chrisDas Kosmonaut-Festival nahe Chemnitz wird 2016 vier Jahre alt und kommt in den Kindergarten. Ursprünglich von der lokalen Band Kraftklub ins Leben gerufen, hat sich das Kosmonaut zu einem Großen unter den kleinen Festival entwickelt. Obwohl bekanntere Namen von Pop über Rap bis zu Punk auf dem Flyer stehen, ist man mit ca. 15 000 Besucherinnen und Besuchern noch recht familiär. Familiär ist das Kosmonaut Festival auch aufgrund der häufig persönlichen Verbindung der Festivalorganisatoren zu vielen auftretenden Künstlern.

Dieses Jahr geben sich am 24. und 25. Juni in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt unter anderem Casper, Alligatoah, Prinz Pi, Feine Sahne Fischfilet, Olli Schulz, Turbostaat, Die Nerven, Schnipo Schranke und viele weitere sich die Klampfe in die Hand geben. Wir haben Projektleiter Chris Möller vom Kosmonaut mal ein paar Fragen per Mail gestellt.

Nächste Woche steht das Kosmonaut-Festival in Chemnitz an. Das Festival gibt es erst seit 2013. Fühlst du dich noch als Anfänger oder schon als Profi?

Die Aufregung ist wie beim ersten Mal. Wir planen & entwickeln das ganze Jahr schon an dem Festival und haben in den letzten Wochen vorm Kosmonaut dann schon oft Ideen für das darauf folgende Jahr, da wir manche Sachen nicht mehr umsetzen können oder es komplett den Budgetrahmen sprengt. Viele Dinge in der Produktion haben sich jetzt in den letzten 4 Jahren schon gut eingegrooved, aber der spannendste Teil, weiteres Rahmenprogramm zu schaffen und mit unserer Deko-Bau-Krew an neuen Elementen zu tüffteln ist immer wieder eine Herausforderung.

Der Festivalmarkt ist in den letzten 10 Jahren wahnsinnig dicht geworden. Wodurch hebt sich das Kosmonaut-Festival hervor?

Genau durch diese Dynamik, die wir neben dem Verkaufsargument "Line Up" schaffen, die man auf einem Musikfestival nicht sofort erwartet. Bauzäune hübsch zu verkleiden gehört seit ein paar Jahren zum guten Ton, aber sich in den Festivalbesucher reinzuversetzen, was man an einem Wochenende am Stausee in Chemnitz alles erleben kann, das ist der wichtigste Punkt. Wer guckt sich nicht gerne ausgelesene Bands an, um danach eine Runde Minigolf zu spielen, beim Herzblatt Studio seine große Liebe zu finden oder in der Flunkyball Arena einen Pokal zu gewinnen?

Im Line Up tauchen regelmäßig bekannte Gesichter auf, die in den Vorjahren dabei waren. Warum ist das so und nach welchen Kriterien wählt ihr die Acts aus?

Dieses Jahr war es ehrlich gesagt etwas unfreiwillig, denn wir hatten leider das Pech, dass drei andere große Festivals genau auf unser Datum gezogen sind und wir damit recht eingeschränkt waren, ein Programm zu buchen. Da wir A nur an 2 Tagen stattfinden und B nicht so viel Geld zahlen können, wie Festivals mit 70.000 Besuchern und satten Ticketpreisen. Trotzdem haben wir, und dazu gehört natürlich auch Kraftklub, zu vielen nationalen Künstlern einen guten Bezug und alle die schon einmal bei uns waren, kommen immer gerne wieder. Uns ist außerdem wichtig, dass wir den Kosmos rund um unseren Freundeskreis abbilden, bei uns spielen Bands mit denen wir alle in den letzten Jahren über die Festivalsaisons Freundschaften aufbauen konnten, egal ob zum Künstler selbst, Tourmanager oder Tontechniker. Man verbingt echt viel Zeit im Sommer auf Festivals, dann ist es echt schön, diese Menschen auch mal zu sich ins Wohnzimmer einzuladen...

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Gibt es jemanden, den oder die ihr immer haben wolltest aber (bisher) nie bekommen habt?

Ja die Liste ist lang. Das Festivalbooking ist nicht einfacher geworden, besonders in unserer Region gibt es viele mittelgroße Festivals, wo man hart um Exklusivitäten kämpfen muss. Und wir wissen alle, manchmal gewinnt man, meistens verliert man. Daher gibt es selbst aus unserem Umfeld Künstler, wo es bisher nicht geklappt hat.

Auf welchen Act freust du dich persönlich 2016 am meisten und warum?

Ich persönlich freue mich sehr über DIE NERVEN und DRANGSAL. Die beiden neuen Platten höre ich auch gern und oft privat, ausserdem gibt es dem Kosmonaut eine schöne Farbe. Ansonsten freue ich mich natürlich auf die ganze CASPER Familie, weil wir alle die schönsten Festivalmomente mit ihnen erlebt haben. FEINE SAHNE werden dieses Jahr in einem besonderen Umfang auftreten, darauf bin ich tatsächlich auch sehr gespannt.

Beim Rock am Ring Festival ist der Blitz eingeschlagen. Neben der menschlichen Tragödie für die Veranstalter auch eine finanzielle. Wie hoch ist gerade die Nervösität, dass etwas schief geht und welche Vorsichtsmaßnahmen könnt ihr treffen?

In der OpenAir-Branche ist man immer wieder auf alles gefasst, es ist nicht in Worte zu fassen, wenn es dann wirklich in so einem Ausmaß passiert, aber darauf gefasst sein muss man leider damit, zumindest auf dem Papier aka Sicherheitskonzept. Wir können da aber etwas aufatmen, denn unser Gelände ist recht überschaubar, trotz 15.000 Besuchern und es sind relativ kurze Wege, so dass wir in Notsituation gut auf Eventualitäten reagieren können, um alle Maßnahmen schnell an unsere Besucher zu kommunizieren. Trotzdem betet man dann im Vorfeld doch zum Wettergott, dass man bitte dieses Jahr verschont wird.

Letzte Frage. Wir haben ja nicht so wahnsinnig viel Reichweite und sind fast unter uns sind: Sag doch mal, wer der geheime Headliner ist! (Ich hoffe mal es sind die Lokalmatadore aus Mülheim an der Ruhr, denn die habe ich dieses Jahr leider noch nicht sehen können)

Dann lieber Eisenpimmel! Vielleicht auch die Kassierer. Oder doch Take That. Ich kann mir recht schlecht Namen merken, sorry.

Philipp

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