carburetorsNach kleiner Pause gibt es hier nun wieder eines der berühmt berüchtigten 8-Fragen Mini-Interviews. Erwischt hat es diesmal die CARBURATORS, welche ihrerseits eigentlich weniger mit Punk und Artverwandtem zu tun haben, sondern eher dem Rock'n'Roll und Metal fröhnen. Hard Rock aus Oslo der eher professionellen Art, trifft auf betont unseriösen Fanzine-Journalismus, der konsequent dilettantischen Art. Ob das Ganze lesenswert geworden ist, sei mal dahingestellt, die aktuelle Platte „Laughing At Death“ rockt aber auf jeden Fall schweinegeil...

PB: Billy Corgan von den SMASHING PUMPKINS hat einst verlauten lassen:“Ich hab eine Nachricht für alle Metal Bands, die Welt ist total über diese Rock-Sache hinweg. Rock ist heutzutage toter als jemals zuvor.“ Was wäre denn eure Antwort auf dieses Statement?

CARBURATORS: Billy wer? Er klingt jedenfalls genau wie die Art von Typ, der es verdienen würde seinen Kürbis eingeschlagen zu bekommen („ He sounds like a guy who deserves to get his pumpkins smashed“) Nebenbei bemerkt, unseres Wissens sind die SMASHING PUMPKINS und Grunge an sich wirklich schon sehr lange her und höchstwahrscheinlich auch für immer tot. Rock'n'Roll ist dafür auf der anderen Seite immer noch sehr vital und auch lebendig und tritt dazu auch noch immer massig Ärsche.

PB: Ihr Jungs scheint ja hauptsächlich von Hard Rock, Heavy Metal und Rock'n'Roll beeinflusst, unser Fanzine beschäftigt sich in der Hauptsache eigentlich doch eher mit Punk und Hardcore in all seinen Facetten. Wenn ihr einen Punk zum Metalhead konvertieren müsstet, welche Platten würdet ihr denn grundsätzlich als hilfreich beim Predigen des bösen Rock'n'Roll Evangeliums erachten?

CARBURATORS: Eigentlich konvertieren wir schon ständig alle möglichen Menschen und zwar wenn wir unseren eigenen Rock'n'Rolls-Gospel predigen. Die besten Alben um darauf hoffnungslos hängen zu bleiben, sind jedoch unserer Meinung nach und das ziemlich eindeutig: MOTÖRHEAD - „No Remorse“, AC/DC - „Let There Be Rock“, ROSE TATTOO - „Assault and Battery, und das „British Steel“Album von JUDAS PRIEST. Alles Zeug, welches die wirklich grundliegenden Rock'n'Roll-Bedürfnisse befriedigt. Wenn es dich zum ersten mal trifft, bleibst du garantiert drauf hängen und dann ist auch definitiv keine Umkehr mehr möglich.

PB: Eurer Name suggeriert ja schon eine gewissen Vorliebe für fahrbare Untersätzen der motorisierten Art. Habt ihr auch irgendwelche gelernten Automechaniker in der Band, oder wissen die Herren Musiker zumindest wie man einen Reifen wechselt?

CARBURATORS: Wir sind alle echt große Fans von amerikanischen V8-Muscle-Cars. Wir fahren rennen mit den Karren, wenn sie kaputt sind, wissen wir selbstverständlich auch wie man sie repariert.

PB: Wenn man dem Tod ins Gesicht lacht (Anmerkung: wenig subtile Anspielung auf den Titel des aktuellen Albums der CARBURATORS mit Namen „Laughing In The Face Of Death“), ist es da nicht höchstwahrscheinlich, dass der Tod das letzte Lachen hat, oder habt ihr Jungs bloß keine Angst vorm Sensenmann, weil ihr einen Pakt mit dem Teufel geschlossen habt, oder wie ist eure Kollaboration mit Shagrath von Dimmu Borgir zu verstehen?

CARBURATORS: Die Band hat dem Tod echt schon das ein oder andere mal ins Auge geblickt, aber wir haben es jedes mal mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht überlebt, deshalb kam uns der Titel ziemlich natürlich, fast schon wie von selbst. Unser eigentliches Hauptziel ist selbstverständlich nichts geringeres als die Weltherrschaft.

PB: DIMMU BORGIR sind hierzulande nach wie vor recht umstritten, hauptsächlich aufgrund einiger sehr früher Interviews, welche Shaggrath vor ca. 20 Jahren gegeben hat (zum Beispiel: „ Q: Do you agree with me, that Black Metal should be for white people? A: Yes, I do and would gladly cut the throat of every black person in the world. HILL (sic) THE ARIAN RACE!” (Darkness Zine (Germany, 1995, Issue 1/ Quelle https://hatpastorn.files.wordpress.com/2010/12/dimmu-borgir-darkness-zine-1995.jpg) (Übersetzung: „Stimmst du mit mir darin überein, dass Black Metal (nur) für weiße Menschen da sein sollte? A: Ja, das tue ich und ich würde gerne die Hälse (im Original Singular) aller schwarzen Menschen der Welt durchschneiden. HEIL (Tippfehler korrigiert) DER ARISCHEN RASSE!“)). Gab es eigentlich irgendwelche Kritik anlässlich eurer Zusammenarbeit mit Shaggrath und warum hat Eddie damals die CHROME DIVISION verlassen?

CARBURATORS: Shaggrath ist ein wirklich guter Freund von uns. Wir kennen ihn ausschließlich als einen warmherzigen und sympathischen Menschen ohne jegliche Vorurteile. Er ist ein sehr respektierter, ernsthafter, hart arbeitender Musiker und wir haben bis jetzt keinerlei wie auch immer geartete Kritik für die Zusammenarbeit mit Shaggrath abgekriegt. Das waren ganz klar die Statements eines unreifen Kids, das damals Aufmerksamkeit für seine Band generieren wollte und die seinerzeit im Wettbewerb mit all den anderen ultrabösen Black-Metal-Bands stand. Eddie verließ die CHROME DIVISION, weil er sich voll und ganz auf die CARBURATORS konzentrieren wollte. Es gibt allerdings keine Rivalität oder negative Gefühle zwischen uns, nur Wettbewerb unter Freunden.

PB: Was haltet ihr denn generell so von Musikern und politischen Statements?

CARBURATORS: Wir glauben generell nicht, dass Musik ein guter oder der richtige Kanal ist, seine ideologischen, religiösen oder politischen Überzeugungen auszudrücken. Du brauchst niemanden, der dir sagt, was du tun sollst. Rock'n'Roll handelt hauptsächlich von Freiheit. Es geht darum eine gute Zeit zu haben, gute Erinnerungen davon zu tragen. Rock'n'Roll sollte für alle zugänglich sein, ohne irgendeine politische Agenda.

PB: ...und was sind eure Gedanken zu den neusten Ereignissen in Frankreich (die Fragen wurden einen Tag nach dem Anschlag abgeschickt)?

CARBURATORS: Es ist einfach nur tragisch und schrecklich. Es gibt wirklich keine Worte, die diesen Horror angemessen beschreiben könnten.

PB: Irgendwelche letzten Worte?

CARBURATORS: Checkt unser neuestes Album „Laughing In The Face Of Death“ aus. Es kommt am 20. November raus. Wir haben außerdem zwei neue Killer-Musik-Videos aufgenommen, welche ihr ebenfalls nicht verpassen solltet. Wir sehen uns auf unseren Konzerten!

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Interview von Basti