Polit-Artikel

Da ich extrem häufig seit Erscheinen des neuen Hefts auf mein Vorwort angesprochen wurde, möchte ich dies auch den Untiefen des Internets nicht vorenthalten:

Da lieg ich ma wieder aufe Couch und tippe. Diesmal bin ich aber einen Tag VOR dem Redaktionsschluß dran. Krass, ne? Tja, das Chaos in meinem Privatleben nimmt immer absurdere Formen an, wenn Mensch aber die Dramatik als Maßstab nimmt, so ist es wohl ruhiger geworden. Daher habe ich mir für dieses Vorwort auch zwei andere Themen vorgenommen: Zum ersten das leidige Thema des Binnen-Is. Ihr wisst was ich meine, ne? Das is das Ding wo diese Klugscheißer nicht „Mechaniker“ schreiben sondern „MechanikerInnen“ und „Mensch“ statt „man“ und so n nerviges Zeuch. Das nervt doch total beim lesen. Jedes mal wenn ich das lese werde ich darauf hingewiesen, dass es von der Berufs- oder sonstwasbezeichnung eventuell auch noch eine weibliche Form geben könnte. So n Kack, ich will doch bitte in meinen verfestigten patriarchalen Strukturen weiter leben. Und zwar unabhängig davon ob ich Mann oder Frau bin. Zugegeben, die Frauen sind uns biologischen Männern in Sachen Emanzipation läppische 100 Jahre voraus, aber das is n anderes Thema. Worauf ich hinaus will: genau dafür ist dieses Binnen-I da: Es soll nerven, es soll beim Lesen von jedem Text an den Synapsen zerren und darauf hinweisen, dass es eben nicht nur ein Geschlecht gibt. Simone de Beauvoir hat bereits 1949 ein Buch mit dem treffenden Titel „Das zweite Geschlecht“ veröffentlicht. Es ist eigentlich erschreckend, dass auch heute, fast 70 Jahre später noch immer jeder weiß, dass damit wohl die Frau gemeint sein wird. Und da regen sich die Leute darüber auf, dass dieses „Innen“ etwas nervig beim lesen ist. Dann lest doch weiter die Werbeprospekte von ALDI. Eigentlich ist dieses Binnen-I tatsächlich lächerlich. Macht Mensch sich nämlich mal die Mühe über die Begriffe genauer nachzudenken, so wird schnell deutlich, dass die weiblichen Begriffe durchweg nur Verweiblichungen der männlichen Begriffe sind. So wird meist durch ein schlichtes anhängen eines „in“ an die männliche Bezeichnung daraus die weibliche. Aus dem Bäcker wird die Bäckerin, aus dem Lehrer die Lehrerin usw. Würde Mensch wirklich weibliche Begriffe einführen, so müssten die männlichen Endungen wohl durch weibliche ersetzt werden. Aus dem Bäcker würde beispielsweise die Bäckin, aus dem Lehrer die Lehrin usw. Damit würde aber immer noch nur einer Menschheit gerecht die nur zwei Geschlechter kennt. Alle anderen kucken weiterhin in die Röhre. Wenn sich also das nächste mal wieder jemand darüber beschweren will wie kompliziert das mit dem „Innen“ zu lesen is, so erinnert daran, dass dieses Binnen-I wohl nur ein lächerliches entgegenkommen einer patriarchalen Gesellschaft ist, und alles noch viel gewöhnungsbedürftiger ginge...

Damit komme ich zum zweiten Teil meines Vorwortes, nämlich der Frage, warum ich mich als Kerl überhaupt mit so nem feministischen Kram an die Öffentlichkeit wende. Haben wir keine Frauen in der Redaktion die darüber schreiben können? Nun, ich habe mir tatsächlich auch die Frage schon gestellt, und bin zu dem Schluss gekommen dass es Quatsch ist. Ich brauche ja auch kein Mensch mit Migrationshintergrund zu sein um gegen Nazis zu schreiben. Ich sehe mich als Feminist, und feministisch zu denken, handeln oder schreiben bedeutet ja nicht pauschal gegen Männer zu sein, sondern gegen patriarchale Strukturen, Denkmuster und Handlungen. Mein biologisches Geschlecht spielt dabei erst mal keine Rolle. Ich kann auch Mitglied der Gruppe der potentiellen Verursacher des Problems sein (biologisch männlich) und das Problem trotzdem Scheiße finden und etwas dagegen tun. Wie oben aber schon erwähnt sind wir männlich geborenen da den weiblich geborenen Menschen grob 100 Jahre hinterher, denn es gibt keine ernstzunehmende vergleichbare emanzipatorische Bewegung. Zugegeben, auch die Queer-Szene ist da locker 50 Jahre voraus, aber wo bleibt die Emanzipation derer die sagen „Ich bin mit dieser Definition von Männlichkeit nicht einverstanden“? Ich klammere mich da nicht aus. Ich bin zwar biologisch männlichen Geschlechts, aber im großen und ganzen wars das auch. Meine sexuelle Orientierung ist in dem Fall in meinen Augen unerheblich, denn worum es geht ist, dass ich es einem Haufen heterosexueller Halbaffen und ihrem Steinzeithirn überlasse zu definieren was „männlich“ ist. Und das gilt dann für alle Menschen männlichen Geschlechts. Unabhängig von der sexuellen Orientierung, denn eine Abweichung von dieser „Norm“ wird als unmännlich angesehen. Und ich lasse das einfach mit mir machen, indem ich sage „Ok, bezeichne ich mich eben nicht als Mann, denn diesem Bild möchte ich nicht entsprechen“. So weit so gut, aber ernsthaft widersprechen tue ich den Arschlöchern damit doch nicht. Es wird Zeit das zu ändern.

Ach ja, ich hab mich übrigens entschlossen eine Frauenquote einzuführen: Ich werde immer bei Konzertberichten drunter schreiben wie das Verhältnis Männer/Frauen auf der Bühne war. Ich möchte das bitte nicht als erhobenen Zeigefinger verstanden wissen. Aber es ist eben sinnvoll ein Problem auch mal anzusprechen und darüber nachzudenken warum Dinge sind wie sie sind. Und selbstkritisch wie ich bin fange ich mit der Plasticbomb-Party an an deren Organisation ich beteiligt war: 20 Männer, 1 Frau.

Auf dem Plattenteller dreht sich beim philosophieren:

F*cking Angry – Dancing in the streets

Kackschlacht – alles

Bambix – alles

Love A – alles

Ende Dezember soll es soweit sein: Die Türen des Jugendzentrums „Drugstore“ in der Potsdamer Straße in Schöneberg werden für immer geschlossen. Der Vermieter des Gebäudes erhöht die Mieten und kündigt dem Jugendamt die laufenden Verträge. Der Bezirk Schöneberg legt daraufhin dem „Drugstore“ die Kündigung der Räume vor.

Der Eigentümer des Gebäudes in der Potsdamer Straße 180-182, in dem sich sowohl das Jugendzentrum „Drugstore“ als auch der Jugendclub „Potse“ und der Stadtteilverein Schöneberg befinden, passt die Miete auf die ortsüblichen Gewerbemieten an. Das Bezirksamt Schöneberg ist nicht gewillt die Mieterhöhung von 7,22€ auf 11,50€ zu tragen, obwohl sich die Miete für alle drei Jugendzentren seit über zehn Jahren nicht erhöht hat. Die Jugendarbeit im Schöneberger Norden steht vor dem Aus.

Die neonazistische BORN-Gruppe in Russland –

Hintergründe und Prozessbeobachtung

Gastartikel von Igor, What We Feel

Seit November 2014 beschäftigen sich die Geschworenen des Moskauer Landgerichts mit dem Prozess der neonazistischen Gruppe „Kampforganisation russischer Nationalisten“ (russ.: Bojevaja Organisazija Russkih Nazionalistov – kurz: BORN). BORN ist eine der brutalsten Neonazi-Gruppen in der Geschichte Russlands. Sie hat Migranten, Antifaschisten, einen Bundesrichter, einen Anwalt, eine Journalistin und einen Champion im Thaiboxen ermordet. Die Vorbereitungen des Prozesses haben lange angedauert. Unter anderem brauchte es vier Anläufe, bis Geschworene gefunden waren.

Zur BORN zählten laut den Ermittlungen in der Vergangenheit mindestens sieben aktive Mitglieder. Für die Ermordung des Anwaltes Stanislav Markelov und der Journalistin Anastasija Baburova, die in Kontakt mit AntifaschistInnen standen, wurden Nikita Tichonov (lebenslange Haft) und seine Freundin Jevgenija Chasis (18 Jahre Arbeitslager) verurteilt. Tichonov wurde Ende September 2014 außerdem zu weiteren 18 Jahren Haft für die Gründung der BORN verurteilt. Er gestand seine volle Schuld und sagte gegen die restlichen Mitglieder der Gruppe aus.

Angeklagt sind derzeit noch vier weitere Mitglieder: Maksim Baklagin, Vjatscheslav Isajev, Michail Volkov und Jurij Tichomirov.

ES IST UNSER!

Heute haben wir Geschichte geschrieben! 21 Jahre Alternatives Jugendzentrum Neubrandenburg, 21 Jahre antifaschistische, emanzipatorische Politik und Kultur, 21 Jahre Spaß, Urlaub vom Alltag, Freiheit und Freundschaft, 21 Jahre selbstorganisierte Vorträge, Workshops und Konzerte mit Bands aus aller Welt - all das wird zukünftig kein Ende haben. Der Verein zur Förderung politischer Kultur hat im heute um 12 Uhr ausgelaufenen Bieterverfahren um das Objekt des AJZ in der Seestraße 12 den Zuschlag erhalten.


Vier harte, stressige Wochen, um die zukünftige Sicherung des Alternativen Jugendzentrums haben nun ein Ende. Vier harte, stressige Wochen in einem ungleichen Spiel zwischen privaten Bietern und einem Verein, der seit 21 Jahren selbstverwaltete Jugendarbeit in Neubrandenburg leistet. Ein ungleiches Verfahren, in dem Jugendliche gegen Unternehmer_innen antreten müssen, um in einem schäbigen Verfahren gegen die Verwertungslogik und Verdrängung zu kämpfen. Trotz allem haben wir es geschafft, den Zuschlag erhalten, können das AJZ sichern.

Da ist er, wie versprochen: Teil 2 des What We Feel-Tourberichts über die Soli- und Reuniontour 2013. Gerade liegt ja der Mai zurück, in dem die Band wieder in vielen Städten in Dland Halt gemacht hat. Darüber könnte sicher bald ein eigener Bericht geschrieben werden und das ein oder andere Ereignis vom letzten Jahr mag sich in ähnlicher Weise wiederholt haben... Als nächstes werden WWF dann im Sommer beim Resist zocken, und spätestens für den Oktoberbeginn sind noch Konzerte in Saarbrücken, Köln, Darmstadt und Herrenberg bestätigt. Vielleicht versüsst euch Igors Bericht bis dahin ja die Wartezeit.

Ein großer Dank für die grobe Übersetzung des gesamten Berichts geht an dieser Stelle nochmals an Schröda. Falls ihr Teil 1 verpasst habt, findet ihr ihn HIER .
Supportet die Band und Iwan Chutorskois Familie weiterhin. Wir sehen uns auf den Konzerten! :)

What We Feel Tourbericht 2013 von Igor, Teil 2 … nach dem Konzert in Wien

01.05 — Zwiesel, Deutschland. Das Jugendzentrum im bayerischen Dorf.

Freunde, es gibt nichts schlimmeres, als nach einer durchzechten Nacht in Wien von imaginärer Musik im Kopf geweckt zu werden, wobei sie mir diesmal so real vorkam, als wäre die Kapelle direkt vor meinem Gesicht. Es war auch nicht das neue Stage Bottles-Album, welches ich vor meinem geistigen Auge hörte, sondern pompöse Blasmusik-Märsche aus dem Dritten Reich. „OK, das war’s“ –  dachte ich, – „ich muss mit dem Trinken kürzer treten“. Zu meiner Frau umgedreht, realisierte ich, dass auch sie nicht mehr schlief – ihre Augen waren aufgerissen und die Pupillen vor lauter Schreck geweitet. „Sie hört es auch“, dachte ich; offenbar war aufgrund des einwöchigen Alkoholmissbrauchs eine Gruppenpsychose ausgebrochen. Doch die Musik war echt! Marschmusik dröhnte von der Straße rüber, es war der 1. Mai und unter unseren Fenstern hatte um 8:00 Uhr früh irgendeine sozialdemokratische Partei gerade eine „Demonstration“ angefangen, und ein kleines Orchester in nationalen österreichischen Trachten spielte laut diese schneidigen Märsche. Verdammt, warum gerade unter unseren Fenstern?! Hastig gepackt und gefrühstückt, setzten wir uns in den Van und fuhren zurück nach Bayern in das kleine Dorf Zwiesel. Der Weg war nicht sehr lang und schon bald saßen wir an einem angenehmen Fleckchen an der frischen Luft und tranken kühles Bier zusammen mit unserem guten Freund Rainer.
Die Geschichte unserer Bekanntschaft mit Rainer ist einer separaten Erzählung würdig:

Im Plastic Bomb #85 gab es einen Artikel aus der Serie "Punk in der Provinz". Unser Reporter Lars war im AJZ Bahndamm in Wermelskirchen. Leider hat´s mit dem Layout nicht so gut funktioniert und viele haben sich beschwert, dass das Lesen nicht ganz einfach war. Für alle Blindschleicheln gibts den Bericht also nochmal online:

Der Dezember war Konzerttechnisch im Pott ein wenig stressig, da war irgendwie keine Zeit für die Provinz. Aber zum Glück gibt es ja auch Provinz in der Nähe. Zum Beispiel Wermelskirchen. Eine Kleinstadt zwischen Köln und dem Nirgendwo. Wikipedia weiß zu berichten dass es nicht viel über die Stadt zu berichten gibt.

Christian Lindner von dieser Spaßpartei FDP kommt wohl von da. Und dann gibt es da noch seit über 20 Jahren das AJZ Bahndamm. Micha ist da öfter um einen PLASTIC BOMB-Stand zu machen, aber irgendwie kam mir immer was dazwischen und so brachte mich der nahende Redaktionsschluss dazu mich endlich mal auf die 45-minütige Reise zu machen.

Entgegen meiner Prinzipien an die ich mich eh nie halte fahr ich mit dem Auto, denn die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist leider wirklich sehr provinziell. Dennoch lohnt die Reise, denn durch die guten Kontakte der Leute die hier Konzerte organisieren sind hier oft hochwertige Konzerte für kleines Geld in einem gemütlich kleinen Laden zu sehen.

What We Feel: Großer Tourbericht 2013, Teil 1
Im vergangenen Jahr  tourten What We Feel erstmals wieder, nachdem sie  sich 2010 vorübergehend  aufgelöst hatten. Die Benefit Europe Tour wurde als Soli-Tour organisiert, um die Familie des ermordeten Antifaschisten und Bandfreundes Iwan Chutorskoi zu unterstützen.

Die Ankündigung der Reunion erfüllte mich mit riesiger Freude. So fragte ich die Band im Herbst im Anschluss an die Konzerte, ob sie nicht einen Tourbericht schreiben wollten. In vielen Interviews war bereits über die krassen neofaschistischen Strukturen in Russland gesprochen worden, schöne oder lustige Ereignisse waren dabei manchmal logischerweise in den Hintergrund getreten. Igor, lange Zeit Bassist und mittlerweile zweiter Sänger bei WWF, willigte ein. Er  schrieb fortan  am Bericht, wann immer er Zeit fand. Für die Übersetzung aus dem Russischen gewann Igor außerdem Schröda von MyTerror. Schrödas immense Fleißarbeit der wörtlichen Übersetzung musste schließlich nur noch in eine etwas lesbarere Form gebracht werden, was dann mein verhältnismäßig winziger Part war.
Igor hat insgesamt ganze 13 Seiten (!) geschrieben, die nun hier als großer WWF-Tourbericht 2013 online erscheinen. Der Bericht ist wegen seiner Länge in zwei Teile gesplittet: Im ersten Teil gibt’s einen Rückblick auf die Konzerte vom April 2013; im zweiten Teil, der in wenigen Wochen folgt,  wird auf den Mai 2013 zurückgeschaut.
Der Bericht ist vielleicht auch ein schöner Vorgeschmack auf die bald anstehende WWF-Tour 2014. Drushba Antifa
!

Stay! ist eine düsseldorfer Flüchtlingsinitiative, die wir gerne supporten. Hier kommt ein Interview mit Simone von Stay. Sie macht unter Anderem die Projektkoordination des Medinetz, früher ehrenamtlich, seit letztem Jahr in Festanstellung. Im Interview erfahrt ihr, was Stay! ist und wie das alles läuft. Wenn ihr selbst kurzfristig finanziell helfen wollt, könnt ihr das zB tun, indem ihr unsere Refugees-Stoffbeutel (siehe Foto) bestellt.

Simone, erzähl mal kurz, was es mit STAY! auf sich hat, was ist das für ne Organisation, wie viele Leute machen da mit, ehrenamtlich oder bezahlt, wie finanziert ihr euch, was ist euer haupt-Tätigkeitsfeld, warum braucht ihr immer Geld?
STAY! Ist eine Flüchtlingsinitiave bestehend aus 3 Projekten, der Sozial- und Rechtsberatung, dem MediNetz und STAY!united. Sozial-und Rechtsberatung erklärt sich eigentlich von selber, wir beraten 3mal wöchentlich mit 2 SozialarbeiterInnen in einer offenen Sprechstunde in v.a. ausländerrechtlichen Fragen, begleiten zu Ämtergängen, machen Asylverfahrensberatung, etc.

Der Aufenthaltsstatus ist uns dabei erstmal egal, wir beraten auch papierlose Menschen. Mit Papierlosen meinen wir Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus, sogenannte „Illegale“. Wir finden dieses Wort diskriminierend und kriminalisierend und sprechen daher von Papierlosen. Das MediNetz ist ein medizinisches Projekt speziell für papierlose Menschen, da es für diese sonst keine Möglichkeiiten gibt zum Arzt zu gehen. Wir sind eine ehrenamtliche Gruppe hauptsächlich von Leuten aus medizinischen Berufen, wie Ärzte, und Krankenschwestern und Studierende der Medizin, aber auch Psychologie und Pädagogik.

Wir bieten 1x wöchentlich eine offene Sprechstunde an, wo wir beraten und bei Bedarf an unser Netzwerk aus Praxen und Kliniken vermitteln. STAY!united ist ein Projekt für Kinder und Jugendliche mit ungesichertem Aufenthaltsstatus. Michael macht sowohl Freizeitaktivitäten, ist ansprechbar bei Schul- und Ausbildungsplatzsuche oder -problemen und berät in den Asylverfahren. Wir arbeiten zu dritt bei STAY! Mit unterschiedlichem Arbeitsumfang. Allerdings ist das Team viel größer und unsere Arbeit basiert auf ehrenamtlichen Engagement. Wir finanzieren uns über Spenden, was schwer ist, aber uns auch unabhängig macht, da uns unsere politische und antirassistische Arbeit sehr wichtig ist. Deswegen freuen wir uns auch sehr über die Soli-Taschen!

Lassen wir uns nur von den Medien einreden, dass derzeit besonders viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen und Hilfe brauchen? Oder gibt es derzeit wirklich eine besonders große "Welle" von Refugees
?

 

 

Die Rote Hilfe gibt es seit 1975. Seit dem unterstützt der Verein alle linken Aktivist_innen, die staatliche Repression erfahren haben finanziell und beratend. Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Aktionen, bekommt keine öffenlichen Gelder, ganz im Gegenteil, die rote Hilfe ist in den letzten Jahren immer wieder selbst ins Fadenkreuz des Verfassungsschutzes geraten. Wir vom Plasic Bomb unterstützen den Verein ebenfalls, unter Anderem mit diesem super interessaten Interview. Die Fragen hat Clara aus dem Bundesvorstand für uns beantwortet.

Erzähle mal ganz kurz für alle, die´s nicht wissen: Was ist die Rote Hilfe, was ist das Selbstverständnis des Vereins, wie viele Mitglieder habt ihr, wie seid ihr organisiert (d.h. Ortsvereine und Dachverband...)?

Die Rote Hilfe ist eine bundesweite Solidaritätsorganisation mit derzeit etwa 6.500 Mitgliedern. Wir unterstützen linke AktivistInnen, die wegen hrer Politarbeit von staatlicher Repression betroffen sind. Wir sind strömungsübergreifend, das heißt, es spielt keine Rolle, ob Leute sich als AnarchistInnen, SozialistInnen oder KommunistInnen sehen, ob sie als AntifaschistInnen, als Feministinnen, als AntimiltaristInnen, bei Anti-AKW-Aktionen oder im gewerkschaftlichen Bereich aktiv sind.
Die Hauptarbeit an der Basis leisten die knapp 50 Ortsgruppen, an die sich Linke, die staatliche Repression erfahren, wenden können, und die dann die praktische Unterstützung vor Ort leisten. Im Zwei-Jahres-Takt gibt es die Bundesdelegiertenversammlung, also ein Treffen von Aktiven aus allen Ortsgruppen, die die weitere Entwicklung der Roten Hilfe planen und aus ihrer Runde einen neuen Bundesvorstand wählen. Dieser Bundesvorstand kümmert sich dann um die Gesamtfinanzen und die Organisation von bundesweiten Aktivitäten, z.B. um den Druck von Infoflyern und um Kampagnen.

Dass Texte gemeinfrei sind heißt nicht, dass sie auch veröffentlicht werden. Erich Mühsam ist eine der bekanntesten deutschsprachigen Stimmen des Anarchismus geworden, obwohl seine Texte jahrzehntelang unter Verschluss gehalten wurden - und das nicht von nur einem Staat, sondern gleich mehreren. Die „Befreiung der Gesellschaft vom Staat“ sollte eben nicht mehr sein als ein kaum bekannter Aufsatztitel.
Auf der anderen Seite setzen sich engagierte Leute umso mehr für die Erinnerung an Mühsam ein. Die Erich Mühsam Gesellschaft (EMG) in Lübeck zum Beispiel trägt seit fast 25 Jahren seine Gedanken und Texte weiter und unterstützt ihre Verbreitung. Deshalb traf ich mich mal mit Conrad von der EMG und wir sprachen u.a. über die schwierige Veröffentlichungsgeschichte Mühsams, über die EMG selbst und darüber, was eigentlich passiert, wenn anarchistische Texte bei der GEMA landen.

Hallo Conrad! Die EMG pflegt seit 1989 das Andenken von Erich Mühsam und hat dafür die Organisationsform des Vereins gewählt. Wie verträgt es sich denn in der Praxis, an einen Anarchisten in einer doch recht hierarchischen Struktur mit Vorstand usw. zu erinnern?

Das geht wunderbar. Die Vereinsform an sich ist ja weder konservativ noch revolutionär oder sonst was… es ist bloß eine Organisationsform und da wir ein ideeller und gemeinnütziger Verein sind, kann man unsere Arbeit mit von der Steuer absetzbaren Spenden unterstützen. Früher gab es zum Beispiel ja auch die Arbeiterbildungsvereine. Dass wir kein starrer Verein sind, sieht man z.B. daran, wie die Mitgliederversammlungen ablaufen - einmal im Jahr als großes Treffen. Gerade versuchen wir, einzelne Arbeitskreise aufzubauen und den Verein umzustrukturieren, damit wir vielleicht noch mehr Leute integrieren können.

Und was genau macht die EMG? Wie viele Mitglieder gibt es, wie alt sind sie und was wird im Einzelnen so veranstaltet und veröffentlicht?

 

Neuster Fundus als Resultat meines Freitagabends: The Metric Eyes. Ich kannte das Quartett vorher von ihrem Demo auf Youtube und wurde gleich neugierig. Eine neue Band von The Briefs-Schlagzeuger Chris Brief und Leuten von Dean Dirg / Toyotas und Boonaraaas.  
Was dabei herauskommt, kann man nennen wie man möchte. Es steckt jedenfalls OldSchool drin, Punk und Wave, deutsche und englische Texte und eingängige Melodien.

Letztes Wochenende habe ich sie in der Freak Show Essen gesehen und fand, dass sie auch live überzeugen. Eine Band, von der man in Zukunft hoffentlich noch öfter was hört und sieht.

Der erste Song heißt Zentrale, der zweite Plastic Kids.


Wie bereits angekündigt, werden wir auf dem Ruhrpott Rodeo mit einem Plattenstand vertreten sein. Damit ihr uns erkennt, haben wir schon mal ein Foto für euch gemacht.

Zu den Fakten: Ihr könnt euch eure aktuelle Bestellung aufs Rodeo mitbringen lassen uns damit Porto sparen. Legt bitte dazu DIESEN Artikel mit in den Warenkorb eurer Bestellung und schreibt ins Kundenfeld und/oder via email, dass ihr den Kram nicht am Büro, sondern am Rodeo-Stand holen wollt.

Um sicher zu gehen, dass wir eure Bestellung vollständig mitbringen können (dh falls WIR noch was beim Händler bestellen müssen) solltet ihr die Bestellung spätestens am Sonntag den 12.Mai abschließen.

Die Terrorgruppe in weißem Vinyl ist schon fast ausverkauft. Wir werden noch ein paar Letzte am Rodeo-Stand dabei haben (also vorm offiziellen Release-Termin) doch wenn ihr ganz sicher gehen wollt, dass ihr noch das weiße Vinyl kriegt, solltet ihr so bald wie möglich im Shop bestellen.

Auch wichtig:

Interview mit Joshi (ZSK)

Berlin gilt gemeinhin als weltoffene tolerante Metropole und als Zentrum linksalternativer Lebensform in Deutschland. Das dieses Image nur vornehmlich auf die zentralen und angesagten Bezirke zutrifft, wissen nur informierte AntifaschistInnen und aufmerksame LeserInnen der lokalen Hauptstadt-Blätter. Gerade in den Randbezirken Berlins machen sich Nazis breit, organisieren sich und üben Gewalt aus – eben genau da, wo es weniger bis keinen Widerstand gibt. Ein trauriges Beispiel ist der Ortsteil Schöneweide im Bezirk Treptow-Köpenick im Osten der Stadt. Im traditionsreichen Arbeiterbezirk besteht eine aktive Neonaziszene mit festen Strukturen, die sich dort zu festigen droht.

Genau dort organisiert das Bündnis Gemeinsam gegen Nazis mit Unterstützung von Kein Bock auf Nazis am 30.4. eine Demo mit anschließendem Open-Air-Konzert mit ZSK, Irie Révoltés, Atari Teenage Riot (DJ Set), Berlin Boom Orchestra und einer „feinen“ Überraschungsband, wie es heißt. Natürlich bei freiem Eintritt. Warum dann und da erklärt Joshi von ZSK im kurzen Interview.

 

Slime haben sich entschieden. Und zwar dass sie ihren gesamten Backkatalog, also alle bisher erschienenen Alben nochmal raus bringen. Und zwar selbst.

Auf dem Bandeigenen Label "Slime Tonträger" erscheinen die legendären Scheiben als Doppel LP. Ihr werdet nämlich alle Songs, die zuletzt nur auf den CDs als Bonustracks zu finden waren, nun auch auf Vinyl kriegen.

Ihr könnt die Scheiben: alle gegen alle, Schweineherbst, Viva La Muerte, Yankees raus, live-pankehallen und s/t ab sofort bei uns in Onlineshop für 18,90 Euro vorbestellen. Der Liefertermin (!)  ist Freitag der 8.März

"VISIONS ist das Magazin für alle, die Musik mit Leidenschaft erleben" so heißt es. VISIONS war aber auch als Sponsor des "with full force Festival" vorgesehen. Das hat das Magazin aber jetzt, wo bekannt wurde dass das Full Force die umstrittene Band Frei.Wild ins LineUp genommen hat, abgesagt.

Dass Frei.Wild beim Full Force 2013 auf der Bühne stehen sollen, hat schon enorme Diskussionen im Internet ausgelöst. Die Veranstalter schreiben dazu "Gehasst und geliebt – das trifft es perfekt. Wir stehen für Toleranz, beteiligen uns nicht an Hexenjagden und freuen uns, Euch die Band zum Jubiläum erneut präsentieren zu könne [...]". Das sehen zum Glück viele Menschen anders. Doch wirklich Druck auf die Veranstalter kann nur ausgeübt werden, wenn mehr Sponsoren ihr Geld aus der Sache raus ziehen, wenn Bands ihre Auftritte absagen und Gäste ihre Karten zurück geben.

Hier die Pressemitteilung vom Visions-Zine:

"Völkisches Gedankengut auf einem Festival für alle: Mit Frei.Wild hat das With Full Force eine Band bestätigt, die sich mit nationalistischen Tendenzen in der Mitte der Gesellschaft positioniert. VISIONS will das nicht unterstützen und zieht sich deshalb aus der Präsentation des Festivals zurück.

Die Räumung des Bambule-Wagenplatz in Hamburg ist jetzt genau 10 Jahre her.
Zu diesem traurigen Jubileum hat Andi Lirium seine Graphische Novelle "Bambule" zum freien Download online gestellt.
Sie handelt von seinen eigenen Erlebnissen rund um die Räumung + ein bißchen erfundenem Herzschmerz.
Ihr könnt das Werk HIER runter laden. Ist n bißchen schwierig am Rechner zu lesen, am besten das Fenster über die Bildschirmbreite aufziehen und auf ein Drittel der Seite ranzoomen. Und dann runterscrollen -nur so als Tip.

Andi, erzähl mal ein paar Worte zu deinem neuen Werk! Wie lang hast du dran gearbeitet, worum gehts und basiert die Story auf einer wahren Geschichte?

Also ich stell Sachen immer erst online, wenn sie fertig sind. Das kann bis zu einem Jahr dauern, bis ich die nächste Geschichte fertig hab. Und die wird auch nicht so politisch werden.
Bambule handelt im Prinzip von meinen Erlebnissen rund um die Räumung 2002.
Die Rahmenhandlung bildet eine Liebesgeschichte, die ich mir ausgedacht habe. Ich hatte nie wirklich eine Affäre mit einem der Wagenleute. Aber der ganze Rest ist mehr oder weniger wahr.

In Chemnitz ist die Grauzonendiskussion wieder voll da. Hier ein Gastbeitrag und eine Ankündigung von Michaela Alexandra B. aus Chemnitz:

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"Mal laut zu sagen, wo du stehst, ich weiß, das macht dir angst. Und so zeigst du dich nie in deinem Skinhead-Wunderland! ("Stomper 98": "In dieser Zeit")

Grauzone. Das wohl am heißesten diskutierte Thema seit dem Roten Hetzpamphlet.
Auch in Chemnitz ist diese Diskussion immer wieder am Kochen. Die jüngste Auseinandersetzung entstand Anfang des Jahres rund um das Thema „Stomper 98“, die am 05. Mai 2012 einen Platz für ihre „A Voice Of A Generation“-Tour im AJZ erhalten wollten.

Latest News vom Anitfacamp in Dortmund: Das Camp findet jetzt definitiv im Tremoniapark statt.

Schaut euch nochmal das Programm an und kommt zahlreich (nicht nur zu den Konzerten).

Morgen (Freitag) wird Tags über aufgebaut, um 19uhr gibt es das Eröffnungsplenum und Samstag gehts um 12uhr mit der Auftaktdemo in der Innenstadt los. Das Camp dauert bis einschließlich Sonntag den 2.September.

An dieser Stelle gibt es keine Parolen, jedeR müsste inzwischen mitbekommen haben wie die Situation in Dortmund ist. Das Camp ist bundesweit organisiert, dh nicht nur eine regionale Sache- aber logistisch mit Sicherheit am richtigen Fleck.

TheSlackers sind auf Tour, in NRW spielen sie sogar direkt 2 Konzerte.

Termine sind:

14.08.2012 / Stone im Ratinger Hof – Düsseldorf
22.08.2012 / Musikbunker - Aachen

Plastic Bomb verlosen zusammen mit Beer&Music pro Show 1x 2 Tickets. Schreibt bis Freitag den 10.August um 13uhr eine email an ronja[at]plastic-bomb.de oder an Ronja in der Plastic Bomb Community mit dem Betreff "the Slackers" und ob ihr lieber die Karte für Düsseldorf oder für Aachen gewinnen möchtet.

Hier noch der Text zur Tour:

Kim von Vegan Wonderland müsste mittlerweile vielen ein Begriff sein. Seit vielen Jahren kocht sie sich durch sämtliche Festivals und Voküs und seit einiger Zeit auch durch Hochzeitscaterings und andere Großveranstaltungen. Außerdem betreibt sie mit der Vegan Wonderlang Crew einen veganen Supermarkt, ein Cafe und natürlich den Onlineshop.

Kim war in den letzten Monaten in vielen Medien präsent, darunter nicht nur Szenemagazine, sondern auch Mainstreammedien wie Tageszeitungen, Regionalsender und sogar in einigen Beiträgen bei den Privaten, zB in der Sendung Galileo.

Nun hat Kim der Bildzeitung Ruhrgebiet ein Interview gegeben, was bei Facebook eine riesige Diskussionswelle los trat. Viele Menschen dort waren der Meinung, dass dies ein sinnvoller Schritt war, um Veganismus bei den "normalen Menschen" bekannter und sympatischer zu machen, Andere hingegen übten scharfe Kritik an Kim, da die Bildzeitung ja nicht nur innerhalb der Punkszene als Hetzblatt bezeichnet wird, mit dem man am Besten überhaupt nicht redet.

Auch innerhalb der Plastic Bomb Redaktion gab es Diskussionen, schließlich ist Kim seit vielen Jahren mit uns befreundet und kocht 2012 nicht zum ersten mal auf der Plastic Bomb Party. Die ganze Diskussion ist jetzt ungefähr 3 Wochen alt und mit diesem Abstand bat ich Kim, hier einige Interviewfragen zu beantworten, wozu sie auch gerne bereit war, um ihre Meinung zum Thema "Interview in der Bild Zeitung" nochmal etwas ausführlicherzu sagen. Vielen Dank dafür! Das Bild-Interiview könnt ihr übrigens HIER nachlesen. Und hier gehts weiter mit unseren Fragen:

Günter Grass hat sein Köpfchen aus der Versenkung hoch gestreckt und die Welt mit einem Gedicht schockiert. Seit Tagen wird in den Medien "was gesagt werden muss" heiß diskutiert.

Was sagt ihr denn dazu? Musste das gesagt werden? Sind die Vorwürfe, das Gedicht habe antisemitische Inhalte, gerechtfertigt? Oder wird einem das immer um die Ohren geknallt, wenn man es wagt, Israel zu kritisieren? Darf man Israel, seine Politik und seine Einwohner kritisieren?

Hier noch das Gedicht in voller Länge, damit wir alle wissen, worüber wir reden:

„Warum schweige ich, verschweige zu lange, was offensichtlich ist und in Planspielen geübt wurde, an deren Ende als Überlebende wir allenfalls Fußnoten sind. Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag, der das von einem Maulhelden unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk auslöschen könnte, weil in dessen Machtbereich der Bau einer Atombombe vermutet wird.

Wie in diversen internetmedien zu lesen war hat das irakische Innenministerium vor kurzer Zeit die Jugendlichen, die sich der Emo-Subkultur zugehörig fühlen als "Satanisten" bezeichnet und die Sittenpolizei des Landes angewiesen, "das Phänomen zu beseitigen".

Darauf hin gab es Besuche an Schulen uä, um die Jugendlichen mit Flugblättern zu warnen, ihre "schmutzigen Gewohnheiten" abzulegen, ansonsten würde sie „die Strafe Gottes durch die Hand der Mudjaheddin“ ereilen.

Inzwischen gibt es Meldungen von bis zu 100 Emos, die innerhalb der letzten 3 Wochen auf den Straßen irakischer Städte getötet wurden. Sie wurden zu tode geprügelt oder gesteinigt. Die Täter waren lt Medienberichten Mitglieder ultrareligiöser schiitischer Schlägertrupps namens „Brigaden des Zorns“.

Die Behörden bestreiten die Morde, schiitische Geistliche verurteilten die Übergriffe und nannten die Emos eine „Plage für die Gesellschaft", sagten aber, das Problem müsse auf legale Art gelöst werden.

"Niemals vergessen ...Erinnern heißt kämpfen!"

... heißt es in einem Song von "What we feel", einer der bekanntesten
ehemaligen Hardcore-Kapellen in Russland, deren Mitglieder sich
konsequent gegen den Nazi-Terror stark machen.

Der musikalische Aufruf der Band ist allen Menschen gewidmet, die in
Russland von militanten Nationalisten attackiert wurden. Die mit den
Musikern befreundete Düsseldorfer HC-Band MyTerror griff das Stück
jüngst auf, um pünktlich zum 19. Januar "My Nezabudem" (so der
Originaltitel) in neuer Fassung hörbar zu machen.

Am 19.Januar 2012 wird nun das dritte Jahr in Folge russlandweit sowie
in verschiedenen anderen Ländern dazu aufgerufen gegen Nazi-Terror,
Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Nationalismus Position zu
beziehen. Hintergrund der Proteste ist die Erinnerung an die Ermordung
des 34-jährigen Stanislav Markelov und der 25-jährigen Anastasija
Baburova: Auf offener Straße nur wenige hundert Meter vom Kreml
entfernt, wurden der Menschenrechtsanwalt und die Journalistin am
helllichten Tag des 19. Januar 2009 von einem Mitglied einer Nazi-Terror
Zelle erschossen.

Viele haben sicher schon davon gehört, dass in Köln vor einiger Zeit ein Haus besetzt wurde und dass seit dem das Heck-Meck zwischen den BetreiberInnen des AZ-Köln, der Sparkasse und der Stadt Köln hin und her geht. Wer´s nochmal genau lesen will: HIER

Um eine drohende Schließung abzuwenden, brauchen die AZ-Menschen eure Hilfe. Ihr braucht dazu noch nicht mal vor die Tür zu gehen, könnt das ganz einfach von eurem Computer aus erledigen. Hier der offizielle Text:

Aufruf zu einer online Soliaktion zum Erhalt des AZ

"Wir, als autonomes Zentrum, sind in letzter Zeit vermehrt mit "Bürgerlichkeit" und "Demokratie" konfrontiert:


- Nicht bloß, dass wir einen Nutzungsvertrag nach bürgerlichem Recht
abgeschlossen haben und mit dem "ehrenamtlichen" Betrieb und den zahlreichen Arbeiten am AZ keinem Bürger auf der Tasche liegen.

- Es fordert uns zuletzt der Kölner Stadtanzeiger dazu auf die
demokratischen Spielregeln zu beachten und doch bitte ohne Widerworte den Volksvertretern der bürgerlichen Parteien dabeizuzusehen, wie sie beschließen, dass das Autonome Zentrum Köln abgerissen werden soll. LINK

http://www.youtube.com/watch?v=JezfrIN-LYE&feature=related>
  Noise and Resistance
D 2011, 87 min, Dokumentarfilm von Julia Ostertag und Francesca Araiza Andrade

Es geht auch anders. Kommerz, Kapital und Konsum sind keine unumstößlichen Notwendigkeit unserer Gegenwart. Dass man mit dieser Meinung nicht allein sein muss, zeigen Francesca Araiza Andrade und Julia Ostertag in ihrem wütenden und mitreißenden Dokumentarfilm „Noise and Resistance“.

Endlich einmal ein Hauch von Sommer! Hier schon mal alle mir bekannten Festival-Daten für 2011!

Wer weitere Ankündigungen hat kann die entweder kommentieren, oder mir als PN schicken, dann nehm ich sie in die nächste Festival-Newsmeldung mit auf!

4. und 5. März: Sunny Bastard Festival, Turbinenhalle Oberhausen sonofabastard.de

5. März: Battle of the South, Kantine Augsburg www.alter-lan.de

1. bis 3. April: Punk and Disorderly in Berlin www.punk-disorderly.de

29. und 30. April: Human Parasit Festival, Hafermarkt Flensburg myspace.com/aparasiteslife

3. und 4. Juni: Atomsmasher Festival, Chemiefabrik Dresden myspace.com/connysatomsmasherfest

11. und 12. Juni: Ruhrpott Rodeo, Hünxe myspace.com/ruhrpottrodeo

24. und 25. Juni: Punk Illegal, Munkedal Schweden myspace.com/punkillegal

30. Juni bis 3. Juli: New Direction Festival, JuHa Herrenberg myspace.com/newdirectionfestival

Vielleicht haben einige von euch schon die Anders Leben Rubrik in der aktuellen Bombe gelesen. Es geht um Mexico. Im Heft hat unser Freund Martin ein Interview mit Menschen aus dem Z.A.M. Freiraum in Mexico Stadt und einen Bericht über seine 6 Monate als Menschenrechtsbeobachter in Chiapas beigesteuert. Da wir die Geschichte im Heft leider nicht im ganzen Umfang drucken konnten habt ihr hier die Möglichkeit, nochmal alles in Ruhe zu lesen.

Plastic-Bomb bedankt sich bei Martin für die viele Arbeit und die umfassende Recherche und entschuldigt sich nochmal, dass es so lang gedauert hat, bis wir das hier auf der Seite veröffentlicht haben!

Gelebter Widerstand - selbstbestimmt, bewundernswert und bedroht
Als Menschenrechtsbeobachter in Chiapas / Mexiko

Anfang 2010 war ich fast 6 Monate als Menschenrechtsbeobachter im mexikanischen Bundesstaat Chiapas tätig. Dort hat sich am 1. Januar 1994 die linke, vor allem von Kleinbäuer_innen getragene Guerilla EZLN („Zapatistische Armee der nationalen Befreiung“) erhoben. Diese hatte sich in den Jahren zuvor Stück für Stück aus den Bewohner_innen zahlreicher Dörfern gebildet. Die Zapatistas, wie sich die Mitglieder dieser widerständigen Gemeinden nennen, wollten sich mit ihrem

Wir haben vor einiger Zeit davon berichtet: Das Archiv der Jugendkulturen ist von der Schließung bedroht, wenn nicht innerhalb kurzer Zeit eine große Summe an Spendengeldern zusammen kommt. Dann folgte tatsächlich die erfreuliche Nachricht "wir haben´s geschafft, das Arichiv ist gerettet!"

Wie es dazu kam, ob die Freude von langer Dauer ist und welche Änderungen im Archiv vorgenommen werden, hat mir Archiv-Mitglied Corinna erklärt:

Ist es wahr, dass das Archiv gerettet werden konnte?

Es ist wahr, dass wir durch zahlreiche Spenden die angestrebte Summe von 100.000 € zusammenbekommen haben, um nun eine Stiftung gründen zu können. Durch die Stiftung werden wir in ein paar Jahren (hoffentlich) in der Lage sein, unsere Grundkosten zu decken und wenigstens eine oder zwei hauptamtliche Stellen einzurichten, um so den Fortbestand des Archiv zu sichern. Denn bis heute erhält das Archiv der Jugendkulturen zwar viel Lob und immer mal wieder Preise für seine Arbeit, jedoch keinen Cent Regelförderung. Seit unserem 12-jährigen Bestehen arbeiten wir mit auf Zeit geförderten Stellen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Und immer wieder muss der Leiter des Archivs, Klaus Farin, privates Geld aufbringen, um die laufenden Kosten zu zahlen. Da das auf Dauer so nicht weiter gehen kann, hat sich das Archiv für die Stiftungsgründung entschieden, für die nun die Weichen gestellt sind.

Wie kam’s denn nun genau dazu? Anonyme GönnerInnen? Werbeverträge?
Oder einfach nur die Solidarität der Spendenden?

Der angestrebte Betrag von 100.000 € ist durch Spenden von Vereinen, Stiftungen, Universitäten und zahlreichen Privatpersonen, die unsere Arbeit schätzen und für unterstützenswert erachten, zusammen gekommen. Insgesamt spendeten mehr als 1250 Menschen und Institutionen Geld für das Fortbestehen des Archivs. Darunter 857 Spenden bis zu 50,- €.


Eigentlich kennen wir Banksy ja in erster Linie von wundervollen StreetArt Werken, über die wir immer kichern können. Schließlich werden unsere Lieblingsthemen wie Gentrifizierung, Kapitalismus, Polizei usw vorgeführt und lächerlich gemacht. Was sagt ihr denn zu diesem hier?

Hier noch ein paar andere Bilder, die ihr vielleicht schon kennt:

Das Thema ist längst nicht mehr neu und es gibt leider noch immer keine wirklich positive Entwicklung. Wir möchten uns trotzdem an der Berichterstattung beteiligen, um dem Thema eine möglichst große Öffentlichkeit geben.

Am 28. Juli 2010 trafen sich über 200 junge AntifaschistInnen und AnarchistInnen vor dem Gebäude der Stadtverwaltung in dem Moskauer Vorort "Chimki", um eine Spontandemo zur Erhaltung des Waldes in Chimki durchzuführen. Der Wald sollte einige Tage später (aus Geschäftsinteressen heraus) gerodet werden, der Konflikt um die Rodung dauert schon seit Jahren an.

Währen der Demo gingen wohl mehrere Fensterscheiben zu Bruch, daher erhielt sie in der Öffentlichkeit viel Aufmerksamkeit. Die Behörden reagierten mit Repressionen. Am Tag nach der Aktion wurden zwei bekannte Aktivisten verhaftet, Aleksej (Aljoscha) Gaskarow und Maxim Solopow. Ihnen drohen nun bis zu 7 Jahre Haft wegen Vandalismus, und das obwohl keinerlei Beweise für ihre Beteiligung an einer Straftat vorliegen.

Allerdings gehören die Beiden zu den

Die Geschichte der Österreichischen TierrechtlerInnen zieht sich seit über zwei Jahren.
Dank des massiven Medienrummels und der zahlreichen Infoschreiben konnte kaum jemand das
Thema ignorieren und so erfuhren die AktivistInnen in den letzten Monaten jede Menge Unterstützung.
Doch es reicht noch längst nicht, der Prozess gegen die 13 Personen hat gerade erst begonnen.

Der Vorwurf lautet: Bildung und Beteiligung an einer "kriminellen Organisation" nach §278a, so wie verschiedene Straftatbestände wie Sachbeschädigungen, Brandstiftungen etc.

Das Außergewöhnliche an der ganzen Geschichte ist die Härte, mit der gegen die Beteiligten vorgegangen wird und die Intensität, mit der eine Gruppe TierrechtlerInnen systematisch über Monate hinweg durchleuchtet und überwacht wurde, um ihnen am Ende einen unverhältnismäßig harten Tatvorwurf präsentieren zu können und die Absurdität der Vorwürfe, mit denen die AktivistInnen überzogen wurden. Zum Beispiel, dass ihre Aktionen eine "Veganisierung der Gesellschaft" herbei führen sollen. Die Fragen, ob so etwas auch in Deutschland passieren könnte, ob sich solche Methoden auch auf andere Bereiche politischer Arbeit ausdehnen könnten und ob da vielleicht eine ganz neue Art von Tatvorwurf und Beweisführung konstruiert wird, dürft ihr euch gerne selbst stellen!

Amnesty International ist eine politische organisation die sich ausschließlich durch Spenden finanziert, um ihre Unabhängigkeit zu wahren.

Der Großteil der Arbeit von Amnesty bezieht sich auf Länder, in denen Meinungsfreiheit nicht besonders groß geschrieben wird und kümmert sich dort um Menschen, die ohne Anklage in Haft genommen werden, einfach verschwinden oder gewaltsam mundtod gemacht werden. Die Unterstützung erfolt durch Anwälte, Briefe und Gespäche mit Regierungsvertretern. Und durch Öffentlichkeitsarbeit, um die Betroffenen aus der Anonymität zu holen und weltweit auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen.

Für und gegen Amnesty sprechen eine Reihe von Argumenten, zum Beispiel dass große Mengen an Geldern für Werbung drauf gehen- doch im Gegensatz dazu steht, dass genau das ja das Konzept ist: eine Öffentlichkeit zu schaffen, um auf Missstände aufmerksam zu machen und möglichst viele Menschen damit zu konfrontieren.

Ein weiteres Argument ist, dass viele Leute Amnesty-Förderer werden, monatlich Geld bezahlen und sich dann mit einem ruhigen Gewissen auf die Couch zu legen, weil man ja schon so viel für die Menschheit tut.

Die Infos für das Antifa-Camp im Rheinland sind online! Informiert euch unter www.antifa-camp.de über das Programm, den Ablauf und Details zur Anmeldung!

Das Camp beginnt am Mittwoch, den 18. August und geht bis zum Sonntag, den 22. August.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein vielseitiges Programm mit vielen Workshops und Diskussionsrunden. Mit dabei sind wieder Angebote zu Themen wie Antifaschismus, Militarismus, Sexismus, Kapitalismuskritik und vieles mehr. Auch praktische Tips für die Arbeit vor Ort, Kultur, Party und Zeit für den Austausch mit "alten Hasen" und Leuten und ganz neu dabei sind, werden nicht zu kurz kommen.

Achtung: Um die Planung zu erleichtern ist es wichtig, dass sich so viele Mensch wie möglich schon jetzt anmelden! Dies könnt ihr auf der Seite des Camps tun.

Wer sich nicht online anmelden möchte, kann in verschiedenen Städten direkt Karten kaufen. Vorverkaufsstellen gibt es in Bonn, Leverkusen, Köln und Dsseldorf. Infos dazu bekommt ihr auf den Internetseiten der jeweiligen Antifa Gruppe vor Ort.

Am 6 Juni 2010 entging unser Freund Marko S. und Cruz Negra Anarquista (ABC)- Aktivist nur knapp einem Mordversuch kurz vor seiner Haustür in Bogota/Kolumbien.
Dies war nach einem weiteren Mordversuch am 22.5.2010 an MARCO ROMERO, Aktivist der NGO “CODHES”,der 2 Mordversuch an einem Aktivisten für Menschenrechte während des Präsidentschaftswahlkampf in Bogota. Er reiht sich in eine Reihe von Morden und Bedrohungen von AktivistInnen ein.

Am 6.Juni 2010 wurde unser Freund und CRUZ NEGRA ANARQUISTA (ABC)- AKTIVIST MARKO S. aus BOGOTA/KOLUMBIEN, Opfer eines Mordversuches. Am späten Abend wurde er in der Nähe seiner Wohnung von drei Männern in einem militärgrünen Jeep Typ „Chevrolet“ zuerst angeschrien („Wir machen dich alle, du Hurensohn!“, dann angegriffen und geschlagen sowie mit mehreren Messerstichen so schwer verletzt, dass er nach Aussage des behandelnden Notarztes fast verblutet wäre. Desweiteren zerschlugen sie eine Flasche auf seinem Kopf und schlugen ihm mit einem Knüppel immer wieder ins Gesicht und in den Rücken. Die Stichwunden sind bis zu 4 cm tief und an Rücken sowie unter der linken Achsel angesiedelt, was vermuten lässt, dass man ihn wohl töten wollte. 15 min später wurde er von einem Comp@ ins Krankenhaus gebracht, woraufhin es zu Lähmungserscheinungen an Händen und Füssen kam. Aufgrund fehlender Krankenversicherung musste er entgegen dem ärztlichen Rat, in der Klinik zu
verbleiben, sich auf eigenen „Wunsch“ entlassen lassen. Die schon angefallenen Kosten durch Radiologie, CT, Wundversorgung etc. belaufen sich schon auf mehrere hundert Dollar.
Da er das Kennzeichen des Wagens erkannt hat, hat er auch eine Anzeige erstattet und möchte sich anwaltlich vertreten lassen. Die Chancen auf Erfolg sind bei der derzeitigen politischen Lage und der Fortsetzung der „Parapolitik“ von Ex-Präsident URIBE durch den neuen Präsidenten SANTOS als sehr gering einzuschätzen.
Schon am 22. Mai 2010 gab es einen ähnlich gelagerten Mordversuch im Zentrum von Bogota. Dieser galt MARCO ROMERO, Aktivist der NGO “CODHES”. Dieser, sowie 80 andere Menschenrechtsaktivisten, Senatoren und NGO´s erhielten im Vorfeld Morddrohungen von den drei paramilitärischen Gruppen “AGUILAS NEGRAS, LOS RASTRAJOS und BLOQUE CAPITAL”.
Diese beiden Übergriffe reihen sich ein in eine Vielzahl von Morden und Bedrohungen.
http://colombiareports.com/colombia-news/news/9854-assassination-attempt-on-colombian-ngo-director.html
Gerade vor und während der gerade abgeschlossenen, von vielen Gesetzwidrigkeiten bestimmten Präsident-schaftswahlen waren Einschüchterungs-versuche jeglicher Couleur an der Tagesordnung und lassen kaum hoffen, dass Kolumbien nach Jahrzehnten der Gewalt, der Vertreibungen sowie der neoliberalen Umstrukturierung seiner ländlichen Regionen zur Ruhe kommt.
Aufgrund der Verletzungen und Folgen des Angriffes kann Marko vorerst nicht mehr arbeiten gehen, außerdem möchte er aus wohl gegebenem Anlass die Wohnung nicht länger bewohnen.
Dies waren nicht die ersten Übergriffe gegen seine Person. Bereits 3-mal musste er in den letzten Jahren aus Kolumbien flüchten. U. a. wurde er von den Medien nach den Ausschreitungen am 1. Mai 2008 als „LEADER OF THE INTERNATIONAL RED BRIGADES (sic!) gebrandmarkt.

Um wenigstens die angefallenen Schulden zu begleichen, bitten wir euch um Spenden!
Spendenkonto:
Rote Hilfe Dresden, Konto: 609760434
BLZ 36010043, Postbank Essen
Stichwort "MARKO ABC BOGOTA"

INFORMIERT EUCH & UNTERSTÜTZT DIE WELTWEITEN SOZIALEN KÄMPFE!
GEGEN LINKE GRABENKÄMPFE, KRIEG UND RASSISMUS!

HOCHACHTUNGSVOLL, EUER
INTERGALAKTISCHES AKTIONSKOMITEE
MIKE&DIETER

NIXSPAM.MIKE&Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!   http://www.nodo50.org/anarcol

Aus aktuellem Anlass hier mal eine Anregung zu einer Diskussion, die das Sommerloch zu überwinden helfen soll.

Als fussballspielender Punkrocker halte ich seit jeher bei Länderspielen und den grossen Turnieren der deutschen Nationalmannschaft bei. Das stößt in meinem Freundes und Bekanntenkreis nicht selten auf Verwunderung oder Ablehnung oder gar Empörung. Das geht doch nicht, als staatsfeindlicher, linker Punkrocker der doitschen Nationalmannschaft beihalten!

Das ist doch voll Inkonsequent! Glatter Verrat! Solche und ähnliche Vorwürrfe könnte man erheben. Ich sehe das etwas anders! Ich spiele seit meinem 6. Lebensjahr Fussball, zeitweise in der Jugend sogar höherklassig, später, bedingt durch Punkrock, Bier und Drogen nur noch Kreisliga. Aber immerhin. Daher ist es für mich klar, das ich mit der Nationalmannschaft fiebere.

Jeder braucht einen Mutigen, der die Wahrheit ausspricht. Außer der Bundesregierung...

Ob Horst Köhler nun wirklich so mutig war, die Wahrheit über die deutschen Interessen in Krisengebieten zu benennen, oder nur einfach nicht richtig vom Teleprompter ablesen konnte, lassen wir mal dahin gestellt.

Jedenfalls ließ er heute Morgen mitteilen, dass er mit sofortiger Wirkung vom Amt des Bundespräsidenten zurück treten wird.

Erzeugt wurden die Wogen in den letzen Tagen von seinen Äußerungen, es sei ein "militärischer Einsatz notwendig (....), um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege".

Die Information, dass damit natürlich Piraten in Somalia gemeint sein und nicht die Vorgänge in Afghanistan, half ihm dann leider genau so wenig, wie den Podcast der Radiosendung mit der unglücklichen Aussage zu zensieren.

Der Künstler, der das Punkcomic "Punkrock Heartland" hervorgebracht hat nennt sich Andi Lirium, ist 29 Jahre alt, kommt aus Hamburg und veröffentlichte hiermit sein erstes Werk. Er war so nett, mir ein paar Interviewfragen zu beantworten. Vielen lieben Dank dafür!!

Punkrockheartland ist deine Abschlussarbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaften, in dem es grob um Punx, tote Faschos, Familienprobleme, Musik,
katholische Priester und nicht zu letzt um Liebe und Leidenschaft geht.
Warum strickt sich die ganze Geschichte ausgerechnet um einen schwulen Punk?


Naja, sie ist ein bisschen autobiographisch, und wenn mir schon diese Geschichten so im Einzelnen nicht passiert sind, war ich zumindest ein Punk. Und schwul bin ich immernoch. Es war mein erstes Buch. da ist es leichter sich eine Hauptfigur zu suchen, in die man sich gut einfühlen kann.

Im Vorwort steht ja das alle Figuren und Orte reale Vorbilder haben und das auch die Handlungsstränge auf realen Vorbildern beruhen. Allerdings sei alles überzeichnet und
somit nicht als Referenz für tatsächlich passiertes zu nutzen. Kannst du da nochmal ins Detail gehen? Hat das Comic autobiografische Züge?

 

 

 

Zur letzten Ausgabe der Plastic Bomb steuerte ich einen Artikel zum Thema Punk und (schwuler) Pornografie bei. In der Retrospektive halte ich meinen Artikel für eher misslungen. Das hat im wesentlichen zwei Gründe: Das Buch Porn Studies war in der Bibliothek meiner Uni bereits von jemand anderem geklaut worden und so hatte ich nicht die Möglichkeit, die von mir geplanten Verweise auf die Gender- und Queersoziologie einzubringen (Anspruch Oi!). Zum anderen hat Bruce LaBruce auf meine Fragen per Mail zwar schnell und ausführlich geantwortet, jedoch leider nach Redaktionsschluss weil ich sie zu spät geschickt habe. Bruce wer?

Juhu, es hat sich jemand bei mir gemeldet!

Keith von Autozynik hatte Lust, mir ein paar Fragen zu beantworten. Es geht um seine persönlilche Einschätzung zu Homosexualität innerhalb der Punkszene, im Mainstream und im Alltag. Danke dafür!! Falls ihr Keith irgendwas persönlich fragen wollt findet ihr ihn auch unter diesem Namen hier in der Community!

-Wie findest du Punkands, die eine homoerotische Ausstrahlung an den Tag legen,
bzw homosexualität thematisieren (Limp Wrist, Black Fag, Village People)?

Das Problem das ich hier habe ist dass ich mich nicht zwangsweise über meine Sexualität (die auch sicherlich nicht 100%ig homosexuell, wenn trotzdem sehr hoch, ist) definiere, sondern eher über andere Dinge die mich ausmachen; dazu gehören zum Beispiel bestimmte Einstellungen zur Politik, meine Freizeitinteressen, und selbstverständlich Musik. Jetzt wären natürlich die sogenannten Queercore- Sachen eigentlich genau innerhalb dieses genannten Bereichs, sind aber für mich nicht mehr oder weniger interessant als andere die mit ihr konkurrieren. Für mich selber wäre es zum Beispiel wohl zumindest im Augenblick eher nicht aktuell in einer Queercore Band zu spielen, und wenn ich die Wahl hätte zwischen einem reinen Queercore Abend in einer und einem Abend mit einer Band die mich zufälliger Weise mehr interessiert in einer anderen Location wäre ich nicht an dem Queercore Abend nur weil es eben ein Queercore Abend ist. Black Fag würde ich mir aber schon einmal gerne ansehen, ich denke was die machen ist wirklich schräg und geil.