Interviews

Nachdem wir ja auf das KIZ Interview im letzen Heft so viele Komplimente und Zuschriften bekamen, dass die LeserInnen es cool finden wenn wir mal zwischenzeitlich "über den Tellerrand des Punkrocks" hinaus schauen, gibt es nun hier ein Interview mit Rudi(A)Riot und derAnomale. Wer die letzte CD-Beilage in der #73 gehört hat kennt schon einen der Tracks der Beiden. Hier nun ein paar persönliche Worte und Einschätzungen. Und hier könnt ihr euch die Sachen mal anschaun/anhören: www.myspace.com/deranomale , www.myspace.com/rudolfariot , youtube.com/rudiariot

Punk und HipHop. Wie kommt das zusammen...?

Erzählt erst mal von euch selbst- welche Bands habt ihr ganz früher gehört (also euer „Einstieg“ in die Punkszene) welche Punkbands mögt ihr heut noch und über welche Bands kamt ihr an HipHop?

Rudi(A)Riot: Unter dem Namen „Rudi (A) Riot“ mache ich seit ca. drei Jahren politisch motivierten Rap. Im letzten Jahr habe ich mit der Page www.militance-rap.com eine Plattform aufgebaut, auf der Rap und D.I.Y. miteinander verknüpft sind und auf der es nicht nur um Musik geht, sondern auch um Aktivismus, der mir sehr wichtig ist! Neben Musik, Musikvideos, Texten und Flyermotiven findet Mensch noch mehr D.I.Y.-Kram wie vegane Rezepte, Samples&Loops, Soundpacks, Stencil-Vorlagen und mehr…

Und hier noch ein paar Worte von Bäppi, den Herausgeber des Human Parasiten, A Parasites Life und was er sonst noch so treibt:

Wie kamst du denn auf die Idee, ein komplettes Zine in englisch raus zu bringen?
Nun ja, ich hatte hier in Flensburg doch desöfteren mit Menschen aus Polen, Frankreich, Italien oder natürlich Skandinavien zu tun, die teilweise reges Interesse am Medium Fanzine zeigten, es dann aber enttäuscht wieder zurück legten, da sie kein Wort verstanden haben. Das fand ich schon schade und so keimten erste Gedanken an ein Heft komplett in Englisch auf. Nur zugetraut hab ich mir das ganze Unterfangen erstmal nicht, da ich befürchtete mit meinem Schulenglisch nicht wirklich weit zu kommen und jeden Satz gleich anzufangen, immer die selben Wörter zu benutzen etc... Es ist dann aber alles doch garnicht so schwer und mit Übersetzungsprogramm, das parallel immer läuft, klappt es auch ganz gut sich etwas wortgewandter auszudrücken. Zudem tue ich so auch was für mich und verbessere meine Englischkenntnisse. Mittlerweile macht mir das Ganze so viel Spaß, dass ich überlege den Human Parasit einzustellen und nur noch das englische Heft zu machen, aber da bin ich mir noch nicht so sicher. Eine Ausgabe Human Parasit wird definitiv noch kommen...

Jeder der in irgendeiner Art und Weise mit Punk verwurzelt ist, und zumindest ein bisschen mit dem Internet vertraut ist, kennt wohl die größte deutschsprachige Punk-Community „Abgefuckt liebt Dich“. Das ist hier auch gleich die Gelegenheit für ein öffentliches Geständnis: Ich hab doch tatsächlich meine Freundin über diese Seite kennen gelernt! Angemeldet hatte ich mich ja eigentlich nur, weil ich die Idee einfach witzig fand, außerdem laufen einem in der Community immer wieder Leute über den Weg, die mal irgendwann irgendwo bei einem Konzert oder Festival kennen gelernt hat. Also einfach eine gute Möglichkeit in Kontakt zu bleiben.
Als ich mit meiner Freundin Bine im beschaulichen Münsterland bei ihrer Schwester war, packten wir gleich die Gelegenheit beim Schopf, und besuchten Abgefuckt liebt Dich-Erfinder und -Programmierer Jan Rakete in Osnabrück im Abgefuckt liebt Dich-Büro.
Bevor ich Euch jetzt hier zum Interview mit Jan Rakete entlasse, möchte ich Euch noch auf die PLASTIC BOMB-Gruppe auf „Abgefuckt liebt Dich“ hinweisen, wo ihr über alle Angelegenheiten betreffend dem PLASTIC BOMB diskutieren könnt.

Die Razorquillz aus Berlin gehen endlich auf Tour! Im Gepäck haben sie ihr neues Album "dont´t think in Words". Hier findet ihr alle Infos zur Band: http://www.myspace.com/therazorquillz und wir haben auch schon mal ein kleines Interview geführt!

Stellt euch mal kurz vor, wie ihr heißt, welche Funktion ihr in der Band habt und
wie lang ihr schon dabei seid.

Alia: Gitarre Gesang dabei seit 1984.
Vee Nife: I`m the drummer guy, and as far as i remember in the band since mid 2008.
Alex: Funktion: Bassist, also eigentlich keine. Aber irgendwie muss die Bühne ja voll werden. Ich bin
dabei seit Anfang 2009.

Alia, du bist ja das einzige Gründungsmitglied, so weit ich weiß.
Warum hat es so lange gedauert, bis ihr zu dieser Besetzung kamt und ist dies jetzt die Optimal-Besetzung?

Alia: Ja, ist es und auch weil es solange gedauert hat. Es ist nun mal scheisse schwer Leute zu finden, die total anders sind als man selber, man aber zusammen genau die Musik macht, die man halt machen will … ohne irgendwas Bestimmtes darstellen zu wollen. Ich sehe es so, ich spiele jetzt in ner richtigen Band.

Wer Platten liebt, hat auch einen Lieblingsplattenladen. Meiner ist das ROCKERS in Hannover. Immer wenn ich meine Freunde in der niedersächsischen Hauptstadt besuche, gehört ein Pflichttermin im ROCKERS zum festen Rahmenprogramm. Bei Besitzer Christoph werde ich eigentlich immer fündig. Zumal er sich auf 2nd Hand Ware spezialisiert hat und ich dort LPs finde, die es woanders schon lange nicht mehr gibt.
Ab und zu rufe ich auch schon ein paar Tage vorher an und bitte Christoph mir ein paar Sachen raus zu suchen. Es ist bei ihm immer sehr nett. Zum Teil sind die Besuche dort so ausgedehnt, dass ich nach der Hälfte der Plattenkisten erst mal ´ne Pause einlege und beim Bio-Bäcker um die Ecke einen Kakao und ´n Stück Kuchen einwerfe.
Was liegt also näher als euch den Laden ans Herz zu legen.

Das folgende Interview hat Martin Tecza geführt: Am 19.Juli haben wir die Ehre die Bloodsucking Zombies From Outer Space hier in Mainz begrüßen zu dürfen. Support-Act sind die supereuphorischen Bad Luck Gamblers aus Sao Paolo, Brasilien. Und da der Kontakt mit Joe Marshall, dem Gitarristen und Sänger der Gamblers supergut war und das Kerlchen mir sofort sympathisch war, haben wir kurzerhand ein Interview gemacht.

RockaholicConnection: Ich habe gelesen, dass eure Band seit 2004 existiert. Ihr habt diese Entscheidung auf einem Konzert von Pennywise und Bad Religion getroffen. Wo war das Konzert, warum entscheidet man sich auf einem Punk-Konzert eine Psychobilly-Band zu machen? Erzählt uns mal die Gescichte dahinter. Warum entscheidet man sich generell in Brasilien eine Psychobilly-Band zu machen?
Joe: Das Konzert war in Sao Paolo/Brasilien und wir entschieden uns eine Band zu gründen wegen dem Umfeld und der Energie, die von den Punkrockern ausging, die mit den Bands mitsangen an diesem Abend. Wir wollten unsere verschiedenen Einflüsse (Psychobilly/Rockabilly/Country) zusammenmixen und was Einzigartiges machen. Und die Idee eine Psychobilly-Band zu machen hatten nicht allzuviele. Dieser Musikstil existierte damals gar nicht in Brasilien.

Immer schön, Yoks vertraute Stimme zu hören. Obwohl oder gerade weil ich geschätzte 95% aller Kleinkunst/Liedermacher-Geschichten mit meiner eher klassischen 90er-Deutschpunksozialisation zwischen Rawside und Lokalmatadore zum Kotzen finde. Eigentlich gibts neben Yok nur noch Funny van Dannen, der mich auf diesem Gebiet mitreißt. OK, seit Neuestem auch Rainald Grebe. Aber auch für die alten Sachen aus den 90ern, die noch unter Quetschenpaua liefen, fehlt mir irgendwie teilweise bis der Zugang. Richtig schätzen und lieben gelernt habe ich ihn mit seinen, nennen wir es mal, Comeback-Album "Drum & Quetsch" von 2002.

Seitdem freue ich mich auf jede Veröffentlichung, ob sie nun eine Solo-Geschichte ist oder eine Kooperation mit anderen Musikern und Künstlern. Aber auch live macht es immer wieder Spaß. Wer befürchtet, einen gediegenen Liederabend mit altlinkem Lehrerpublikum und Weizenbiergläsern bei Yoks Auftritten ausgesetzt zu sein, kann beruhigt sein: In puncto Energie und Aussagekraft steht er vielen jungen Punkbands in nichts nach.

Nun hat er mit „option weg“ eine neue Band gestartet, die gerade ihr erstes Album namens "Wenn der Rücksitz brennt" vorgelegt hat. Anlass genug, telefonisch ein paar Fragen zur Band, zum Album und zu Sachen, die ich gerade in der Zeitung gelesen habe, zu stellen:

Das Trash Fest ist zwar abgesagt, doch kündigen sich grade ne Menge Party-Alternativen mit den gleichen Protagonisten für das Wochenende zwischen dem 18. und 20. Juni an.

18. Juni:
lights out, modern pets, sniffing glue im Druckluft Cafe Oberhausen!
18. Juni: dean dirg im KAW Leverkusen
18. Juni: minus apes und a bit of braindead in der Rottenbar in Rotenburg

19. Juni: the now-denial, dean dirg, sniffing glue, lights out, modern pets, beyond pink und vielleicht ramming speed im JUZ Mannheim

20. Juni: Skate Jam im AZ Mülheim. Ab 18uhr: the now-denail, ramming speed, union of sleep

Aus aktuellem Anlass ein kleines Interview mit 3 der Bands. Sniffing Glue, Lights Out und Modern Pets. Wer sich die Interviewfragen ausgedacht hat, bleibt ein Geheimnis..!

PB: Der Countdown läuft noch wenige Tage, dann werdet ihr endlich mal wieder im Pott spielen!
Wie bereitest du/ihr dich auf den großen Tag vor?


Lights Out/ Modern Pets: HALT DIE SCHNAUTZE, DU ARSCHLOCH!
Sniffing Glue: Wir bereiten uns gar nicht! Wir sind nur angenervt, dass wir schon wieder im Pott spielen müssen! Ätzt! Wir würden gern mal wieder in "TRUST-Jan-Nähe“ spielen, denn den vermissen wir.

bootRoddy Moreno hat SHARP von New York aus den USA nach Europa importiert. Die frühen Sachen von Bands wie den BLAGGERS (Nebenbei bemerkt gehört die „On yer toez“  besagter Band eindeutig in meine persönliche Top20 der besten Oi! Alben aller Zeiten) und OI POLLOI auf seinem Label OI! RECORDS veröffentlicht. Seine Band THE OPPRESSED haben sich nie von Nazis vorschreiben lassen wo sie zu spielen haben. Auf Drohungen von COMBAT 18 Spinnern hat die Band noch nie was gegeben. Eine Band die immer sicher wusste wo sie stand. Deshalb ist es auch nicht schlecht, dass die Jungs wieder unterwegs sind und auf dem BACK TO FUTURE Festival (16.-17. Juli) spielen. Sicher der richtige Zeitpunkt um Sänger Roddy einige Fragen zu stellen....

PeterHier ein Interview, welches schon zuvor in der BOMBE zu lesen war.  
Der gute Peter hat übrigens bei seinem Umzug noch einige Kontingente von Platten aufgetan, welche er eigentlich schon fast ausverkauft wähnte. NO DENIAL nicht zu verwechseln mit NOW DENIAL und ihrem eher an TRAGEDY erinnernden Sound bieten beispielsweise guten Hardcoresound, der musikalisch irgendwo zwischen Oldschool-Youthcrew und New York anzusiedeln ist. Auch  die „Break free“ LP von ONE VOICE kann was. Musikalisch das totale Brett in Sachen Youth Crew Hardcore. Wenn YOUTH OF TODAY und CHAIN OF STRENGTH heute spielen würden (frisch und jung möchte ich hinzufügen und im Fall von YOUTH OF TODAY dazu noch mit musikalischem Talent gesegnet), würden sie wahrscheinlich exakt so klingen. Der Mann am Mikro weiß auch was er tut. Stimmlich irgendwo zwischen Ray Capo und CIV von den Gorillakecksen, allerdings in angepisst und eher sauer und nicht so nölig wie der debile Krishnapansenhonsen. Auch die CRUCIAL RESPONSE Veröffentlichungen von MAINSTRIKE, EYEBALL (Hören sich an

„Another Stein on the Bullenschwein“

Alex Schwers über seine Festivals „Punk im Pott“, „Ruhrpott Rodeo“ und seine Tätigkeit als Feuerwehrmann für Punkbands (Interview aus PLASTIC BOMB #69, Nov. 2009)

Punkmenschen aus dem Ruhrpott kommen mit diesen beiden Festivals fast zwangsläufig in Kontakt. Und auch der Rest der Republik lässt sich hier gerne sehen. Das „Ruhrpott Rodeo“ im Mai eines jeden Jahres lässt den gemeinen Punkrocker gerne im Tausenderpack unter freiem Himmel Bier trinken und der Musik fröhnen. Ein gutes halbes Jahr später kocht der „Punk im Pott“. Zuletzt auch mal in Berlin statt im Ruhrgebiet, was für einigen Diskussionsstoff sorgte und auch hier auf den Tisch kommt. Hinter beiden Festivals steckt ein und dieselbe Person: Alex Schwers. Im folgenden Interview erfahrt ihr nicht nur etwas über die Hintergründe, Highlights und Schwierigkeiten der Festivals, sondern auch über Alex selbst. Ohne zu übertreiben oder übermäßig auf die Kacke zu hauen, stelle ich fest, dass Alex wirklich einer der nettesten und sympathischsten Zeitgenossen ist, die ich in den letzten Jahren kennen gelernt habe. Das Herz liegt auf der Zunge. Unverkennbar ist er ein Kind des Ruhrpotts. Neben seinen beiden Babys, den Festivals, spielt und spielte er noch in unzähligen Bands wie EISENPIMMEL, HASS, MIMMIS, KNOCHENFABRIK, RASTA KNAST, CHEFDENKER und neuerdings sogar bei SLIME ! Und er war mit Gunther Gabriel unterwegs. All das und noch viel mehr lest ist ab genau... JETZT:

Hallo Kochgruppe Krisenherd ! Ich kenne euch als ein gut gelaunter, immer relaxter haufen Leute die bei politischen Veranstaltungen locker eine große Meute satt bekommen. Ne Menge Leute kennen euch sicher noch nicht. Also, wer oder was ist der "Krisenherd" ?
 Wir, die Kochgruppe "Krisenherd" haben uns zusammengeschlossen, um linke politische und kulturelle Veranstaltungen mit emanzipatorischen Charakter zu unterstützen und veganes Essen schmackhaft unter die Leute zu bringen...Wir sind ein Kern von ca. 6-8 Leuten und erweitern uns stetig. Meist kochen wir auf Camps, Demos oder auch Festivals und kooperieren auch gern mit anderen Gruppen, in sofern wir alle damit einverstanden sind...  

Welche Idee steckt für euch hinter einem Kochkollektiv ? Wir versuchen halt Dinge gemeinsam auf die Beine zu stellen. Versuchen Entscheidungen gemeinsam zu treffen und möglichst alle Mitglieder/innen in den Gruppenprozess einzubeziehen. So möchten wir auch untereinander möglichst viel Rücksicht nehmen und eine gewisse Flexibilität innerhalb der Gruppe erreichen. Wir haben gemeinsame Ziele und die sollen durch unser kollektives Handeln angestrebt werden.

Junge Junge... (ist das ein lustiges Wortspiel?!) EA 80 lösen sich natürlich NICHT auf, aber Martin scheint nicht ausgelastet zu sein und überrascht die Welt mit einem neuen, wohl klingenden Musikprojekt. Alles selbst eingespielt und selbst gestaltet - ohne selbsterzeugtes Aufsehen.

Hier ein paar Fragen und Antworten zu und mit Killerlady:

Hast du dich bei deinem Projekt von Nouvelle Vague inspirieren lassen?           So wie Atari teenage riot von Scooter? Nein, Novelle vague ist NEW Wave und die KILLERLADY ist PUNK (wie sonst sollte sie sich dieses "Bomben"- Interview erklären?) und aus der Geschichte ist klar was vor was kam.

Ich dachte, von dir kommen jetzt nur noch Geräuschwände und Krach...?
Ach, das vom bösen KILLER Bruder!? Nun, die Wohnung ist groß und was aus den unterschiedlichen (Musik)zimmern dröhnt, ist sehr verschieden und macht oft erst in der Flurmischung Sinn. Nur da steht noch kein Aufnahmegerät.

Hattest du keine Lust, dich mit anderen Musikern abzusprechen, oder warum hast du alles selbst eingespielt?
Die Lösung liegt schon im Wort "Musiker".
KILLERLADY spielt so eine Art "Anti-Musiker Musik" (oder Punk) an Instrumenten, die sie nicht wirklich beherscht, was eine Reproduktion (oder Vermittlung an andere Mit"musiker") so gut wie unmöglich macht.
Es zählt der Zufall, der Moment der spontanen Aufnahme, mit dem was gerade rumliegt und eingestellt ist und nach Ausschalten des Stromes für immer verloren scheint. Schade drum, egal!, Platte machen und wundern das immer wieder richtige Lieder dabei rauskommen.

Was ist denn Beau Travail für ein Label? Ich nehme an du selbst steckst dahinter...

Dies ist das Interview mit den Grafenwalder Dosenbrüdern aus der vorletzen Plastic-Bomb.  Da die Band nach ihren Songs auf der CD-Beilage und dem besagten Interview so viel Zuspruch bekam, möchten wir allen, die das Kreuzverhör in der Skinhead-Jubiläums-Ausgabe #69 verpasst haben, nochmal die Chance geben. Danke an unsere Gastreporterin Enrica Electra!

Enrica: Als ik die Grafenwalder Dosenbrüder zum ersten mal gesehen hab, hab ik ja schon mal gedacht, mich haut?s ausn Boots.
In unserer Kleinstadt passiert ja selten wat, noch seltener passiert n vernünftiges OIKonzert.
Aber wat die Jungs da neulich beimGeburtstag vom Ronny abgeliefert ham, war ja ma allererste Skinheadpflicht!
Ik dachte mia, hia, die müssn mal n bisschn bekannter werdn, weil die ja echt gutt sin...
Und weil och echt viele Punx aufm Konzert warn dachte ik mia, ik schlach die ma hia für die
Bombe vor und fürn Intaviu und füa die CDBeilage...Weil die Mukke geht ja schon ab, aba
dit hört ia ja selbst. Hat auch echt ne Weile gedauat, bis die Jungs ma Zeit hatten füa nen Intaviu Termim...aba dann hamse mich doch aufn Bier in ihrn Proberaum eingeladen! Schon ma DANKE Jungs!! A-so, wenn ihr ein persönliches Jespräch sucht findet ia uns alle in dea Commjunity! Unity!!!!

Hallo Grafenwalder Dosenbrüder, stellt euch doch mal kurz vor! Wer ist wer und wer macht was ?
Der Wirt:
Oi! Ich bin der Wirt, ich verprügel die Felle – Ein Mann für alle Felle, wa?
WorkingKlaus: Ich bin ein einfacher Arbeiter, der seine Stimme erhebt.
Broiler (leckt sich die Finger): Ich spiel an liebsten an mir selber,höhö. Nee, Lachs beiseite,
ich spiel Bass und ess’ Hähnchen.
Voll-Ker (rülpst): Ich mach Gitarre.
Schlagfaust-Stahlhammer: Es muss immer einen Mutigen geben, der die Wahrheit ausspricht. Daher habe ich mich entschieden, als
Sänger diese Band ins Leben zu rufen. Wir besingen alles, was uns Skinheads beschäftigt.
Den ganzen normalen Wahnsinn also. Wir gehen unseren Weg.

Wo habt ihr euch denn kennen gelernt? Oder seid ihr ne Castingband?

Im Laufe der Jahre hat sich der Sound von DEADLINE stark verändert. Stand die Anfangsphase mit ihren beiden ersten LPs auf Social Bomb / Plastic Bomb Records noch verstärkt im Zeichen des rüden und ruppigen Oi!-Punks, so wendete sich die Band in den Folgejahren Stück für Stück einer melodischeren, poppigeren Spielart zu. Was von Anfang bis heute gleich blieb, ist die ausdrucksstarke, die gleichermaßen schöne wie auch kräftige Stimme von Sängerin Liz, über die DEADLINE oft definiert wurden. Diese Stimme hatte definitiv großen Anteil daran, dass DEADLINE aus der Fülle der Bands herausstachen und internationale Bekanntheit erlangten.

Mit „bring the house down“ veröffentlichte die in England ansässige Band jetzt ist 5.Album. Wieder auf PEOPLE LIKE YOU RECORDS aus Dortmund. Nachdem das 4.Album meiner Meinung nach etwas sehr verspielt und mit Effekten überfrachtet war, ist die Band nun zu einfacheren Strukturen zurück gekehrt. Neben der wie immer herausragenden Stimme regiert hier eine Melodienverliebtheit, die teilweise klingt das wie BLONDIE auf Punk. Aber es sind auch schnellere Songs drauf. Man kann auf jeder Platte eine Entwicklung feststellen. DEADLINE verharren nicht in deinem starren Gerüst. Ob diese Entwicklung positiv oder negativer Art ist, das entscheidet jeder für sich selbst.
Wir stellten dem Gitarristen und Gründungsmitglied Hervé einige Fragen zur neuen Platte und zur Entwicklung der Band.

In wenigen Tagen geht es los, am 5. und 6. März findet in der Fleischmarkthalle Karlsruhe das Freak´n´Art Festival statt! Alle wichtigen Infos findet ihr gebündelt unter www.freaknart.de

Als Vorgeschmack gibt es hier ein Interview mit Veranstalter Holm! Vielen Dank dafür.

Was kann man sich denn unter dem Freak n Art Festival vorstellen, wo ist der Unterschied zu anderen Festivals?
Der Normalfall ist natürlich das Festival mit ner Latte anständiger Bands. Die und ein frisch Gezapftes gibt es bei uns selbstverständlich auch. Doch Punkrock ist für uns mehr als „nur“ Musik und so stand schnell die Frage im Raum, wie wir vieles von dem was nicht Musik ist, im Rahmen einer Veranstaltung präsentieren könnten. Die Leute toben sich nicht nur am Schlagzeug aus, der eine fabriziert fantastische Konzertposter, der andere produziert sich sogar in Romanform oder bastelt am heimischen Rechner Videos zusammen. Die Ausdrucksformen sind so vielfältig wie der Iro des gemeinen Punkers  ;-) . Also laden wir auch dieses Jahr ne handvoll Leute ein, die uns ein interessantes und abwechslungsreiches Wochenende versprechen.

Ist das denn gleichzeitig ein anderer, höherer Anspruch an den Geschmack der Leute? An wen richtet sich die Werbung, wer ist die Zielgruppe? Werden viele Künstler mit Hornbrillen und Seidenschals da sein?

Jetzt mal was gannnnz anderes...

Es gibt ja immer mal so Bands, mit denen man immer wieder konfrontiert wird und über die man sich trotzdem nie wirklich ne Meinung gebildet hat. Oder die man mit 15 mal lustig fand und sich dachte..."na ja, wie lang wird das wohl dauern, bis der Witz zu Ende gelacht ist...?"

Und irgendwann fragt man sich vielleicht berechtigt, warum sich diese Band so viele Jahre in den Medien gehalten hat. Und wenn man dann anfängt, ein wenig danach zu suchen,und einem auffällt, dass die Band garkein Nieschendasein fristet, sondern massenhaft Fanclubs hat, Fanforen, Fankultur... war ich plötzlich neugierig.

Ich hab den Jungs um Weihnachten rum ein paar Interviewfragen geschickt, die sie auch ohne großes Brimborium beantwortet haben. Das Ganze ist zwar nichts tiefgreifendes geworden, aber ich fands auf alle Fälle cool, dass sie sich gemeldet haben und uns einen kleine Einblick ins mächtige JBO-Imperium gewähren!!

Take Shit aus dem Schwabenland haben ihr Label Nix.Gut aus aktuellem Anlass verlassen.

Grund für mich, ein paar Interviewfragen rüber zu schicken, die mir innerhalb kurzer Zeit von Mirko, Taube, Swen und Alex beantwortet wurden. Ihr erfahrt näheres zu ihrer Entscheidung und zu ihrer Meinung zur aktuellen Grauzonendiskussion.

Danke dafür!!

Im Anschluss an das Interivew gibt es auch noch das offizielle Statement der Band zu lesen, auf das sich natürlich auch die ein oder andere Interviewfrage bezieht.


Ihr verlasst NixGut, weil ihr nicht mit den gleichen Leuten Geschäfte machen wollt wie Frei.Wild und Krawallbrüder. Was denkt ihr denn, in wie fern kommt denn ein Mailorder/Label in Zeiten der wirtschaftlichen Schieflage noch aus, wenn er sich 100% PC korrekt verhalten möchte?

Alex: da gibt es doch meiner Meinung nach gar keine Frage. Ich bin seit über 10 Jahren auch selbständig;  zwar in einer ganz anderen Branche aber ich würde trotzdem mit irgendwelchen Affen keine Geschäfte machen. Irgendeine Option findet man immer. Das ist zumindest meine Meinung.

Okay! Sie sind nicht Trend! Aber ihren Platz in meinem Herzen nehmen sie ein. Also Ehre wem Ehre gebürt: Exkrement Beton stehen für Ostpunk vom feinsten. 'Stumpf ist Trumpf' ist hier eindeutig als Lob zu verstehen, denn die Brandenburger Prolls finden zwischen Legenden wie Schleimkeim, Kommando Vollsaufen, WTZ und Smegma ihren Platz im Punkrock. Grund genug die medienscheue Band aus dem Dunkel ans Tageslicht zu holen und ein paar erhellende Einsichten der riesigen Plastic Bomb Gemeinde zu präsentieren. Schließlich findet man bisher keine Interviews mit dieser großartigen Band im www.

 

Taugenix_SchriftzugRil Rec berichtete bereits daß das Taugenix eingestellt wurde (link). Anlass dafür war, wie zu vermuten war, die Zusammenarbeit zwischen Frei.Wild und Nix Gut. Da kam die Redaktion um Steff nicht mit dem Herausgeber überein. Logische Konsequenz das Aus nach 3 Jahren. Vom Zeitpunkt her war man beim Taugenix gerade an dem Punkt angelangt, dass man als Deutschpunkfanzine ernst genommen wurde. Zum Taugenix-Ende führte ich dann dieses Interview mit Steff, dem Chefkoordinator des Taugenix Fanzines.

Anlässlich ihres anstehenden Konzerts in Köln, ihres neuen Albums und der Wiederveröffetlichung der "Some things never Change" Platte von 1992 in Japan, hier ein paar Worte von Holger und Steffen!

Wie lange gibts euch denn jetzt schon und könnt ihr euch erinnern, wie viele Besetzungswechsel ihr in der Zeit hattet?
Holger: Wir feiern dieses Jahr unser 20-jähriges Bandjubiläum, sind also gerade keine Teenager mehr. Zu Beginn des Jubiläumsjahres rocken wir in Köln in der Werkstatt am 16.01. – und danach überlegen wir uns, was man Besonderes machen könnte. Besetzungswechsel waren es 7 an der Zahl, davon aber alleine 5 Bassisten bzw. –innen, wie man seit Kati sagen kann.

Was haltet ihr von dem Reunion-Wahn in letzter Zeit? Wär es nicht medienwirksam, sich zu trennen und in ein paar Monaten wieder zusammen zu schließen?
Holger: Nun ja, den gab es in jedem Jahrzehnt aufs neue, meist amerikanische Bands, denen das Geld ausgegangen war, oder die Pistols natürlich, gleicher Grund, kein einziger neuer Song. Ich persönlich beurteile das nach den neuen Liedern, die diese Gruppen in der Lage sind, den Leuten zu bieten. Wenn sie ein gutes neues Album machen, von mir aus alle paar Jahre wie meine Lieblingsband, die Descendents, und was zu sagen haben, ist es mir recht. Ansonsten ist es Nostalgiebefriedigung oder Abzocke, beides brauch ich überhaupt nicht. Wir sind aber auch keine große Band, und der Trick würde kaum ziehen.

Jubiläen muss man feiern wie sie fallen, klare Sache. Im Fall DRITTE WAHL ist es nun ihr 20-jähriges Bandbestehen, welches ausgiebig mit Konzerten, CDs und DVDs zelebriert wird. Aus diesem Grund schickte ich ein paar Fragen durchs Netz an Gunnar, seines Zeichens Sänger und Gitarrist der Rostocker.

Ihr habt 2008 euer 20-jähriges Jubiläum gefeiert – Glückwunsch noch mal ! Im Gegensatz zu vielen anderen älteren Bands habt ihr euch zwischendurch nie aufgelöst. Woher nehmt ihr die Energie die Band immer weiter zu betreiben? Power-Riegel? Täglich frische Vollmilch? Augen zu und durch?

Wir haben nach wie vor sehr viel Spass an der Band. Wenn wir zwei Wochenenden am Stück zu Hause sind werden wir schon unruhig und die Freude ist groß wenn es wieder losgeht. Es ist immer so einwenig Ferienlager mäßig. Zusammen verreisen, feiern, musizieren.
Erschwerend kommt dazu, dass es immer noch gut läuft. Es kommen viele Leute zu den Konzerten und die Stimmung ist eigentlich immer super. Irgendwie gibt es keinen Grund schon ans Aufhören zu denken.

Das RhEINPUNK FESTIVAL steht vor der Tür! Am 16.Januar ist es so weit und Plastic-Bomb prästentiert euch das Ganze. Hier kommt schon mal ein kleines Interview mit Outsiders Joy, einer der Bands die es beim Konzert in der "Werkstatt" in Köln zu sehen gibt!

Meine erste Frage wurde euch sicher schon super oft gestellt: Wie seid ihr auf diesen komischen Bandnamen gekommen?

Findest du den Bandnamen komisch? Naja, Geschmacksache. Wie wir genau darauf
gekommen sind kann ich dir nicht mehr sagen. Ich weiß nur noch, dass Örny,
unser Bassist für den Namen verantwortlich ist. Jedenfalls sollte der
Bandname eine gewissen Aussage haben. Nachdem wir ja als "Die Gebrüder
Schlimm" 1995 angefangen haben und der Name auch ziemlich gut zu unserem
ersten Song "Rafunzel" passte, wollten wir dann doch irgendwie anders
heißen, wir konnten ja nicht nur in unseren Songs Märchen nacherzählen.
Und auf so Bandnamen wie "Kühlschrank voll Bier" oder "Rattenkotze" hatten
wir keinen Bock. Man muss als deutsche Punkrockband ja nicht zwangsläufig
einen deutschen Bandnamen haben. Und da Punkrock irgendwie immer anders ist
und ein bisschen Außenseiter bedeutet, wir daran eine Menge Spaß und
Freude haben, hat Örny eben diese grandiose Idee mit OUTSIDERS JOY gehabt,
auch wenn das grammatikalisch wohl nicht so ganz korrekt ist...

Nachdem ja ne Menge Leute scheinbar Probleme mit dem Pascal-Layout hatten... hier das ganze Interview nochmal online!!

Maaaann, war das eine schwere Geburt. Eigentlich hatten  Pascal und ich uns vor seinem Konzert im Wageni Bochum zum Interview verabredet. Das war ziemlich am Anfang der Tour. Leider hatten wir viiiel zu wenig Zeit und Ruhe, als dass ich nach wirklich persönliche Dinge hätte fragen wollen. Irgendwie war das alles zwar ... super professionell, hatte aber beim besten Willen keinen Tiefgang.
Der zweite Interviewtermin zu dem wir uns vier Wochen später im Plastic-Bomb Büro trafen, gefiel mir um Längen besser. Außerdem war´s ganz interessant dass noch ein paar Eindrücke und Erfahrungen von der langsam zu Ende gehenden Tour dazu kamen.
Nach so einigem hin und her, abtippen, gegenlesen, verbessern und abändern ist nun doch ein sehr eindrucksvolles Interview draus geworden, in dem Pascal ne Menge über sich selbst, seine Musik und seine Lebensgeschichte erzählt.
Mir persönlich gefällt natürlich die Musik, die er mit Public Toys, District und Spittin Vicars gemacht hat um längen besser als das neue Album, aber nachdem ich ihn auf der Tour mit 2nd District, im T5 oder im Wageni live gesehen hatte, war ich auch von seiner Akkstik-Show überzeugt und hab mich seeehr gefreut, im Rahmen eines Interview und dem ein oder anderen Gespräch mal ein wenig mehr über Pascal zu erfahren.

 

Motte ist vermutlich der jüngste Punk, der den deutschen Markt derzeit mit Fanzines beliefert. Die #1 seines Zines "Panx not Dead" kam Mitte 2008 raus, inszwischen hat er die #3 veröffentlicht. Ein guter Anlass, dem Kollegen aus der Nähe von Lübek mal ein paar Fragen zu seiner Person, seinem Heft, seinem Label und Mailorer zu stellen.

Du bist 14 Jahre alt und bezeichnest dich ja selbst als Nachwuchspunk. Hast du das Gefühl von Älteren ernst genommen zu werden? Oder musst du dir oft Gequatsche nach dem Motto: "früher war alles besser" und "Kleiner, mach das mal so-und-so" anhören?
Auf den ersten Blick bin ich für viele ´n kleiner Nachwuchspunke...ein Pseudo. Das sehen nicht nur normale Leute so, sondern auch n paar Punks. Kein Plan wieso, aber ich weiß mich dann schnell zu wehren und meckere die erstmal an, besonders so ne Punks, die denken, sie wissen wie alles richtig ist, die sich für was Besseres halten. Aber ich ernte auch Respekt, wenn welche erfahren, dass ich ein Fanzine mache. Da freuen sich viele, dass der Nachwuchs auch mal was andres macht, als nur Saufen. Ich will jetzt nicht angeben, aber das ist nun mal so...

Wie kamst du denn zum Punk, hast du ältere Geschwister oder Freunde, die dir das nahe gebracht haben? Oder bist du ein moderner Cyberpunk, der alles übers Internet kennen lernt?

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Nächstes Jahr wird das Jahr der Reunions. Okay, irgendwie hat man sich schon dran gewöhnt. Jede scheintote Band krabbelt noch mal aus dem Grab auf die Bühne. Die wenigsten können dabei überzeugen. Wenn überhaupt legen die meisten ein Maximum an Professionalität an den Tag. Ob das dem Charme ihrer jungen Tage gerecht wird, bleibt fraglich. Mit dem guten Archi (Inferno, Terrorgruppe) sprach ich am Rande schon mal über das Thema. Daran erinnerte ich mich in den letzten Tagen. Und Aufhänger für dieses kleine Kurzinterview war dann sicher der Kommentar von unserem Jan zum Thema Muff Potter Auflösung auf dieser Seite. Der mußte einfach zweitverwertet werden. Also gibt es hier mal ein paar klare Ansagen von Archi....

Mit großem Erschrecken habe ich vor einigen Tagen gelesen, dass die Tatort Toilet Konzerte in Aachen und Hannover die Letzten dieser großartigen Band gewesen sein sollen und die Mitglieder sich in alle Winde zertreuen werden.
Für mich persönlich wirklich ein Anlass zur Trauer, weil ich wirklich gern zu den Konzerten der Spaßvögel gegangen bin.
Hier mal ein paar Interviewfragen:

PB:
Warum habt ihr euch denn aufgelöst, habt ihr euch gestritten oder gefällt euch die Mukke vielleicht selbst nicht mehr?


Tatort Toilet:
ne, wir lieben uns noch immer. martin hat halt nicht mehr so bock auf den ganzen kram. fahren, spielen, saufen und so. der rest hat schon noch
bock...

martin: Das fasst das Ganze ganz gut zusammen, dazu kommt aber noch ne gewisse Szenemüdigkeit. Für meinen geschmack gibt's einfach in letzter Zeit viel zu viele Hardcore-Konzerte und Bands die mich langweilen und musikalisch gibt's noch ne Menge andern Kram zu entdecken.

Fangen wir vorne an: In der letzten Ausgabe habe ich, Atakeks, der/die eine oder andere wird sich erinnern, den aktuellen SLIME-Tribut-Sampler verrissen. Danies sorgte, wie zu erwarten war, für einige schwer empörte Reaktionen. Unter anderem meldete sich Thomas, der Drummer von VOLXSTURM, mit einer Rundmail an die Redaktion zu Wort und betonte, dass die Band weder etwas mit Patrioten zu tun habe noch „unpolitisch“ sei. Daraus entwickelte sich in der Folge ein längerer „Briefwechsel“, vor allem zwischen ihm und mir, und schließlich kamen wir überein die Diskussion in ein Interview einfließen zu lassen. Da ich Thomas und seinen Bandkollegen durchaus abnehme, dass sie sich als antifaschistisch und, wie er schrieb,  „eher links“ betrachten, sollten sie Gelegenheit bekommen nun auch ihre Sicht der Dinge in diesem Straßenköterkampfblatt darzulegen. Zugleich wollte ich dieses „eher links“, das mir an VOLXSTURM in der Vergangenheit nie aufgefallen war, aber auch an verschiedenen Punkten abklopfen und konkretisieren. Ich las also zunächst sämtliche Texte, die mir von der Band zugänglich waren, lieh mir schließlich ihre letzten beiden Veröffentlichungen von einem freundlichen Arbeitskollegen und sah mir einige Interviews im Netz an. Die Vorgehensweise eine Band (wie auch z. B. einen Schriftsteller) vor allem anhand ihres Outputs zu beurteilen, ohne dabei ausgedehnte Biographieforschungen zu betreiben, halte ich übrigens für völlig legitim, zumal, sieht man vom engeren Kern einer eingeschworenen Fangemeinde ab, den meisten Menschen die persönlichen Hintergründe in der Regel weitestgehend unbekannt sind. Der „Künstler“ muss sich letztlich an dem messen lassen was er zu Papier und zu Gehör bringt.

Schon mal Punkrock aus Wales gehört? Ach, noch nicht? Du weißt nicht mal wo Wales liegt? Dann wird´s Zeit den Nachhilfeunterricht in Erdkunde anzutreten und sich die CD der STRAWBERRY BLONDES anzuhören. Die wohnen in Newport und sind mit ihrer 2.CD mit dem glorreichen Titel „Fight back“ auf dem deutschen Label WOLVERINE RECORDS gelandet. Zugegeben, die Band kopiert schon verdammt viel von RANCID. Musik, Texte, Artwork und Image sind im Grunde eine Hommage an Tim Armstrong und Co.  Des weiteren zählen ANTI-FLAG, THE UNSEEN, THE POGUES und englische 77er-Punkrockbands sicher zu den Einflüssen. Im November 2009 setzen die STRAWBERRY BLONDES aufs Festland über, um in Deutschland zu touren. Deshalb stelle ich euch die Band an dieser Stelle mal kurz vor, damit ihr wisst, was auf euch zukommt. Meine Interviewfragen beantwortete Sänger Mickie Stabbs. Die Tourdaten findet ihr ganz am Ende.

Aus PLASTIC BOMB #64 / Herbst 2008.

COCK SPARRER gegründet im Jahre 1975 von ein paar Eastendkids, war und ist neben den REJEKTS sicher eine der wichtigsten und prägendsten Bands des Oi!/Streetpunk überhaupt (wobei die meisten Bands nicht annähernd an den Sound der 4 Briten rankommen und sich der Einfluss in der Hauptsache durch unzählige Cover, welche der Band Tribut zollen sollen, bemerkbar macht), wenn nicht sogar das Aushängeschild des gesamten Genres. Das neue Album ist meiner Meinung nach (neben der allseits beliebten„Shocktroops“) mit Abstand das Beste, was die Herren in ihrer bisherigen immerhin über dreißigjährigen Bandgeschichte je zustande gebracht haben. Vor nächstem Jahr ist mit Konzerten hierzulande jedoch nicht zu rechnen (Auch keine Tour sondern nur ein Festivalgig), weswegen das folgende Interview auch per E-Mail entstanden ist (Wird langsam aber sicher zu einer schlechten Angewohnheit von mir). Einige Anmerkungen seien mir diesmal im voraus gestattet: Die Band war alles andere als in Rede- oder besser gesagt Schreiblaune. Einige Antworten sind für meinen Gusto mehr als dürftig ausgefallen. Besonders die Antworten zur Frage wieso die Herren keine eindeutigen Logos gegen Nazis auf ihre Homepage und Plattencover platzieren finde ich alles andere als smart.

Die Münchener Ska-Punker haben mit GLM-Music nun auch ihr Label in der Heimat gefunden. Nach ihren Ausflügen auf Pork Pie und Wolverine Records haben sie nun aber auch ein Label gefunden, daß irgendwie so klingt, als ob es auch gut zur Förderung durch das Goethe-Institut paßt. Das liegt wohl an der Vielsprachigkeit der Band. So sind sie auch auf dem neuen Album u.a. in Deutsch, Englisch, Japanisch und Russisch unterwegs. Dazu tragen sie ihren Molotov Offbeat auch schon seit Jahren hinaus in die Welt. Und das völlig zu Recht. Denn mit der neuen Scheibe machen sie alles richtig. Legen mal Ska-Punkig wie NGURU los, können aber auch elegant.  Dabei gehen die Benuts aber nicht nur lyrisch sondern auch musikalisch durch die Welt. Das ganze immer stilsicher in ihrem ureigenem Euro-Ska-Sound. Grund genug mal den aktuellen Stand der Band mit ein paar mehr oder wenig guten Fragen zu beleuchten.

Coole Scheiße! Die BLUTJUNGS sind zurück! Mit 'Godzilla auf Speed' legen sie ein mehr als würdiges Best Ager-Splatter-Pop-Punkrock-Album ab. Das ganze natürlich in ihrer typischen Weise, die wir schon seit dem 'Kinderteller' lieben. Tolle aberwitzige Texte über Mord&Todschlag, das Altern, das Leben an sich, Tierliebe, Punkrock und Hass. Dabei scheuen sie den Grenzübertritt nicht. Und Texte wie 'Keine, die mich lieb hat' würde von einer kleinen Schlagerchanteuse sicher ein echter Radiohit werden. Die Blutjungs sind die bösen kleinen Brüder der Ärzte oder ihre DIY - Variante. Wird also Zeit, daß sich mal jemand der Blutjungs annimmt, denn 100%ig wird ihnen der Erfolg dann auch zu Kopf steigen. Das hätten sie verdient und ich würde es ihnen gönnen. Schließlich bin ich Fan der zweiten Stunde! Darum nutze ich auch dieses Millionenpublikum, um euch dieses Werk nahezulegen. Und was ist besser geeignet als ein hochgeistiges Interviewmatch mit Sänger Martin zu führen.

Das FORCE ATTACK FESTIVAL, wer kennt es nicht? Es ist das größte Punkfestival Deutschlands, auch wenn es zuletzt ein paar Probleme gab. Das Gelände müsste gewechselt werden. Staat und Bevölkerung machten mobil, um ihre Gartenzwerge vor dem Punkpöbel zu schützen. Die Besucherzahl halbierte sich. Aber Organisator Imre ist nicht faul. Er kämpft. Er zieht um. Er führt Veränderungen und Verbesserungen ein. Er arbeitet an seinem Festival. Und wenn man ehrlich ist, wurde dies auch Zeit. Denn das FORCE ATTACK hatte zunehmend mit dem Ruf zu kämpfen ein Treffpunkt für die hinterletzten Alkoholiker und Dummpunks zu werden. Hinzu kam noch die diskussionswürdige Band KRAWALLBRÜDER auf einem der letzten Festivals, die vielen sauer aufgestoßen ist. Mehr und mehr konnte man den Eindruck gewinnen, dass die netten Punks, die engagierten Punks dem Festival fern blieben, weil sie sich einfach nicht mehr wohl fühlten. Aus meinem Bekanntenkreis sind früher dutzende Leute zum Force Attack gefahren. In diesem Jahr waren es gerade noch zwei Personen ! Das hat seine Gründe. Und es wäre arrogant und fahrlässig über diese hinwegzusehen.
Aber im Moment sieht es so aus als wäre Imre ernsthaft an einem Imagewechsel interessiert. Er ist um Veränderungen bemüht. Mehr Qualität, mehr Komfort, auch wenn es etwas mehr kostet. Weg vom billigen Saufgelage. Weg mit den Dixies. Hin zu etwas gehobenerem Standard. Vor allem die Ladies werden es ihm danken.
Lest selbst was Imre zum diesjährigen Festival, zu Auseinandersetzungen mit Behörden, zum Ärger mit Punks und zum Festival 2010 zu erzählen hat. Seinem Selbstbewusstsein lässt er auch hier freien Lauf. Kleine Brötchen werden woanders gebacken. So ist er halt. Es sind auch sein Charakter und sein Selbstbewusstsein, die das FORCE ATTACK zum größten deutschen Punkfestival gemacht haben
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Kennengerlernt habe ich die Bekloppten Mönche irgendwann so im Sommer 2005. Aber so richtig in ihren Bann gezogen haben mich die 5 Bremer Ska-Punker 2007 bei ihrem Weihnachtskonzert  im Schlachthof in Bremen. Mit welcher Energie und Ausgelassenheit sie die 900 Leute in der Halle zum ausrasten brachten hatte mich schon echt beeindruckt und ehrlich gesagt hätte ich ihnen das vorher nicht zugetraut. Und ebenfalls im Gedächtnis geblieben ist mir, dass sie ihr selbstproduziertes Album kostenlos für alle im Internet zum download anboten und sie trotzdem auch einen richtigen Tonträger in Form einer CD dabei hatten. Knapp zwei Jahre später steht der zweite Longplayer „Flying Circus“ in den Startlöchern. Und auf diesem Album haben die Mönche noch mal eine gewaltige Schippe drauf gepackt. Musikalisch gibt es immer noch lupenreinen Ska-Punk, der allerdings mit jede Menge anderer Einflüsse, wie Reggae, Metal, Country und auch etwas Dancehall gewürzt ist. Grund genug mich mit Sänger Daniel zum Plausch zu verabreden um über ihre neue Platte und ihre Sicht auf die Musikindustrie zu reden. – Svenner -

Ich war diese Jahr beim Back to Future Festival, was ja all diejenigen, die die aktuelle Bombe schon in der Hand hatten, mitbekommen haben.
Leider gab es ja Probleme mit den Besucherzahlen, obwohl das Festival an sich total großartig war und von der Organisation her sicher nicht zu wünschen übrig ließ.
Ich habe Daniel, einem der beiden Veranstalter ein paar Interview-Fragen zukommen lassen um mal ein wenig mehr über die Arbeit hinter den Kulissen eines großartigen DIY-Festivals zu erfahren. Es lohnt sich wirklich zu lesen, da Daniel recht offen erzählt, wo seiner Meinung nach die Stärken und Schwächen des Festivals liegen.....und was für die Zukunft noch in Planung ist. Vor allem die Frage aller Fragen: Wird es nächstes Jahr ein Back to Future geben?

Interview aus PLASTIC BOMB #62:

Wenn man schon etwas länger dabei ist und wie ein Blödmann Platten sammelt, dann hat man irgendwann mal so Einiges im Regal stehen, was einem „wichtig“, „interessant“, „gut“ oder sogar „brillant“ erscheint. Und natürlich würde man keine dieser Kostbarkeiten wieder hergeben, nicht mal wenn man sich wochenlang nur Kartoffeln, Zwiebeln und Leitungswasser leisten kann (man kann ja auch Blutspenden gehen...).

Nichtsdestotrotz gibt es ein paar Platten, die aus dieser Masse an schwarzem Gold noch deutlich herausragen, die einem eben noch mehr ans Herz gewachsen sind als all die anderen. So gings´s mir mit der „Mush“ von LEATHERFACE, mit der ersten KNOCHENFABRIK, der ersten DACKELBLUT und der „London Calling“ von THE CLASH. Und mit der ersten PASCOW. Die „Richard Nixon Disco-Pistole“ hat mich damals einfach weggeblasen. 14, nein eigentlich 15 unfassbar druckvoll und offenbar mit sauviel Spaß rausgerotzte Punk-Rock-Hits, die alles haben was einen an diese Subkultur bindet, Wut und Biss, ne Menge Witz und genau die richtige Dosis Melancholie, um weder Emo noch gefühllos zu sein. Und auch wenn die Texte nicht an jeder Stelle einen besonderen Sinn ergeben (oder er sich mir nicht erschließt), so finden sich hier doch so viele geniale und nie wieder vergessene Zeilen, dass mir Alex´ Selbstkritik (s. Interview) ziemlich weit am Arsch vorbeigeht. „Er schenkt Dir Rosen und geht dann mit Dir aus. Ich schenk Dir einen Drink und trink ihn selber aus!“ Ach ja, genau so... Anyway, sollte ich mich jemals gefragt haben, ob Punkrock überhaupt noch was kann, nach dieser Platte waren alle Zweifel beseitigt. Ich hab sie rauf und runter gehört. Bei der Arbeit, beim Trinken und Schreiben, bei Revolution und Liebeskummer.

Barroomheros
Also, hier nochmals das Interview mit den BARROOM HEROES. Da wir den Abdruck desselbigen in der nächsten Printausgabe (zusammen mit den dollsten Kommentaren von der Myspaceseite der Band und auch eure schlausten bzw. unschlausten mentalen Ergüssen von unserem Pixelfriedhof hier) ins Auge fassen, wären ein paar zusätzliche Kommentare knorke und erwünscht...
Die Entscheidung der Band BARROOM HEROES ein gemeinsames (nachträglich zusammengelegtes) Benefizkonzert mit den SCHUSTERJUNGS und 51GRAD abzusagen, hat ja im Internet bereits für einiges an Wirbel gesorgt. Im Myspace-Forum (http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=82106628&blogId=499328601 unter dem Link finet ihr auch die Absage selber) der Jungs ging es zu diesem Thema jedenfalls schon reichlich heiß her. Ich persönlich denke, dass solche Entscheidungen erst mal und ganz allein im Ermessen der beteiligten Bands liegen. Ob gerechtfertigt oder nicht ist eine ganz andere Frage.

Für den 5. September 2009 mobilisieren die Dortmunder Neonazis
europaweit zum so genannten „nationalen Antikriegstag“. In den
vergangenen Jahren 4 Jahren hat sich die Zahl der an dem Aufmarsch
teilnehmenden Neonazis von ca 200 auf über  1000 mehr als verfünffacht.
Die Naziszene feiert neben der eigenen Mobilisierungsstärke vor allem
die geringe  Gegenaktivität während des Antikriegstages 2008 als Sieg.
Vor allem in der aktionsorientierten Szene der sog. "Autonomen
Nationalisten" ist dieser Aufmarsch ein festes Event.
Um dem auch für 2009 geplanten Demonstration wirksam etwas entgegen
zusetzen hat sich u.a. das Bündnis "S5" zusammengeschlossen.
Auf der Internetseite des S5 Bündnisses [ http://s5.noblogs.org/ ] findet ihr einen ca. 23 minütigen Audio Vortrag unter dem Titel „Dortmund in a nutshell“, der sich mit der Geschichte und Entwicklung  der Dortmunder Neonaziszene, der aktuelle Situation vor Ort und ganz Konkret mit dem „Nationalen Antikriegstag“ und den geplanten Gegenaktivitäten auseinandersetzt.

Zepp Oberpichler hat ein Soloalbum veröffentlicht. Das ist nicht weiter verwunderlich, liegt die letzte Scheibe seiner Hauptband Jimmy Keith & his Shocky Horrors schon gut vier oder fünf Jahre zurück. Was Zepp da allerdings gebastelt hat lässt die alten Weggefährten doch verwundert aufhorchen. Ein ruhiges, komplett unrockiges Album hat man von dem Kerl, der immerhin seit fast 20 Jahren auch noch Freund und Begleiter von Jeff Dahl ist nicht erwartet. Ein Country- oder Rock`n`Roll- oder Pub-Rock-Scheibchen, damit war zu rechnen. Aber ein deutschsprachiges Album, das eher in der Tradition der Liedermacher steht, bestenfalls im Stile der ruhigeren Udo Lindenberg Sachen, wer kommt schon auf so etwas. Und so ist „Januar“ auch eine Platte, wie der Song „Junimond“ von Rio Reiser. Irgendwie. Grund genug also sich mit Mister Flitzefinger zu unterhalten. Und wer es nicht glaubt, sollte sich den letzten Song auf der Plastic Bomb CD Beilage #68 unbedingt anhören.