Musik-Artikel

Tell the Rockstars i´m alive...alive!!!


Oke, hier für alle Blindfische... nochmal mein Reisebericht von der 2nd District-Tour und fast allen Bildern!!

Eine Woche vor der geplanten Deutschlandtour von 2nd District kam Keith Klein, Trommler der besagten Glampunk-Formation und Freund des Plastic-Bomb Universums zu uns ins Büro. Eigentlich hatte er vor, Abo-Hefte mit uns einzutüten. Weil diese Arbeit aber schon seit drei Tagen vom Tisch war und Keith nur die Infomail nicht gelesen hatte, konnte ich ihm leider nicht mehr als nen Kaffee und ein wenig Bürotratsch anbieten.
Dabei erfuhr ich, dass sämtliche Helfer, die 2nd District normaler weise auf Tour begleiten, kurzfristig abgesprungen waren. Und da wir uns ja alle kennen und auch ganz gut verstehen -und ich ja glücklicher weise arbeitszeitmäßig ziemlich flexibel bin- lag die Idee die Band zu begleiten, nicht wirklich fern.
Führerschein hab ich, Merch verkaufen (bzw Leute am Merchstand vollquatschen) kann ich auch ganz gut und Bandbier wegsaufen ist eh meine Spezialität. Nachdem sämtliche Rahmenbedingungen abgechekkert waren begann ich auch direkt mit großer Vorfreude, meine Tasche zu packen.  Schließlich handelt es sich hier auch um eine Band wo ich keine Befürchtungen hatte, dass mir die Mukke schon am zweiten Abend auf die Nerven gehen würde... ganz im Gegenteil.

alexisonfire Am Freitag, den 13.11.09 war es soweit: Die Eastpak-Antidote-Tour '09 machte halt im Kölner E-Werk. Mit dabei The Ghost Of A Thousand (einer der wohl z.Z. angesagtesten Metalcore-Bands aus U.K.), Four Year Strong (eine fünf-köpfige Melodic Hardcore Band aus Boston) und Alexisonfire (Screamo-Helden aus Kanada), als Support für die Politpunk-Band Anti-Flag aus Pittsburgh.

Smegma war definitiv eine der Bands auf dem diesjährigen Force Attack Festival, auf die ich mich am meisten gefreut hatte. Und das nicht zu Unrecht, schließlich zählt diese eigentlich bereits aufgelöste Band zu einer der wichtigsten Oi!-Bands.

 

Wir würden hier auf der Seite gern eine kleine Nachbereitung der Festivals 2009 machen.
Erzählt doch selbst mal kurz in den Kommentar-Feldern bei welchen Festivals ihr wart, wie´s euch gefallen hat und ob ihr nächstes Jahr wieder hin wollt....

Es ist ja nicht von der Hand zu weisen dass es bei so mancher Veranstaltung in diesem Sommer nicht ganz so rosig aussah...Beim Force Attack waren in den letzten Jahren bis zu 16.000 Menschen, in diesem Jahr sprach man von 8.000
Die Leute vom Back to Future mussten auch schwer schlucken.
Beim Endless Summer soll´s ja besser ausgesehen haben, mit ca 4.500 waren die wohl ganz gut ausgelastet.
Beim Ruhrpott Rodeo sah´s richtig gut aus, da ja mit Cock Sparrer eine 1a Headliner-Band zu bewundern war.

Hurra, Jello Biafra hat ´ne neue Band !!! Diese positive Botschaft erfahre ich Hinterwäldler quasi in einem lapidaren Nebensatz als mich Hardy von den DÖDELHAIEN fragt, ob ich auch nach Köln fahre, um mir die kubanische Thrash Metal Band TENDENCIA live in die Augen und Ohren zu schrauben. Die spielen mit JELLO BIAFRA AND THE GUANTANAMO SCHOOL OF MEDICINE. Ui,.. ich bin platt. Auch wegen des unsäglich langen Bandnamens, dessen Sinn sich mir nicht freiwillig erschließt. Der charismatische ex-DEAD KENNEDYS Sänger hat also wieder ´ne Band, und die ewig desinformierte Punkrock-Presse weiß natürlich von gar nix. Vor ein paar Jahre hab ich mir JELLO BIAFRA AND THE MELVINS angesehen. Und das war einfach nur großartig. Also durfte man auch hier durchaus auf ein gutes Konzert hoffen.

Kaum zu glauben – ich hatte ja echt Jahre darauf gewartet, dass die The Bottrops endlich mal ein Konzert in Kiel spielen. Nun, nachdem ich die Jungs bereits 4 mal zuvor anderswo gesehen hatte, durfte ich die am 24.Juni 2009 auch mal in meiner Heimatstadt live erleben. Leider war dieser Tag ein Mittwoch, aber da eh Kieler Woche war, war´s dann schließlich auch egal. Also bereits um 17 Uhr mit einer Freundin getroffen, was zu trinken geholt und erstmal vor die Pumpe gesetzt. Eine Stunde später dann mit einer weiteren Freundin getroffen, noch etwas über die KiWo gelaufen und ca. um 20:20 Uhr saßen wir wieder vor der Pumpe. Bis zum Einlass hatten wir ja noch etwas Zeit, so konnten wir in Ruhe unsere Getränke leeren. Um 21 Uhr gings rein in die Pumpe, runter in den roten Salon. Aber hier war ja echt noch garnix los, also doch erstmal wieder raus. Irgendwann kamen zwei bekannte Gesichter namens Johnny und Benno um die Ecke. Die beiden hielten mir die Hand hin und begrüßten mich und Johnny fragte, ob es da vorne rein geht. So verschwanden die beiden in der Pumpe und irgendwann gingen wir auch wieder runter.

 

Eigentlich hab ich beschlossen im Moment nicht mehr so oft weg zu gehen. Es gleicht sich irgendwie alles. Immer dieselben Gesichter. Derselbe belanglose Smalltalk. Das ständige stumpfe Gesaufe, das zur Zeit einfach überhaupt keinen Spaß mehr machen will. Es ist alles so vorhersehbar. Und oft hab ich mich noch nachts nach einem Konzert gefragt, warum ich mir das eigentlich angetan habe. Der Abend hatte mir rein gar nichts gebracht. Und das Bier schmeckte auch nicht, wurde eher mit Gewalt reingedrückt ohne eine positive Wirkung zu erzielen.

Das heißt also: Erst mal wieder klar kommen. Sich zurückziehen. Den Alk aus dem Balg lassen. Der Kopf frei kriegen. Ich werde nur noch an ausgewählten Festivitäten teilnehmen, auf die ich Bock habe, auf die ich mich richtig freue. Zum Beispiel auf NOMEANSNO. Die Kanadier sind live immer wieder ein Ereignis. Und sie spielen in diesem Jahr nur 2 Konzerte in NRW – Bochum und Köln. Seit Wochen steht das Konzert fett in meinem Kalender. Und nun isses endlich soweit... Auf geht´s...

Konzerte, von denen man gar nichts erwartet, entsprechend fast immer den Erwartungen. So schlau kommen wir nie mehr zusammen... Und der Dienstag ist nicht der D-Day der Konzertgänger. So diktiert es die lange Geschichte des Rock´n´Roll ins Poesie-Album. Dienstage schwimmen mit im Gebilde der Wochentage. Sie sind einfach da. Es sind Tage zum Wäschewaschen, die Hosen zu flicken, sich übers Fernseh-Programm aufzuregen oder um früh schlafen zu gehen. Der Rock´n´Roll hängt gerade zuhause über der Wäscheleine und gönnt sich eine Auszeit.
Dennoch, THE GO SET spielen in Duisburg. Quasi direkt umme Ecke.

Dat ist Punk, dat raffste nie !
Über das Todesröcheln der Wanduhren und Penisbeschneidungen durch Peperoni-Schnaps. Wer fängt panisch durch den Raum rennende Töne ein, zu denen Godzilla mit einer Kreissäge auf deinem Trommelfell tanzt? Und watrum gehen Ameisen eigentlich nicht in die Kirche? Mit dem "Fight"-Bus bis nach Wien. PLASTIC BOMB berichtet die ganze Wahrheit:
Ein exzessives Wochenende mit PESTPOCKEN, AUWEIA! und VERSUS

Das Wochenende war schon lange geplant. 50 Pünke in einem Reisebus machen sich auf den Weg in die österreichische Hauptstadt Wien. Darunter befindet sich die Band PESTPOCKEN, die zusammen mit Freunden und Anhang die Hälfte der Plätze belegt. Die andere Hälfte rekrutiert sich aus den Kölner Bands AUWEIA! und VERSUS sowie deren Freunden aus Köln, Duisburg, Hamburg, Göttingen, Cuxhafen und weiss-der-Deibel woher sonst noch.

KLOWNHOUSE TOURS veranstaltet am 1. August 2009 in der Kieler Pumpe sein erstes Festival!

Dafür wurdenunter Anderem die kanadischen Punkrock-Urgesteine SNFU verpflichtet, die bereits Anfang des Jahres in Europa waren, im Sommer aber weitere Shows spielen.

Als zweiter großer Namen sind die seit den 1980ern  in der kalifornischen Punkrockszene aktiven und tatsächlich legendären CHANNEL 3 am Start.

Dazu werden die SUBURBAN SCUMBAGS, die Kieler Band von Smoke Blow-Produzent Ulf Nagel, GG Elvis (mit dem ehemaligen NOFX-Gitarristen Dave Casillas +leuten von STÄLÄG 13,JUGEADS REVENGE,DR KNOW,AGRESSION etc)  und die niederländischen BRAT PACK auftreten.

Für den passenden Sound vorher nachher und zwischendurch wird DJ CHRIS PEELOUT von den LOW BUDGETS aus Philadelphia sorgen.

www.myspace.com/klownhousebooking


H.O.A. Society/Flag Jerks/Helleater/Band Of Fathers

Als die Produktion der AntHOAlogy Anfang des Jahres in die finale Phase einbog, hatte Jacho die Idee eine Party am Originalschauplatz Velbert zu feiern und im Laufe des Abends ein paar Hostages - Stücke zu spielen. Was als lose Idee begann, entwickelte sich bald zur H.O.A. Society mit Jacho aka Johnny Bottrop an der Gitarre und einigen mehr oder weniger alten Weggefährten aus Ve und Umgebung: De Barre (b), Jay (g) und Tscherno (dr) von Smokebox, sowie Dirt (ex-Glyanomon Dry, La Vache Qui Rit) und Joe (Duke of Dicks, Great Unwashed) am Mikrofon.
Zusammen geprobt hatte die Gesellschaft aus Berlin und Velbert exakt ein einziges Mal, so dass wir uns alle total auf die Party gefreut haben, aber eigentlich nicht zwingend ein tolles Konzert erwartet haben.
Als wir am Samstag nachmittag  beim Flux ankommen findet gerade der Soundcheck statt und uns wird schnell klar, dass die Jungs wohl doch heimlich geübt haben. Hört sich richtig gut an!

Das Wetter war auf jeden Fall ziemlich optimal. Sonne, wolkenloser Himmel, nicht zu heiß, am ersten Tag auch ein wenig Wind, was ziemlich angenehm war. Scheinbar scheint in Hünxe schon seit Jahren ununterbrochen die Sonne. Der Feldweg, der aufs Festivalgelände führte, war jedenfalls so trocken und staubig, als ob besagter Ort irgendwo in Afrika liegt. Skinheads, die vor dem Konzert ihre Stiefel gewienert hatten,  konnten ohne Probleme bereits nach kurzem Aufenthalt dick und fett Sau auf ihre Boots schreiben und der ein oder andere Kiddiepunker, der sich für die Anreise extra das Auto von Mama und oder Papa geliehen hatte, verbrachte den Löwenanteil des folgenden  Sonntags höchstwahrscheinlich mit ausgiebigem Autoputzen. Aber solche Nebensächlichkeiten schienen niemanden zu stören. Die Stimmung war allgemein ziemlich relaxt und gut. Ich persönlich habe nur eine einzige Schlägerei mitbekommen. Obwohl Schlägerei eigentlich schon etwas übertrieben formuliert ist, da die Kontrahenten von ihren ziemlich besonnen Kollegen bereits beim Vorgeplänkel ganz gut in Schach gehalten wurden. Für eine solch große Veranstaltung hatten die Sanis auf jeden Fall ordentlich Leerlauf. Es ist schon ein ziemlicher Witz mit welchen „Argumenten“ die zuständigen Behörden gewöhnlich derartige zumeist friedliche Zusammentreffen verbieten. Da wird dann immer der Untergang des Abendlandes prophezeit und von dem großen Gewaltpotential, dass Punkkonzerte per se hätten schwadroniert. Das Ruhrpottrodeo hatte ja bereits genau ebendiese Probleme. Hünxe war ja im letzten Jahr eher eine Notlösung und mausert sich jetzt zunehmend nach und nach zu einem Veranstaltungsort erster Kajüte. Selbst die Security war ziemlich umgänglich, hilfsbereit und zumeist auch gut gelaunt. Keine ultrawichtigen Bösegucker mit Schließermentalität, die ihre sinnlose Existenz durch übertriebene Arschlochigkeit kompensieren mussten.

Man könnte denken, die Fro-Tee Slips wollen jetzt

jeden Monat hier in Kiel spielen.
Erst am 14.1. in der Pumpe gewesen, kehrten sie nun am 21.2.09 in die Schaubude.

 

 

 

Vor einigen Monden erzählte mir der stets umtriebige BOTTROPS-Gitarrist Jacho aka Johnny Bottrop, dass die Band ein paar Release-Shows für ihre neue Platte “Entertainment Overkill” plant. Ob ich nicht was in Duisburg klar machen könne, hieß es. Klaro, kann ich. Hab ich Bock drauf. Machen wir. Jacho läuft mir seit Jahren in unregelmäßigen Abständen immer wieder über den Weg. Immer mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Sehr sympathisch. Der Mann ist aus dem Punkrock nicht weg zu kriegen. Der hat sein zuhause einfach gefunden. In den 80ern war er bei HOA aktiv. In den 90ern und 00ern bei der TERRORGRUPPE. Nun also gibt´s die BOTTROPS...

 

Die The Bottrops, im letzten Jahr 3 mal live gesehn, nun sollte es auch

in diesem Jahr endlich wieder soweit sein. Groß war die Freude, als ich erfuhr,

dass die Jungs am 8. Mai 2009, nur 5 Tage nach meinem Geburtstag, wieder in

Hamburg spielen. Der Auftritt sollte auf dem Hafengeburtstag sein,

was hieß, dass das Konzert sogar umsonst war.

Das ist doch mal ein super Geburtstags-Geschenk!

Wochen drauf gewartet, Tage gezählt....und dann stand irgendwann

endlich der 8. Mai auf dem Kalender.

„Ohne Zwakkelmann wär hier gar nichts los ! Ohne Zwakkelmann...“
Es gibt eine Menge Dinge, deren Sinn ich nicht verstehe. Sonntagsspaziergänge zum Beispiel. Wo man unmotiviert irgendwohin ins Nichts schlendert. Ohne Ziel und ohne Plan. Bis man die Zeit endlich rumgekriegt hat, es Abend ist und man etwas anderes Unwichtiges tun kann.
Oder geschälte, geschwefelte Kartoffeln, die man in Gläser eingesperrt im Supermarkt kaufen kann. Wer ist auf so eine Idee gekommen? Jemand, der Sparschäler hasst? Der uns auf den Geruch in der Hölle vorbereiten will? Oder jemand, der testen möchte, ob die Leute wirklich so bescheuert sind und jeden Scheiß kaufen?
Oder wie man 20 Jahre in Hamminkeln wohnen kann. Was mir selbst passiert ist. Da passt man mal ´nen Moment nicht auf, und zack – wohnste 20 Jahre in Hamminkeln. So kann´s gehen, Leute. Und ich weiß bis heute nicht, warum ich es so lange in diesem Höllenloch von Zivilisationsnachgeburt ausgehalten habe. Aber es gibt noch viel hartnäckigere Exemplare, die sich für nichts zu schade sind. Welche selbst dann noch die Stellung halten, wenn die ländliche Tristesse längst wie ein Rasenteppich zur Haustüre hereingewachsen ist. Aber seien wir nicht ungerecht. Es ist nicht alles schlecht. Die Ruhe der niederrheinischen Beschaulichkeit abseits hektischer Betriebsamkeit und unappetitlicher Betonburgen namens Ruhrgebiet hat sicher auch ihre lebenswerten Momente. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass der mächtige Zwakkelmann es dort schon seit gefühlten 85 Jahren aushält.

Die Fro-Tee Slips aus Flensburg, eine meiner Lieblings-Funpunk Bands, sollten am 14.1.09 endlich mal in Kiel spielen. Mit den Kieler Punkrockern Foll Fies als Vorband und das für bloß 3 Euro! Na, wenn sich das mal nicht lohnt! Doch beim Blick aufm Kalender dann festgestellt, dass der 14.1. ein Mittwoch ist... Konzerte mitten inner Woche sind immer blöd... aber da ein Konzert nun mal wichtiger ist als Schule, gings dann am Mittwoch gegen 21:00 Uhr los in Richtung Pumpe. Ca. um 21:15 Uhr angekommen, wars noch ziemlich leer, abgesehen von den Bands und mir waren ungefähr 6 weitere Leute da, aber naja...war haltn Mittwoch... Erstmal ein Bier geholt und auf die Couch inner Ecke gesetzt... zu meiner Freude lief grade die CD „Blechdose“ der Terrorgruppe. Mit der Zeit füllte sich auch der Rote Salon, bis dann gegen 22:00 Uhr tatsächlich ca. 50 Leute dort waren, was für nen Mittwoch Abend nicht wenig ist...

 

Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd, in Duisburg ist es umgekehrt. Gehirnzellen entschweben wie Schneeflocken. Paralympics im Raubtiergehege. Die Haute Couture trägt hier Plastiktüten. Es ist wieder STADTTEILFEST mit...  GILDO HORN
Fahre ich zum alljährlichen AK47-Festival nach Düsseldorf, treffe dort alle meine Freunde und höre fiesen Punkrock bis die Nacht am tiefsten ist? Oder mache ich mich als Einzelkämpfer auf den Weg in einen Park zu ein paar hundert Asis und lausche den zarten Klängen von Deutschland´s singender Nussecke Gildo Horn? Natürlich entschied ich mich für Variante Nummer 2. Denn ich war in den letzten Monaten nahezu jede Woche irgendwo in Sachen Punkrock unterwegs. Von Bremen bis Brühl, von Giessen bis Rostock. Irgendwann gleichen sich die Exzesse. Ich bin zugegebenermaßen etwas ausgelaugt vom Konzert-Marathon und dürste nach Abwechslung. Aber Gildo Horn? Na gut, es ist draussen. Es ist umsonst. Es regnet nicht. Und meine Anspruchslosigkeit gleicht der einer Billardkugel, der es egal ist in welchem Loch sie verschwindet.

ANARCHY, PEACE & MONEY :  „Feeding of the 5000“, performed by Steve Ignorant (Ex-CRASS)
Die Ankündigung des Festivals finde ich auf dem virtuellen schwarzen Brett der RESTARTS-Homepage. Der ehemalige CRASS-Sänger Steve Ignorant will in London mit ausgewählten Musikern auf der Bühne die alte CRASS-LP „Feeding of the 5000“ aufführen. Aha, so so... Was man darunter zu verstehen hat, ist mir nicht klar. Klar ist lediglich, dass ich da hin muss. 100%ig. Und sei es, dass ich mit Schwimmflügeln durch den Ärmelkanal kraule. CRASS hatten sich vor über 20 Jahren aufgelöst. Seitdem sind sie ein Mythos. Legendär und unvergesslich. Mit ihrer kompromisslosen antikapitalistischen, anarchistischen Gesinnung gingen sie seinerzeit neue Wege. Sie wurden von Scotland Yard verfolgt, von Bikern verprügelt, von anderen Bands denunziert und in der Presse vernichtet. Doch all das mehrte nur ihr Ansehen und verdeutlichte ihnen auf dem richtigen Weg zu sein. Es brachte sie keinen Millimeter vom Kurs ab. Seitdem gelten sie weltweit als DIE Anarcho-Punkband schlechthin. CRASS waren eine der wichtigsten Bands für mich persönlich, die meine Politisierung und Sensibilisierung für politisch brisante Themen und „die andere Wahrheit“ maßgeblich beeinflussten. Aber ob sich so was wie „Anarchie“ und „Antikapitalismus“ heute, über 20 Jahre nach dem letzten Atemzug der Band, neu „inszenieren“ lässt?