Eine recht frische Band trägt den Namen GOODBYE FAIRGROUND. Sie existieren zwar schon ein paar Tage, rücken aber erst jetzt etwas mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Ihr aktuelles Album „I startet with the best intentions“ und ihre Single "Western Gold" gefallen mir gut, weil es mal was Neues ist. Sobald ihr Name fällt kommen fast zwangsläufig auch musikalische und gesangliche Vergleiche mit AGAINST ME und GASLIGHT ANTHEM ins Spiel. Mit einem kleinen Interview möchte ich euch die Band vorstellen. Einfach auf "Weiterlesen" klicken, und los geht´s mit dem Interview. Micha.-

 

Für diejenigen, die GOODBYE FAIRGROUND noch nicht kennen: Wer seid ihr? Woher kommt ihr? Seid wann gibt es euch?
Wir sind eine Punkband, die 2006 in Essen gegründet wurde. Mittlerweile leben wir alle über NRW verstreut. Die Band besteht aus Schlagzeugerin Julia, den Gitarristen Alex und Jan, Bassist Benny und mir, Sänger Benjamin.

Ihr seid als noch ziemlich unbekannte Band direkt bei einem renommierten Label wie CONCRETE JUNGLE RECORDS rausgekommen. Wie kam es dazu?
So ganz genau weiß ich das gar nicht. Matze und Tobbe von Concrete Jungle wurden wohl auf unseren Song „Look Up, Hannah!“ aufmerksam gemacht und haben uns dann kontaktiert. Für uns passte es direkt nach dem ersten persönlichen Gespräch und die Zusammenarbeit läuft großartig.

Musikalisch könnte ihr beim Publikum punkten, welches auf melodischen Hardcore steht, oder emotionalen Punk oder flotteren Independent-Sound. In welchem Bereich seid ihr am meisten verwurzelt?
Ich denke, die größten Überschneidungen haben wir wohl beim „emotionalen Punk“, wobei gerade Julia, Benny und ich auch viel im Bereich Hardcore unterwegs sind und waren. Ich kann meistens dieses Indie-Ding nicht so ganz nachvollziehen, wobei das ja auch ein derart schwammiger Begriff ist, dass es da sicher Bezugspunkte gibt.

Eurer Debütalbum „I startet with the best intentions“ ist ein Konzeptalbum. Worum dreht es sich thematisch?
Das Album erzählt die fiktive Geschichte eines Mannes, der versucht, seinem geregelten Leben mit Ehefrau, Kindern, Job und Eigenheim zu entfliehen, da er die Überraschungen und das Abenteuer vermisst. Die ursprüngliche Geschichte wäre sicherlich über 30 Songs oder so gegangen, daher haben wir das gekürzt und es gibt jetzt keinen wirklich stringenten Handlungsverlauf mehr, aber vielleicht eine grundlegende Stimmung, die alle Lieder eint.

Ihr werdet gerne mit AGAINST ME und GASLIGHT ANTHEM in Verbindung gebracht. In der Tat sind die Parallelen sehr offensichtlich. Habt ihr euch gegründet mit dem Vorsatz diesen Bands nachzueifern?
Nein, wir haben die Band mit dem Vorsatz gegründet, die Musik zu spielen, auf die wir Bock haben und das ist eben dieser rauhe, melodische Punkrock mit englischen Texten, wie ihn z.B. (neben tausend anderen) die oben genannten Bands spielen. Ich persönlich sehe darüber hinaus keine so offensichtlichen Gemeinsamkeiten, aber vielleicht habe ich dafür auch zu wenig Abstand. Die einen finden uns lahm, weil wir wie eine Gaslight Anthem Kopie klingen und die anderen, weil wir überhaupt nicht wie Gaslight Anthem klingen und dem Rest ist es halt egal. Mir mittlerweile ehrlicherweise auch. Ich mag unsere Songs und alles andere ist mir nicht (mehr) wichtig.

Es gibt ja einige Bands, die einen ähnlichen Sound machen wie ihr und da ganz gut von leben können. Ist das für euch auch eine Option? Ein Weg, den ihr gerne gehen würdet?
Ja, klar. Es ist schon ein Traum, von der Musik leben zu können. Leider ist die Chance nicht so gigantisch groß, aber ausgeschlossen ist es eben auch nicht und ich würde nicht nein sagen, wenn es (zu den richtigen Konditionen) klappen würde. Ich hätte eben nur keinen Bock darauf, die Band, das Umfeld oder mich zu ändern, damit es sich besser verkaufen lässt. Ich fürchte auch, dass Deutschland nicht unbedingt das perfekte Pflaster ist, um dieses Ziel zu verwirklichen, aber wir werden sehen.

Wenn ich richtig informiert bin engagiert ihr euch für „Viva con agua“. Erzählt bitte was dazu.
Engagieren ist vielleicht ein bißchen zu hoch gegriffen, aber wir hatten das Privileg ein paar Shows für Viva Con Agua spielen zu können. Ziel von Viva Con Agua ist es, Menschen überall auf der Welt den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen, indem Spenden gesammelt werden, mit denen beispielsweise Brunnen und Aufbereitungsanlagen gebaut werden können. Ich finde die Organisation großartig und natürlich ist es super, wenn man so etwas unterstützen kann, indem man auf einer Bühne seine Songs spielt und Mist erzählt. Mittlerweile kennen wir auch ein paar Leute, die sich tatsächlich für Viva Con Agua engagieren und dort richtig gute Arbeit leisten, weshalb es für uns umso mehr Sinn macht, auch als Band unseren Teil beizusteuern. Wer Interesse hat, findet normalerweise bei unseren Shows am Merchstand Infomaterial.

GOODBYE FAIRGROUND waren mit IDLE CLASS unterwegs. 2 Bands mit ähnlichem Sound. Klärt uns mal auf über euer Verhältnis. Gibt’s da personelle Überscheidungen, tiefere Freundschaften etc.?
Sowohl als auch. Wir haben mit der Idle Class Vorgängerband Stand Fast einen Haufen Shows gespielt und uns mit ihnen angefreundet. Als einige von ihnen dann Idle Class gegründet haben, wurde unser Bassist Benny kurzerhand rekrutiert und spielt seitdem in beiden Bands. Wir spielen so oft es geht Shows zusammen, Julia organisiert mit zwei Mitgliedern für Stahl und Panik Konzerte in Münster, ihr Gitarrist G springt ein, wenn bei uns Not am Mann ist und ihr anderer Gitarrist Josua druckt gemeinsam mit seiner Freundin Jenny fairtrade unser Merch und ist nebenbei mein Tätowierer. Es besteht also eine sehr enge Bindung zwischen beiden Bands.

Ist eigentlich ein Nachfolger zu „I startet with the best intentions“ in Planung? Wie sehen eure Pläne für die nahe und mittelfristige Zukunft aus?
Wir schreiben schon seit längerem an neuen Songs und testen auch hin und wieder mal einen live. Konkrete Planungen gibt es allerdings noch nicht. Vielleicht schaffen wir es, im Winter mal ein paar Demos aufzunehmen und dann besprechen wir mit Concrete Jungle, wie es weitergeht. Ansonsten ist der Plan, endlich wieder regelmäßig und über längere Zeiträume Konzerte zu spielen. Das ist dieses Jahr leider viel zu kurz gekommen und soll sich schnellstmöglich ändern.

Was sind zur Zeit deine 3 Lieblingsplatten, die ihr am meisten hört?
Meine sind derzeit „Domesplitter“ von Direct Hit!, „The Future Is Cancelled“ von Captain, We’re Sinking und „Funemployed“ von Gnarwolves. Der Rest hört nur Flatliners und Touche Amore.

 

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