Im Plastic Bomb #64 gab es ein Adicts-Interview das unsere ehemalige Redakteurin Silvie geführt hat. Anlässlich und in Einstimmung auf das Ruhrpott Rodeo hier das Interview noch einmal inclusive langem, persönlichem Vorwort:

Ende 1975 gründeten Keith Warren, besser bekannt als  „Monkey“ (Gesang) , Mel Ellis (Bass), John „Scruff“ Ellis ( Gitarre), Pete Dee Davison (Gitarre) und sein Bruder Michäl “Kid” Dee Davison (Schlagzeug) – THE ADICTS.  Die fünf Droogies hießen aber nicht von Anfang an so, für eine kurze Weile machten sie als „AFTERBIRTH & THE PINZ“ die Insel unsicher. Dies sollte aber nicht der einzige Namenswechsel bleiben, denn während der 80igern wurder aus THE ADICTS auch schon mal zeitweise FUN ADICTS oder ADX, was sich aber nicht durchsetzte und so sauen die Jungs auch 2008 in der original Besetzung als ADICTS  immer noch ihr Publikum mit Konfetti und Luftschlangen ein. Pete heiratete eine Amerikanerin und zog nach Orange County, Kalifornien wo er seine Gene verstreute und eine Familie gründete.
Auch Monkey verliebte sich Hals über Kopf samt Melone in eine Kalifornierin und zog Ende der 80iger in die USA. Von 1996 bis 2002 sah es nicht allzu rosig für die ADICTS aus, die Jungs hatten nicht wirklich Lust weiterzumachen und das die halbe Band auf der anderen Seite der Erdkugel ihr Unwesen trieb, machte es nicht einfacher. Während Pete sich an Sonne, Strand und Kalifornischen Trockepflaumen ergötzte, langweilte sich der gute, unterbeschäftige Monkey hingegen zu Tode. Er begleitete seinen Schwager JAY SMITH, seinerzeit  Gitarrist  der grandiosen DERITA SISTERS zu jeder Probe – wo die Jungs ihn hin und wieder mal den ein oder anderen Song singen ließen
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Nachdem er ein paar mal als SPECIAL GUEST mit den DERITA SISTERS auf der Bühne stand war für Monkey direkt klar, daß er noch meilenweit vom Rentenalter entfernt ist. Er gründete zusammen mit den DERITA SISTERS das Projekt – MONKEY’S MIDLIFECRISIS. Die Band nahm ein paar Songs für den HIGHSOCIETY Compliation Sampler BRITISH PUNK INVASION auf und spielte ihr Debut in THE GARAGE-  einem kleinem Club in Hollywood. Die Show war rappevoll mit ausgehungerten Adicts Fans und so spielten MONKEY’S MIDLIFECRISES weitere Gigs vor ausverkauften Häusern, unter anderem mit TSOL, den SKULLS und den DEAD KENNEDYS. Pete Dee kam zu einer Show und als er Monkey mit den DERITA SISTERS auf der Bühne sah packte es ihn und er beschloss noch am selben Abend die ADICTS wieder ins Leben zu rufen. Zu genau diesem Zeitpunkt heiratete ich, eure werte Schreiberin, Marky Derita – den Leadgitarristen der DERITA SISTERS und wanderte in die USA aus. Da Monkey Teil des Derita Sisters/Smith Clan ist und er mir nun des öfteren über den Weg lief wurde er während der letzten 7 Jahre für das ein oder andere Interview missbraucht. Monkeys Frau Lisa, ihre Zwillingschwester Laura und ich hatten sogar das Vergüngen, für „Rollercoaster“ die backing vocals zu singen.  Monkey ist ein sehr schüchterner und liebenswerter Zeitgenosse, den ich aber nur sehr selten zu Gesicht bekomme, entweder bei Familienfeiern oder  wenn er uns die Ehre erweist auf ein Konzert meiner Band SILENT MEOW zu kommen. Wenn man ihn so auf der Bühne erlebt, kann man sich nur sehr schwer vorstellen daß er seine freien Nachmittage ganz ruhig bei sich zu Hause grillend im Garten verbringt. Als Swen Bock mich anschrieb daß die ADICTS jetzt bei PEOPLE LIKE YOU in Deutschland unter Vertrag sind und er ganz gerne eine aktuelles Adicts Interview in der neuesten Bombe hätte, war klar das ich drei dicke Scheisshausfliegen mit einer Klatsche zermanschen kann: Monkey mal wieder zu Gesicht bekommen, mich von ihm kulinarisch verwöhnen  lassen ( er ist ein wirklich guter Koch!) und gleichzeitig unterschwellige Botschaften in meinen Artikel einfließen lassen die euch, werte bunthaarige Leserschaft, willenlos macht, damit ihr die Scheibe meiner Band SILENT MEOW, die im September bei TRASH 2001 rauskommt, kauft. (Und rückwärts gelesen enthält dieser Text natürlich unter anderem auch satanische Botschaften.)
So machten Marky und ich uns  letzten Sonntag auf,  zu Monkeys schnuckeligem Haus. Die Tür wurde uns in Windeln geöffnet. Das heißt nicht, das Monkey der Erwachsenen Babycomunity beigetreten ist, noch das er so langsam in das Alter kommt wo nicht mehr alle Körperöffnungen richtig funktionieren wie sie sollten – nein nein nein – natürlich hat das Windelbegrüssungskommando nur eine logische Erklärung – zwei kleine Äffchen.  Gelangweilt vom amerikanischem Fernsehprogramm der letzten Jahre hatten Monkey und Lisa also beschlossen dem guten alten rein-raus-Spiel zu fröhnen und haben nun eine einjährige Tochter namens Finn  und einen fünfjahrigen Sohn – Keaton, der den ganzen Tag am liebsten im Spidermankostüm in seinem Zimmer herumlungert, nur um jede Stunde einmal die Tür aufzureissen und schreiend durchs Haus zu laufen. Entertainmenttalent scheint also erblich zu sein.
Die beiden wissen auch ganz genau, daß ihr Papa der Kerl mit dem Clockworkorange Clown Kostüm ist und es passiert laut Lisa recht häufig, dass sie Leute auf der Strasse mit Adicts T-Shirts oder Aufnähern: „Das ist mein Papa!“ hinterher rufen.
Sie scheinen auch muskilalisch voll im Adicts Fieber zu sein, denn als Monkey mir ein paar Stücke von der neusten Platte vorspielt, drehen die Kleinen bei ihrem Lieblingshit „Sleepyhead“ direkt ab. Da hält kein Moshpit mit, hier wird  G.G. Alin mäßig beim Tanzen erstmal in die Windel gekackt.
Aber nun zurück zum Wesentlichen – der gute Swen hat mich erstmal mit einer Reihe Fragen ausgestattet (Anm. vom guten Swen: Die sind ehrlicherweise fast alle vom guten Micha gewesen!). Ich bin ihm auch sehr dankbar dafür , denn ehrlich gesagt fällt es mir schwer nach all den Interviews die ich schon mit Monkey gemacht hab, wirklich irgendwelche neuen Fragen auszudenken, geschweige denn diese später ins Deutsche zu übersetzen. Aber diese Sorge hat auch Monkey:


Monkey: Na dann hoffe ich dochmal das du mir ein paar interessante Fragen mitgebracht hast. Bitte frag mich nicht nach meinen musikalischen Einflüssen...oder wieso die Band schon so lange zusammen ist...wieso die Clockwork Orange Verbindung...und was hat sich an Punkrock verändert in den letzten 20 Jahren...

Oh je, das kann ja heiter werden. Da muss du jetzt durch da sind leider ein paar der obligatorischen Fragen dabei, sorry.

Monkey: Naja damit kann ich leben, es gibt Schlimmeres. Ich geb ja eh nicht viele Interviews, aber den Leuten, die ständig im Rampenlicht stehen,  muß das bestimmt mächtig auf den Sack gehen.
Und diese Leute können dann durchaus bösartig werden und erzählen dann auch mal gerne Sachen die nicht stimmen. Hast du das je gemacht?

Monkey: Na klar, manchmal sag ich Sachen die nicht stimmen um sie interessanter zu machen. Gerade bei email Interviews wenn ich da sitze und schon einem im Tee habe, dann bricht bei mir schon mal die Phantasie durch.

So bevor ich es aber vergesse: Swen B. aus DU will wissen, wieso  ihr erst 1981 eure erste Platte „songs of praise“ rausgebracht habt, obwohl ihr schon seit 1977 zusammen wart?“

Monkey: Wir hatten kein Geld. Niemand war daran interessiert. Ich meine die Platte hat uns nur 1000 Pfund gekostet, aber wir hatten das Geld trotzdem nicht und wir haben nicht wirklich geglaubt, das wir eine Platte machen könnten.
 

Nicht mal Demo Tapes?

Monkey: Doch, die gibt es schon.

Hat die niemand veröffentlicht?

Monkey: Ein paar der Songs sind dann später auf dem „THIS IS YOUR LIFE“ Compilation Album veröffentlich worden. Aber da sind bestimmt 10 oder 15 songs die wir nie benutzt haben und wir haben letztens Aufnahmen von den ersten Adicts Proben gefunden. Mel hat die ganzen Tapes noch bei sich zu Hause. Da sind bestimmt 20,30 songs drauf die wir nie aufgenommen haben. Alles sehr rohe Sachen und wir überlegen uns im Moment ob wir nicht ein paar von den Songs wiederbeleben werden.

So nun aber mehr Swen Fragen: Denkst du, dass ihr früher ein leichtes Opfer für Plattenfirmen gewesen seid, weil ihr nur an Parties und Musik gedacht habt und euch nicht um das Geschäftliche gekümmert habt?

Monkey: Auf jeden Fall. Wir zahlen immer noch den Preis dafür, das wir uns damals nicht um das Geschäftliche gekümmert haben.

Aber man kann sowas nicht rückgängig machen. Und wie sieht das heutzutage aus?

Monkey: Der Typ von SOS records managet einen Teil für uns, er kümmert sich um den Bürokram, bucht Shows etc. Aber so unter der Woche da kümmere ich mich schon selber drum,wenn es um die Touren geht und so. Pete kümmert sich ums Merchgeschäft. Der Rest der Band ist aber immer einbezogen wir machen das ganze ganz demokratisch nur nicht jeder kann soviel Zeit investieren wie Pete und ich. Aber wenn es um grössere Entscheidungen geht dann setzten wir uns mit allen zusammen.Ist halt etwas schwierig weil eine Hälfte der Band in England lebt und die andere hier in den USA.

Find ich immer noch sehr krass...und es ist wirklich unvorstellbar für mich wie ihr probt.

Monkey: Nur ganz kurz vor ner Tour, das reicht uns.

Und nun eine deiner Lieblingsfragen: Was verbindest du heute mit dem Begriff „Punk“. Ich schätze mal, dass sich da einiges sehr geändert hat. Früher war Punk eür Leben bzw. eure Art zu leben. Und heute? Ist es nur noch Musik? Nur noch eine weitere Art der Freizeitgestaltung wie Bowling, den Rasen mähen oder so was?

Monkey: Oh ja klar...haha...also Punk ist was, mit dem ich mich damals in den 70ern identifizieren konnte. Ich weiss nicht was es heute bedeutet. Ich weiss nicht was ein 16 jähriger Teenager denkt, das wäre auch sehr arrogant von mir, das anzunehmen mit fast 50 Jahren. Es ist auf jedenfall anders, die Kids heute haben halt ne ganze andere Welt und andere Ideen als wir damals. Natürlich werden die Adicts in diese Kategorie gesteckt ganz klar. Da wir sonst in keine andere passen, denke ich, ist Punk schon so am naheliegsten.

So nun aber ne Schmeichlerfrage: Wenn man euch mit anderen alten englischen Punkrockbands vergleicht, dann fällt auf, dass ihr nicht fett und glatzköpfig geworden seid. Was habt ihr richtig gemacht und die anderen falsch?

Monkey: Och...wir haben schon unsere Bierbäuche und sehen nicht mehr ganz so frisch aus wie früher...wir saufen aber immer noch oder sogar noch mehr als damals und es wird Kette geraucht.

Mark: Vielleicht liegt das auch daran das ihr etwas jünger seid als ein paar der anderen englischen Punkbands...

Monkey: Das kann schon sein,wenn man uns mit Clash,Sex Pistols und den Buzzcocks vergleicht,dann sind wir schon aus ner etwas jüngeren Generation.

Wird das ewige Schminken vor jedem Auftritt für dich nicht irgendwann zum Fluch. Ich kann mir vorstellen, dass es manchmal ganz schön nervt auch an schlechten Tagen mit mieser Laune die Schminke des lustigen Clowns aufzutragen und Entertainer zu markieren?

Monkey: Natürlich nervt das manchmal schon, mich in mein Kostüm zu werfen, aber sobald ich auf der Bühne bin dann weiß ich, wofür ich das mache. Es kann schon ein Fluch sein wenn irgendwas im Zeitplan schief läuft und wir zum Beispiel um 11 an nem Club ankommen und wir eigentlich schon seit ner Stunde auf der Bühne sein sollten. Sowas kann mal vorkommen und ich muss mich Supermannmäßig in mein Kostüm stürzen, das kann halt schon manchmal unpraktisch sein. Aber mich nervt es nicht.

Auf euren Platten oder Plakaten sieht man öfter die englische Fahne, den Union Jack. Welche Beziehung habt ihr zu Fahnen und Patriotismus? Sollte die Herkunft von Menschen und Bands nicht vollkommen egal sein?

Monkey: Wir machen uns da nicht so einen Kopf drüber, wir sind halt aus England.Wir halten die Band von Politik fern und besonders von Leuten die, die Flagge für ihre Hasstiraden missbrauchen. Damit haben wir nichts am Hut.

Von euch ist eine Platte auf dem deutschen Label PEOPLE LIKE YOU RECORDS angekündigt. Was darf man dort erwarten? Sind das alles neue Songs oder alte? Warum PEOPLE LIKE YOU? Habt ihr zu euren anderen Labels CAPTAIN OI! und SOS RECORDS den Draht verloren?

Monkey: Die Aniversary edition – Jubiläumsausgabe von der Song of Praise wird auf People Like you rauskommen. Dort werden alte und neue Versionen drauf sein. Wir wollten die Sachen nochmal aufnehmen, da wir heutzutage einfach viel besseres Equipment haben – und weil wir es selber spannend finden zu schauen, wie sich die Platte verändert nach 25 Jahren. Die songs klingen einfach viel besser, natürlich sind die Orginale sehr roh, wir haben damals 16 songs an einem Tag aufgenommen und es war unsere erste Studioerfahrung – das war schon irgendwie magisch. Und während der selben Zeit haben wir direkt eine neue Scheibe aufgenommen die auch bei People like you erscheinen wird, die wird aber viel später rauskommen.

Was ist mit SOS Records?

Monkey: Die arbeiten für uns in den USA – in Europa übernimmt das aber People Like You.

Und wieso seid ihr jetzt bei People Like You?

Monkey: Hmm bin mir nicht mehr so ganz sicher, ich glaube Mutti ( Muttis Tourbooking) hat uns mit denen zusammengebracht, er bucht unsere Shows dort. Ich glaube niemand anderes ist  an uns interessiert...

Ufff...das glaubst du aber jetzt selber nicht, was?

Monkey: Ich denke das hat damit zu tun das sich heutzutage die Sachen am besten über i-tunes verkaufen.Ich hab erst letztens mit einem Lehrer aus East L.A. gesprochen (East L.A. ist ne ganz üble Ecke mit sehr viel Bandenkriminalität). Der meinte, das er neben Messern und anderen Waffen auch I-pods konfisziert, auf denen er tonnenweise Adicts Songs findet.

Eure letzten beiden Studioalben haben nur sehr durchschnittliche Kritiken bekommen. Die Hörer messen euch immer an euren alten Punkrock-Hits. Bist du enttäuscht über die oft negativen Resonanzen? Werdet ihr auf die Kritik reagieren und versuchen wieder mehr gradlinigen Punkrock zu spielen wie früher. Wieder mehr Hits bringen, die man mitsingen kann? Oder ist euch das egal, und ihr macht sowieso nur das, was ihr wollt?

Monkey: Nö, enttäuscht nicht, denn all unsere Platten sind anders. Wir experimentieren viel. Wir machen die Musik an erster Stelle für uns und es gibt immer einige Leute denen das auch gefällt. Ich würde gar nicht sagen das die letzten Platten so schlecht angenommen wurden.

Swen will noch wissen, ob es vielleicht ein Fehler ist, viele Songs erst im Studio zu schreiben und sie dann direkt aufzunehmen, statt in Ruhe daran zu arbeiten und eventuell noch Sachen zu verbessern?

Monkey: Dadurch das wir überr über die Erdkugel verteilt sind ist es einfach schwieriger, Songs so wie früher zu schreiben.

In genau diesem Moment drückt Finn auf ihr Spielzeug und wir hören Zirkusmusik.

Monkey (lacht): So.....so schreiben wir unsere Songs. Finn arbeitet gerade dran...haha nein im Ernst das ist kein Adicts song!


Erzähl doch mal was über eure Konzerte in Mexiko. Seid ihr zum ersten Mal dort gewesen? Habt ihr einen Unterschied gespürt zum Publikum, das in den USA oder Europa auf eure Konzerte kommt?

Monkey: Wir haben schon recht häufig in Tijuana ( direkt an der Grenze von San Diego/USA)  gespielt, wir sind aber erst letztens zum allerersten Mal nach Mexico City geflogen, das ist natürlich vollkommen was anderes.Wir haben ein paar Festivals gespielt. Die Fans sind anders dort. Wahrscheinlich mehr enthusiastisch, so wie in Spanien,Süd Kalifornien oder in Italien, aber das krasseste waren die ganzen Bootleg-Merchandise Sachen, die dort verkauft wurden. In Mexico City hatten die Leute einen ganzen Wochenmarkt mit Adicts Merchandise aufgestellt. Natürlich alles Bootlegs. Auf alles was sie bedrucken konnten haben sie meine Birne gedruckt. Auf ALLES. Pillendosen, Kugelschreiber, Kaffeetassen. Die wollten mir leider aber nichts abgeben. Ansonsten war das Konzert aber richtig klasse, wir hatten sogar Securitys, weil die Zuschauer uns sonst in zerfetzt hätten. Die wollten alle ein Stück Adict Souvenir mit nach Hause nehmen. Mexikanische Fans sind auf jedenfall viel krasser ich hab mich gefühlt als wäre ich einer von den Beatles!

Eine Zeitlang hat Olga von den TOY DOLLS bei euch Bass gespielt. Warum ist er jetzt nicht mehr dabei? Was ist aus ihm geworden?

Monkey: Olga ist ja ein guter Freund von uns seit 84. Mel konnte damals nicht mit uns spielen und da Olga auch schon mit den Dickies mal als Ersatzmann mitgespielt hat hat er das für uns auch gemacht. Ich glaube 1 oder 2 Touren – war halt nur tempoär und dann ist Mel wieder dabei gewesen.

Mark: Sind die Toy Dolls noch zusammen?

Monkey: Ich weiss nicht genau ob sie noch zusammen sind, nur das es auf jedenfall mit der Band dem Ende zuneigt. Vielleicht die allerletzte Tour / das letzte Album?
(Anmerkung der Korrekturtippse: Zur Zeit bestehen die Toy Dolls aus Olga, klar, dann Tom Goober (von Vanilla Pod und Goober Patrol) und a, Schlagzeug Duncan (von Snuff und Billy no mates).

Pete hat vor ein paar Jahren gesagt, dass er die Schnauze voll davon hat in Kalifornien zu leben, weil ihn die Sonne ankotzt und er den Regen und die Jahreszeiten vermisst. Er wollte nach Hamburg ziehen. Was ist aus den Plänen geworden?

Monkey: Ich weiss nicht wo er heute ist, vielleicht in Australien? Da haben wir erst vor kurzem getourt und er hat dort eine Freundin.

Wie war denn eure Tour in Australien?

Monkey: Nicht sehr gut. Wir hatten 6 shows in Australien und 3 in Neuseeland und haben bis heute keinen Pfennig gesehen. Die drei Shows in Neuseeland wurden eh gecancelt, wir waren für 14 Stunden am Melbourner Flughafen gestrandet. Wir hätten den Braten eigentlich riechen müssen, als wir den Typen das erste mal zu Gesicht bekamen. Er sah schon sehr zwiespältig aus und hat wohl bei diversen Barschlägerein die Hälfte seiner Zähne verloren. Es war echt schlecht orgnaisiert, aber naja -  wir hatten auch so ne ganz gute Zeit. Für mich hat es sich sowieso gelohnt da ich dadurch Famlienangehörige besuchen konnte die ich schon seit 20 Jahren nicht mehr gesehen habe.

Waren die Shows die ihr gespielt habt den wenigstens gut?

Monkey: Nope. Es waren 18 und älter shows und die wollten 50 (!) Dollar für ein Ticket!! Und wir sind auch nicht wirklich so berühmt da drüben.
Es gibt von den Adicts sogar Schuhe. Das Motiv ist ja auch genial. Kannst du uns sagen, wie die angenommen werden??
Monkey: Nicht wirklich, wir kennen weder Statistiken noch haben wir je nen Cent davon gesehen. Wir wurden direkt am Anfang bezahlt als die Schuhe rausgekommen sind, aber danach halt nicht mehr. Natürlich wird man kritisiert und als „sell out“ beschimpft, aber es ist halt Teil vom Merchandise so muss man es einfach sehen. Nicht viel anders als T-Shirts.

Du bist Archäologe. Ist es schwierig für dich für eure Konzerte frei zu bekommen?

Monkey: Die sind sehr cool und meine Arbeitzeiten sehr flexibel, also ist das kein Problem für mich. Kid ist der einzige aus der Band der noch nen Job hat.

Und mit deiner Familie? Du hast ja jetzt zwei kleine Kinder, ist das nicht schwierig?

Monkey: Nee, solange Daddy Geld mit nach Hause bringt um die Rechnungen zu bezahlen (lacht)...stimmt das schon.

Hast du deine Kleinen auch mal mit zur Show gebracht?

Monkey: Finn ist noch zu klein, aber Keaton war bei ein paar unserer Shows dabei. Für ihn ist das Adicts logo nun gleich DADDY.

Was machst du sonst so in deiner Freizeit? Wir treffen dich und die Smith Familie ja ab und an bei Comedyacts?

Monkey: Stimmt wir waren erst gestern bei Ricky Gervais, der war sehr unterhaltsam.Ansonsten geh ich ganz gerne zum Strand, in den Pub.

Erkennen dich Leute denn eigentlich auf der Strasse?

Monkey: ( leichtes Seufzen) Nicht wirklich...das liegt halt an meinem Make up. Aber mich freut es auch, ich kann auf nem Konzert sein und an der Bar stehen ohne von den Leuten belästigt zu werden und kann in Ruhe mein Bierchen trinken.

Lisa: Stimmt doch gar nicht!

Monkey: Naja vielleicht in Hollywood nicht...ich denke mal das auch viele Leute denken ich seh aus wie auf den Adicts Bildern wo ich noch 24 war.

Seitdem ich dich das letzte Mal interviewt hab, ist da irgendwas Außergewöhnliches passiert? Irgendwelche krassen Tourgeschichten?

Monkey: Hmm mir kommt gerade nur in den Sinn wie ich vor ein paar Jahren meine Greencard und meinen Pass verloren hab. Wir wollten über England nach Spanien. Pete und ich sind dann in England geblieben. Bei der Zolldurchsuchung haben die Beamten all meine Koffer geöffnet und den ganzen Adicts Kram, den ich so für die Bühne benutze herausgewurschtelt. Das war schon ein hartes Bild. Überall Lametta, KonfettiLuftschlagen, Pailetten. Die haben bestimmt gedacht was ist das denn für ein schräger Vogel.
Ich hab dann meinen Pass wiederbekommen, aber der Rest der Band war schon in Spanien beim Konzert. Die Jungs haben  überlegt ob sie die Show ohne mich spielen, das wollte der Promoter aber nicht und wir haben es dann doch noch geschaft eine Maschine zu bekommen und sind um 11 auf die Bühne. Es war eine grandiose show vor 1000 Leuten.

Haben die das denn schon mal gemacht? Ich meine es wäre vielleicht nicht ganz so schwer weil du ja im Kostüm bist oder?

Monkey: Naja vielleicht, und als wir uns mal in den Haaren hatten da kam das schon mal zu Tage das sie meinte „jeder kann deine Job machen, einfach nur Make-up drauf schmieren und so“ und ich hab dann nur gesagt „okay wenn ihr meint“...naja egal

Natürlich darf die obligatorische Groupie Frage jetzt nicht fehlen vor allem weil Lisa gerade in die Küche gegangen ist haha...

Monkey ( mit einem Zwinkern): Nee, da geht nichts. Es gibt zwar einge sehr junge Mädchen 15-16 die nach der show mit uns quatschen wollen aber das ist total harmlos und dann die Muttis..ich glaube da ist nichts in der Mitte.

Was esst ihr so wenn ihr auf Tour seid? Versucht ihr euch gut zu ernähren, ich weisß das du sehr gesund ißt.

Monkey: Wir versuchen es aber das klappt natürlich nicht immer.Manchmal muss man auch von Tankstellenfrass leben.

Wieso spielt ihr nie Songs von 77?

Monkey: Hmm weiss nicht genau. Unsere Setlisten schreiben sich ja quasi selber, das was die Fans hören wollen, aber auch in was für einer Stimmung wir sind.

Hast du jemals deine Stimme auf der Bühne verloren?

Monkey: Nicht wirklich.

Machst du irgendwas Spezielles, trinkst du irgendwelche speziellen Tinkturen oder singst Tonleitern?

Monkey: Schau mir genau zu ich zeig dir was ich mache ( er setzt die Bierflasche an) so und (dann nimmt er einen kräftigen Schluck) Stimmbänder befeuchten.

Ah der gute Stimmbandbefeuchtertrick...

Monkey: Ich vergess nur manchmal Songlyrics. Gerade Songs die ich schon tausendmal gesungen hab, die fehlen mir oft. Aber auch kein anderer in der Band kann sich dann daran erinnern. Dann muss ich mir die Texte aus dem Internet ziehen – Gottseidank gibt es jeden Adicst Songtext irgendwo online.

Hehe...So was können die deutschen Fans denn von euch erwarten wenn ihr bald wieder auf Tour kommt?

Monkey: Wir wissen noch nicht die genau Setliste, aber da wir Songs of Praise promoten wollen werden wir wohl einige Songs von dem Album spielen. Ich hatte persönlich die Idee ein reguläres Adicts Set zu spielen und dann ein zweites Set  hintendran zu schieben und dann das ganze Song of Praise album ganz ohne Make up zu spielen – halt punk rock mäßig so wie früher.

Für alle die es nicht wissen - Pete hat das Logo für euch gestaltet damals und du hast dein Make up daran angepasst, richtig?

Monkey: Genau...oh und diesmal werden wir kein Keyboard und keine Geige dabei haben.

Last Words?

Monkey: ...wir sind einfach glücklich das wir es noch so durchziehen können ...
Ich meine ich bin auch schon 49. Das ist schon cool das ich das noch machen kann und daß es noch Leute gibt die uns sehen wollen. Thanks! So sind wir jetzt fertig, ich muss jetzt wieder in die Küche, ich hoffe ihr habt Hunger auf totes Tier mitgebracht....

Aber sicher das. Danke fürs Interview Monk.

Monkey: Danke dir...( dann greift er sich Finn unter den Arm und heizt in die Küche, wo er für uns ein wunderbares Tandoori Hühnchen zaubert)