüte führt. In einem Interview mit Noisey meinte der Hamburger beispielsweise angesprochen auf den Song „Schwarz Rot Braun“„ Es ist eine Hassliebe (…), es ging nicht darum, die Deutschen schlecht zu machen, sondern stolz mit einer komischen Identität umzugehen.“ Auch mit dem Begriff Zeckenrap an sich, kann der Rapper nur äußerst wenig anfangen:“ „Wenn du auf einen Samplebeat rappst und es dann Zeckenrap nennst, dann fühlt sich das für mich nicht zeckig an (…) Stell dir mal Sex Pistols auf R’n’B-Beat vor. Das wäre beschissen. Ich will jetzt aber nicht sagen, dass Zeckenrapper beschissen sind“. Der Interviewer hatte übrigens auch eher den Eindruck, dass das jonglieren mit links besetzten Begriffen bei SWISS hauptsächlich aus stilistischen Gründen geschieht und weniger politisch motiviert ist, da seiner Meinung strenggenommen eigentlich keine linken Inhalte thematisiert werden, sondern lediglich mit Worthülsen jongliert wird. Ich kann mich dieses Eindruckes auch nicht völlig erwehren. Vor diesem Hintergrund wirken einige Texte auch ein wenig anders. Musikalisch betrachtet ist das Ganze zugegeben recht gut gemacht. Eine Synthese aus Punkgitarren, Ska und Reggaesounds und Hip Hop Beats ist meiner Meinung alles andere als einfach, zumindest wenn tatsächlich etwas hörbares dabei rauskommen soll.  Ein TON STEINE SCHERBEN Cover gibt es auch noch, nämlich von „Der Traum Ist Aus“, was auch recht unpeinlich gelöst wurde. Die Art des Genschichtenerzählens erinnert mich auf älteren Tonträgern gelegentlich an EMINEM (wegen ähnlicher Themen und auch einer ähnlichen Lust an der Provokation). Auf der neuen Platte werden inzwischen wie zuvor erörtert weitestgehend andere und auch etwas weniger düstere Themen behandelt. Die Lust an der Provokation ist aber nach wie vor geblieben. Ein Beispiel hierfür und ein weiterer Unterschied  zum Zeckenrap ist wohl auch die Zusammenarbeit mit Joachim Witt bei einem Song. Glaube kaum, dass NEONSCHWARZ und Kollegen derartiges freiwillig machen würden.  Der Herr besitzt nämlich die ein oder andere wenig kompatible Ansicht (wobei der Nazi Vorwurf wahrscheinlich doch etwas weit hergeholt ist, trotzdem muss sich Witt wohl beispielsweise den ausnahmsweise mal nicht sehr weithergeholten Vorwurf von Seiten von Spiegel Online gefallen lassen, dass der Song „Wir Sind Wir“ eher für „Opferschmerz“ und nicht für den „Stolz der Befreiten“ steht.), welche verbunden mit dem WITTschen RAMMSTEIN light Sound, eine musikalische Kollaboration (selbst in ferner Zukunft) zwischen antideutschen Zeckenrappern und dem Vertreter der neuen deutschen Härte und ehemaligen Mitgliedes des Bundesgrenzschutzes wohl eher ziemlich unwahrscheinlich erscheinen lässt. Wollte das nicht unerwähnt lassen, da die Kundschaft von Leuten wie CAPTAIN GIBS und Co mit der ein oder anderen Nuance hier doch das ein oder andere Problem haben könnte. Wobei der Herr Witt schon bemüht scheint (unter anderem durch diese Kollaboration) von seinem deutschtümelnden Image ein wenig wegzukommen. (Missglückte Welt / www.missglueckte-welt.de) -Basti-

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