DIE KLABUSTERBÄREN

Hier ist das KLABUSTERBÄREN-Interview, welches im PLASTIC BOMB Nr.74 zu lesen war. Da hier das Interview von damals komplett unverändert ist, ein paar aktuelle Anmerkungen:
Das geniale Weihnachtsspringen gibt es noch immer, und wird am 25.12.12 in Halle in der „Palette“ stattfinden.
Ringo ist inzwischen nicht mehr in der Band, stattdessen gibt es jetzt Roy an der zweiten Gitarre.
Seit 2. November 2012 gibt es inzwischen das sechste Album „Momentaufnahme“, welches es im PLASTIC BOMB-MAILORDER zu bestellen gibt.

Infos zu den KLABUSTERBÄREN:
http://www.klabusterbaeren.com

„Halle rockt!“ war einer der ersten Sätze, die ich von Roman, dem KLABUSTERBÄREN-Schlagzeuger zu hören bekam. Und tatsächlich, nach einem Jahr in der Saale-Stadt kann ich das nur bestätigen. Das hat wohl mit der Vielzahl an interessanten Konzertlocations, Kneipen, und dem freien Radio Corax(wo es auch Punkrockradio gibt) zu tun. Und natürlich auch mit so tollen Bands wie eben die KLABUSTERBÄREN.
Die KLABUSTERBÄREN vereinen gekonnt traditioneller Deutsch-Punk mit etwas New-Wave, und paaren das ganze noch mit total unklischeehaften und absolut undumpfen Texten. Außerdem sind sie eine verdammt geile Live-Band, wie ich mich zusammen mit über anderen 200 Konzertbesuchern am 25. Dezember beim traditionellen Weihnachtsspringen im VL überzeugen konnte. Also nicht verpassen, falls sie mal in Euer Nähe spielen sollten. Oder einfach mal an einem 25. Dezember nach Halle kommen, es zahlt sich aus!

 

Bei der Pressefragestunde waren anwesend:
E: Ecki
H: Helge
Ri: Ringo
Roc: Rocky
Rom: Roman
L: Latti


L: Stellt Euch doch mal vor
H: Ich bin der Helge, der Älteste! Reicht das? Gitarrist!
Bandbegründer mit dem Herren da drüben, der sagt das dann auch noch mal…
Ri: Ich bin der Ringo, und spiele Gitarre, die zweite…
Roc: Grüß Gott, ich bin der Rocky, und spiele Keyboard.
E: Ich bin der Ecki, Gründungsmitglied und Gesang.
Rom: Ich bin Roman, ich spiele Schlagzeug.
H: Mayo fehlt noch, der ist heute nicht da.
Ri: Ja, Mayo spielt Bass.

L: Und ihr kommt alle tatsächlich aus Könnern, Bitterfeld, Wolfen und der Neustadt, so wir ihr im Song „Wir sind KLABUSTERBÄREN“ singt?
E: Ja, genau!
H: Wir haben auch noch einen Quoten-Wessi mit dabei.
Roc: Ich komme aus Kaiserslautern.
Multi-Kultiband…

L: Wie kommt man auf den Bandnamen KLABUSTERBÄREN?
Ri: Das ist ein Slangbegriff für Kackepopel…
E: Den Bandnamen an sich haben wir an unserem Gründungskonzert bekommen, das war bei einer Hausbesetzer-Party. Und bei der Hausbesetzung dachten wir, dass wir als kulturellen Beitrag auch mal ein bisschen Musik machen. Keiner konnte Gitarre spielen, außer Helge…
H: Naja, kann man nicht so sagen…
E: So ein bisschen halt. Ansonsten haben wir halt einfach gespielt, so unter dem Motto: „Mehr als Punkrock kann nicht rauskommen.“ Dann haben wir uns eine Playlist zusammen gestellt und ein Lied von den Scherben zurecht gebastelt. Der Name ist dann quasi bei diesem Konzert entstanden, und zwar aus dem Publikum. Da sind Freunde von uns vor der Bühne gestanden, und uns dann quasi diesen Namen verpasst haben.
H: Damals noch ECKI & DIE KLABUSTERBÄREN. Bei der Villa-Konfiszierungsparty.
E: Ja, das war eine richtig geile Stadtvilla am Saaleufer, die leer stand. Und die haben wir uns eben mal kurz unter den Nagel gerissen. Wir haben da auch noch Leute in der Stadt angerufen, dass sie spontan vorbei schauen sollen. Im GiG, das ist das älteste besetze Haus von Halle, sollte an dem Tag ein Konzert stattfinden, welches eben auch zu dieser Party verlegt wurde. Wir haben da als Opener gespielt, nach uns hat dann eine Band namens N.F.P. nur ein halbes Lied gespielt, weil der Gitarrist von der Bühne gestürzt ist. Leider auch auf die Anlage drauf, aber das wurde schnell repariert. Dann haben da unter anderem auch noch MÜLLSTATION gespielt.

L: In welchem Jahr war das?

H: Das war 1994.
E: Das Haus wurde dann letztendlich 14 Tage später geräumt. Aber eben wegen dieser Geschichte haben wir uns gedacht, dass wir das ja ein wenig vertiefen könnten… Und nach mehreren Umbesetzungen ist es jetzt das geworden, was es ist.

L: Das letzte Album heißt „Verpeilt in Berlin“. Basiert das auf irgendwelchen wahren Berlin-Erlebnissen?
Rom: Es war tatsächlich so. Ich war zwar nüchtern, aber da war die Anzeige in der S-Bahn kaputt. Und ich wollte zum Hackischen Markt. Und da war eben die Anzeige kaputt, und da war ich wirklich ziemlich verwirrt… Und da bin ich immer zwischen zwei Bahnhöfen hin und her gefahren. Die Anzeige hat immer schon einen Bahnhof zu weit angezeigt… Dann bin ich wieder zurück gefahren, und habe gemerkt, ich bin gar nicht zu weit gefahren…
Ri: Ist mir auch schon passiert… Aber ich war richtig verpeilt, nämlich betrunken… Da bin ich in der Oranienburger Straße durchgerauscht… Und dann musste ich wieder zurück… Da haben sie mir die Sonnenbrille von der Nase geklaut. Aber ich hatte dann wieder eine andere Sonnenbrille auf….

L: Aber ihr mögt schon Berlin, oder?

Rom: Sagen wir so, in Berlin würde ich jetzt nicht leben wollen, aber so zum Freunde besuchen ist es schon korrekt.

L: So geht’s mir auch mit Berlin.

Wie war die Entstehungsgeschichte von „Ich mach mich frei“?
Rom: Da geht es um diesen Markenwahnsinn. Und dass man nicht rauskommt, wenn man nicht wie der letzte Heinz aussieht. Oder doch. Ist ein bisschen unentschieden das Lied. Die Textzeile „Deine Mutter klaut bei KiK“ hat ein Freund von uns auf seiner MySpace-Seite gehabt. Und ich dachte nur, „Geiler Spruch“, den musst Du in irgendeinen Song einbauen. Und das hat dann bei dem Lied gepasst, da geht’s ja um den Markenkram. Und dann reimt sich darauf auch noch „Deine Mutter kifft im GiG“ und fertig war der Text.

L: Steckt hinter dem Song „Bei McDonalds“ eine wahre Geschichte dahinter? Seit ihr tatsächlich schon mal nachts um halb vier in Merseburg gestrandet?
Rom: Wenn wir irgendwo südlich von Halle ein Konzert gespielt haben, dann ist Merseburg sozusagen Einflugsschneise. Und es ist oft so, dass der eine oder andere noch Hunger hat, und wir noch was essen.
E: Wir fahren immer zum selbem McDonalds nach Merseburg…
Roc: Und wehe, wenn nicht!
H: Der McDonalds hat da 24 Stunden offen…
E: Und alle anderen Textpassagen in den anderen Strophen beruht auf wahren Begebenheiten. Da kann man aus der Stadt rausfahren, und schon hebt Ringo den Arm hoch, weil er pullern muss.
Oder einmal bei einer roten Ampel meinte ich, dass der Auspuff ein bisschen komisch klingt. Mayo steigt einfach aus, und kriecht erst mal unterm Bus. Und irgendwann schaltet die Ampel natürlich auf Grün, und hinter uns jede Menge Autos…
H: Und die andere Geschichte… Da hat sich Roman bei Aral eine Flasche Jägermeister geholt…
Rom: Das war nach Dresden, da war mir tierisch kalt.
Roc: Da haben wir mit PARANOIA gespielt.
H: Schneetreiben beim zurückfahren, tierisch kalt…
Rom: Und Ecki ist immer der, der Hunger hat, und deshalb halten wir auch immer bei McDonalds.
Roc: Und wehe, wenn nicht!

L: Tanzt ihr gerne zu CURE? (Anm: Bezogen auf den KLABUSTERBÄREN-Hit „Ich tanz zu Cure die ganze Nacht“)
Rom: Das Lied war eigentlich zuerst anders geplant. Ecki und Rocky sind eben große CURE-Fans und haben immer so von den Konzerten geschwärmt. Eigentlich wollte ich so ein Lied machen, dass sich darüber lustig macht. Das ist mir am Ende nicht gelungen. Und wenn ich ehrlich bin, natürlich gibt es ein paar CURE-Lieder, die mir auch gut gefallen. Zu denen man früher in der Disco auch getanzt hat, „Boys don´t cry!“ und sowas halt. Ich bin jetzt nicht so der große CURE-Fan…
E:Aber tatsächlich wird in dem Lied geschrieben, wie es früher war. Zu DDR-Zeiten bin ich auch mit Wischmopp auf dem Kopf rumgelaufen, und weißer Tunke im Gesicht. Es war eben so, wenn man in der Disco war, und CURE gespielt wurde, am Rand irgendwelche Leute nur darauf gewartet haben, dass man von der Tanzfläche wieder runter ist. Wo man dann auch durchaus schneller den Heimweg gefunden hat, als es ursprünglich vorgesehen war. Weil man sonst wirklich den Arsch voll gekriegt hätte. Und bei vielen Leuten die ich kenne, kommen bei dem Lied auch wieder die Gefühle von früher hoch. Also, das ist so ein Remember-Lied, wenn man möchte.
Roc: Große Gefühle….
Rom: Wie gesagt, ursprünglich wollte ich mich eigentlich über CURE ein bisschen lustig machen, das ist mir nicht gelungen.
E: Ist auch heute noch eine tolle Band.
Rom: Ein bisschen ironisch ist es ja, über die Leibesfülle und Frisur machen wir uns ja lustig. Ist halt eine Mischung aus Ironie…
Roc:… und echten Gefühlen.
Ri: Große Emoband, zeigen echte Gefühle auf der Bühne…

L: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein so tolles Video von „Winter“ zu machen? (Anm: Das Video ist hier zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=iWBylfsc8ho)

Roc: Wir wollten immer schon ein Video zu „Winter“ drehen, und wir haben uns halt verabredet. Da hats auch tagelang geschneit. Dann haben wir uns getroffen, und sind rumgelaufen und haben halt gefilmt.
Ri: Sollte halt ein richtiges Rockstarvideo werden…
Rom: Wir wollten mal ein richtiges Video haben, das ist das erste Video was wir gemacht haben. Und Rocky hat beruflich was mit Film zu tun. Und wenn man schon einen Experten hat, sollte man das auch nützen.
Roc: Wir sind einen halben Tag mit zwei Kameras rumgelaufen. So wie das eben auch ursprünglich geplant war. Ja, und das Schneiden war dann noch ein ordentlicher Sack voll Arbeit!

L: War es Zufall, dass bei dem inbrünstigen Gitarrensolo vorm GiG plötzlich die Frau mit den Einkaufstüten durch Bild läuft?
E: Die Leute sind einfach vorbeigegangen, und hat es nicht weiter interessiert.
Ri: Ich denke, dass die Leute Schiss hatten…
Roc: Wir haben das auch öfter gedreht, Ringo hat das Solo ein paarmal gespielt. Eben vorm GiG, und auch am Riveufer. Das ist auch drinnen.
H: Das war nicht einmal gedreht und sofort im Kasten. Und die Leute sind halt wirklich einfach vorbeigegangen. Die haben meistens nicht mal hingeguckt.

L: Im Song „Wir sind Klabusterbären“ ist mit der Textzeile „schlechte Kritik im Plastic Bomb, das sind Klabusterbären“ das PLASTIC BOMB verewigt. Jetzt in dem Kontext möchte ich mal ganz blöd fragen: Wie findet ihr das PLASTIC BOMB?
Ri: Mayo hat das im Abo, der ist jetzt nicht da. Ich lese mir das halt manchmal durch…
Roc: Das liegt dann rum, und jeder guckt mal rein…
E: Ich habe mal ein Abo gehabt. Für mich ist das PLASTIC BOMB eine coole Zeitung, weil da immer für mich interessante Bandberichte und politische Berichte über irgendwelche Aktionen drinnen  waren. Und ganz besonders haben mich immer die Reviews interessiert.

L: Was waren das eigentlich für Reviews? Ich muss gestehen, dass ich sie selber entweder nicht gelesen habe, oder irgendwie an mir vorbeigegangen sind…
E: Bei der letzten Scheibe jetzt war die Kritik im übertragenen Sinne so:“ Ich lege die Scheibe ein, und hab schon was ganz fieses erwartet, und bin komplett überrascht.“ Das sollte eigentlich für die anderen Kritiken sprechen.
H: Deutschpunk-Rumpel-Disco mit Sixties-Einschlag. Es hat genau unsere Musik getroffen, auch wenns natürlich abwertend gemeint war…
E: Dem Reviewer hat es halt nicht gefallen.
Rom: Die kennen uns halt nicht, und die im Ruhrpott haben auch eine andere Mentalität. Die haben halt nix damit anfangen können…
E: Wir sind ja nicht die einzige hallische Band, die schlechte Kritiken hatte. Aber wir gehören zu den Bands, denen es egal ist…

L: Zählt mal auf, welche Platten ihr bisher rausgebracht habt

E: Vor der „Verpeilt in Berlin“ gab es die „Amerika“ und davor die „Too Old to Die Young“. Diese zwei wurden auf jeden Fall im Plastic Bomb besprochen. Und die ersten zwei Alben waren „Tage im Rausch“ und „Kifferträume“.
Roc: Die „Amerika“ ist auch richtig gut. Und die „Too Old to Die Young“ ist auch nicht schlecht…
Rom: Man muss aber sagen, dass wir im Vergleich zu „Verpeilt in Berlin“ diese zwei Platten selber aufgenommen haben, und man muss schon zugeben, dass da ein paar Fehler, hauptsächlich so Timing-Geschichten, drinnen sind. Das klingt zum Teil etwas rumpelig. „Verpeilt in Berlin“ haben wir auch selber aufgenommen, haben es aber in so einem Profi-Studio mixen lassen. Da wurde schon was zurecht gebogen.

L: Ihr macht ja jetzt auch Unplugged-Konzerte. Habt ihr das in der Vergangenheit öfter gemacht, oder ist das eine neue Facette von euch?
Rom: Ne, das haben wir schon einmal gemacht, in einer ganz kleinen Kneipe, die hieß Waschhaus. Da haben wir zwischen den Waschmaschinen gespielt. Das war 2006. Das hat damals viel Spaß gemacht, und das haben wir jetzt noch mal aufgegriffen, weil wir jetzt ein bisschen Zeit haben, was auszuprobieren.
L: Wie war das Feedback vom Publikum?
Rom: Das war super, der Laden war ausverkauft. Da mussten wir Leute wegschicken, weil nicht alle reingepasst haben. Da waren 160 zahlende Leute, plus Leute, die wir eingeladen haben.  Also über 200 Leute, und das unter der Woche. Ja, und kam gut an. Mehr kann man dazu nicht sagen, die Leute haben Party gemacht…
Wir machen gerne mal so Sachen, die herausstechen. Wir haben zu Halloween auch schon eine MISFITS-Party gemacht, wo wir auch andere Bands eingeladen haben. Alle verkleiden sich, auch das Publikum. Das haben wir bisher zwei Mal gemacht, wir wollens ja nicht übertreiben. Und da haben wir und noch eine andere Band halt so MISFITS-Covers gespielt. So verhindern wir auch, dass wir immer mit dem selben Set in Halle auftreten. Wir müssen eh aufpassen, dass wir nicht zu oft in Halle spielen.
Wir lassen uns auch für jedes Konzert in Halle etwas Besonderes einfallen.

L: Ich habs leider noch nie geschafft, Euch live zu sehen…

E: Wir spielen jedes Jahr zu Weihnachten am 25.12.

L: Ist halt ein blöder Termin für mich und auch meine Freundin, da wir als Nicht-Gebürtige-Hallenser dann oft auswärts Weihnachtsverpflichtungen haben…
E: Weihnachten ist für uns halt ein toller Termin, weil alle Leute, die aus Halle weg sind, sind zu Weihnachten da. Und am 25. abends weiß niemand, was er machen soll. Da gibt es Leute, die sieht man dann echt nur zu dem Termin, einmal im Jahr. Das sind auch Leute, die wichtig sind, aber die sieht man nur da…
Ri: Und da sieht man da alle auf einmal…
Roc: Die man nicht sieht, das ganze Jahr…

L: Sind noch weitere Unplugged-Konzerte in Planung?
Rom: Köthen machen wir noch.
E: Wir haben eben noch ein Konzert in Planung, in Köthen.
Rom: Und vielleicht in Bremen. Das haben wir noch nicht ausdiskutiert.
H: Also ich bin dafür!
E: Also fix ist eben der Termin in Köthen, im Rockster 73. Das ist ein altes Kino.
H: Das ist absolut großartig da.

L: Wann nehmt ihr Eure MTV-Unplugged-Session auf?
E: Wenn MTV wieder Musik spielt….
Rom: Auf unserer nächsten CD werden wir vielleicht ein Lied von uns in einer Unplugged-Version draufgeben. Was fetzigeres als das Original….

L: Gibt es auch neue Termine von „normalen“  Konzerten?
H: Am 29.10. in Hohenmölsen.
Rom: Und am 25.12. in Halle. Großes Weihnachtsspringen.

L: Was hört ihr privat für Musik?
E: Unsere Musikgeschmäcker sind breit gefächert, eigentlich alles, bis auf Tekkno. Angefangen von Blues, was einige Leute in der Band hören, Jazz…
Rom: Britpop, Independent,…
E: Punkrock, Reggea, Ska,… Ich habe letzte Woche wieder BOB MARLEY gehört, das erste Mal nach 10 Jahren…
Rom: Unsere Musikgeschmäcker sind recht verschieden, das kommt aber auch insofern der Band zu gute, wegen der verschiedenen Einflüsse. Wenns nach mir ginge, würden wir viel poppiger sein, aber Ecki als Punkrocker passt auf, dass das nicht passiert.
Deshalb kommt auch die Mischung jetzt zu Stande, wie es sich anhört.
Meine Lieblingsbands sind CRO-MAGS und OASIS.
E: Bei mir geht’s los bei RANCID…
Rom: RANCID finde ich auch toll…
E: das geht weiter mit SUBLIME, JAYA THE CAT, VOLLBEAT, das geht dann mehr in den Metalbereich
Roc: TOMTE, THE CURE und STEPHAN REMMLER.
Ri: Punk, Metal und Jazz…
H: Das reicht auch, Punk, Metal und Jazz ist gut gesagt… Und bei mir kommt noch Rock´n´Roll dazu.

L: So, da ich ja noch nicht sooo lange hier wohne, jetzt noch ein paar Fragen zu Halle allgemein: Was für Bands gibt es in Halle so?
Rom: Es gibt eine relativ große Szene, allerdings hängt man nicht mit allen so herum. Es gibt halt ein paar Bands, wo man die Musiker schon lange kennt. Das ist bei THE HEADLESS HORSEMEN so, die machen Psycho Boogie. Das sind einfach Freunde von uns, die haben auch vorher schon in vielen anderen Punk – und Metal-Bands gespielt. Wir sind ja auch schon lange in der Szene, und das sind halt Kumples. Es gibt viele Nachwuchsbands, da haben wir nur zu den PRIMATEN Kontakt, das ist eine Schülerband, die Punk spielen.
Dann gibt es noch LADEHEMMUNG, MÜLLSTATION und KVD.
E: KVD machen wenn sie grad Lust haben immer wieder ein Konzert, die Leute sind alle noch da.
Ja zu den Bands und deren Umfeld haben wir den meisten Kontakt. Das ist vielleicht auch altersbedingt.
Rom: Die waren halt auch beim Ende der DDR dabei, und das sind halt unsere Kumpels. Die nachfolgenden Generationen haben halt ihre eigenen Netzwerke.
E: BABY UNIVERSAL muss man auf jeden Fall noch nennen, und die AC VIBES.
Rom: Das ist eine ganz gute Rockband.
Roc: Die sind zu zweit, die sind super!
Rom: CHEMIE VERSEUCHT gibt es noch, die sind ziemlich gut, und das sind Freunde von uns.
Roc: BADFISH, eine Reggea-Punk-Band.
E: Das VOSTOCHNY FRONT ORCHESTRA.
Rom: Das ist eine Skaband. Da sind ein paar Russen dabei, die in Halle wohnen.
Dann gibt es noch die CITY CRACKS DOWN, die machen so Hardcorepunk.
Es gibt bestimmt noch Tausende Bands, die wir jetzt vergessen haben, die jetzt beleidigt sind.
E: Es gibt bestimmt um die 50 Bands in Halle in der Szene. In Halle gibt es auch viele Proberäume. Teilweise sind das Gebäude, die die Verwalter nicht anders vermieten konnten. Da sind dann in einem Haus 20 bis 30 Proberäume. Also, es gibt echt viel.
Ri: Es gibt dann noch jede Menge HC-, Metal- und Oi-Bands, das kriegen wir aber alles nicht so mit.
Rom: Wir sind zu alt, und kriegen das gar nicht mehr mit. Weil wir nur noch zu unseren eigenen Konzerten gehen.

L: Könnt ihr mir kurz ein paar Worte und die Entstehungsgeschichte von folgenden Läden sagen:
VL
E: Es gab zwei ehemalige besetzte Häuser in der Kellnerstraße.
Rom: Das ist da, wo das MDR-Haus steht. Die Häuser stehen heute noch…
E: In diesen besetzten Häusern ist das VL als Cafe unten drinnen gewesen.
Und da das Viertel saniert wurde, und als Medienzentrum umgebaut wurde, haben die eben hier in der Ludwigstraße 37 das Ersatzobjekt bekommen.
Rom: Legalisiertes Wohn- und Kulturprojekt. Wir hatten auch schon im alten VL in der Kellnerstraße unseren Proberaum, ja und jetzt sind wir hier. Und wir sind echt gerne hier!!
E: Und kulturell sicher der beste Laden in der Stadt!

L: Reil 78
Rom: Das jüngste von den besetzten Häusern.
E: Das ist halt ein politisch korrektes Haus.
Rom: Die machen viele Kultursachen, und auch recht interessante Konzerte, mehr in Richtung HC.
Ri: Und da ist noch eine nette Disco dabei.

L: GiG
H: Das allererste besetzte Haus in Halle. Seit 20 Jahren.
E: 1990 wurde Haus besetzt, und von damaligen ehemaligen Mitbesetzern der Hafenstraße und anderen Hallensern . Die wohnen jetzt zur Miete der Stadt. Jetzt ist es nur noch eine Vereinskneipe, wo auch gute Konzerte stattfinden, wo jeder willkommen ist.
L: La Bim
Rom: Das Kino gibt es leider nicht mehr, Schade. Da findet jetzt ein Betreiberwechsel stadt. Wenn wir da Konzerte gemacht haben, wars immer toll! Da ist ein sehr schöner Saal, und die Leute sind relativ unkompliziert.
Roc: Es war ein sehr schönes Kino, mit tollen Programm, aber das gibt es leider nicht mehr… Man konnte rauchen da…
E: Wenn man eine Party machen möchte, und eine Location sucht, wo ein paar Leute mehr rein passen, dann hat man das La Bim anmieten können.
Rom: Das war eben der Vorteil, dass das La Bim größer ist, als die anderen genannten Läden.
Ri: Dann kann ich noch die Hafenstraße empfehlen, das heisst jetzt Rockstation. Und das Hühnermanhatten.
E: In der Hafenstraße, also jetzt Rockstation, gibt es schöne Veranstaltungen und schöne Konzerte. Auch Hippie- Stoner- und Rockabilly-Veranstaltungen. Da haben sich eigene Vereine gegründet, um die Veranstaltungen durchführen zu können. Und ist auch ziemlich stark frequentiert.
Ri: Da gibt es schöne Konzerte, kann man hingehen.
E: Das einzige Problem ist, dass man mit dem Taxi nach Hause muss.
Rom: Oder eine halbe Stunde laufen…
Roc: 10 Minuten!
E: Ich bin früher eigentlich gerne nach Hause gelaufen, das ist mitten in einem Garagenkomplex und Industriebauten, die aus Holz gemacht sind. Die dürfen nicht abgerissen werden. Daher ist es optimal, um sich frei zu entfalten. Es ist ja nicht so, dass da nur Konzerte veranstaltet werden. Es gibt Proberäume und freie Werkstätten. Also, wenn man keine Kohle hat, kann man da hin. Man kann auch Anlagen für Konzerte anmieten, das haben wir selber schon öfters gemacht. Und auch ein Tonstudio gibt’s, wir haben da mal eine Platte aufgenommen.
Rom: Es gibt dann noch jede Menge gute Studentenklubs in Halle, aber wenn wir da jetzt jeden aufzählen, sind wir morgen noch nicht fertig…

L: Gab es in Halle auch zu DDR-Zeiten eine Punkszene und Bands?
E: Es gab eine ziemlich große Punkszene in Halle zu DDR-Zeiten.
Rom: Sein Bruder hat darüber ein Buch geschrieben.
E: Also, mein Bruder hat Sozialpädagogik studiert. Und der hat halt seine Diplomarbeit über Punk in in Halle und der DDR gemacht. Seit Anfang der 80er Jahre gibt es hier in Halle eine Punkszene. Die genauso wie überall in der DDR gut überwacht war. Aus dieser Szene sind so Bands wie KVD entstanden. Zum Teil auch MÜLLSTATION. Auch in Halle war in der Christusgemeinde ein ganz lieber Pfarrer, wie es halt zu DDR-Zeiten war, der sich den Leuten auch angenommen hat. Da gab es Punkkonzerte in Halle mit SCHLEIMKEIM beispielsweise, wo die Stasi herumgestanden hat.
Da gab es die Kirchentage in Halle, wo richtig viel los war. Ich kann mich noch gut erinnern, ich hatte damals Innenstadtverbot. Also, ich musste bei der Polizei antreten, und persönlich unterschreiben, dass ich an dem Tag zu Hause bleibe.
Rom: Daraus sind dann ab 1989 auch die ersten Grafiti-Leute entstanden. Deshalb fand ich Halle auch immer schön. Das waren auch Leute, die alle mit der Punkszene zu tun hatten oder sich für Hardcore begeistern konnten. Aus dieser Suppe enstanden auch die Skater. Und die haben sich alle gemeinsam im VL oder GiG getroffen. Das fand ich früher toll in Halle, dass sich Skater, Skinheads, Punks, HipHopper immer zusammen getroffen hat. Jaja, das war toll, die alte Zeit…
E: Heute sind ale Szenen getrennt. Aber einige Hipphopper und Skater von damals sind heute noch unsere Feunde.

L: Was wollt ihr zum Abschluss noch los werden?

Roc: Wir lieben das PLASTIC BOMB!
Rom: Wir würden uns über Auftritte wo anders, als hier in der Umgebung freuen! Wer Interesse hat, kann uns ruhig mal einladen(Anm: Also wer was organisieren möchte, soll sich ruhig melden)
Aber nur für einen Bierkasten spielen wir nicht mehr, wir wollen auch ein bisschen Gage haben. Wir wollen nicht viel haben, aber ein bisschen halt.
Also, die Leute sollen es halt so organisieren, dass halt auch Leute kommen. Wir haben schon auf Konzerte gespielt, wo noch drei andere Konzerte im selben Kaff waren. Und da war dann niemand da, und wir haben keine Gage gekriegt.
Also, es wäre nett, wenn die Veranstalter Werbung machen könnten, und sich mit den anderen Veranstaltern in der Umgebung absprechen könnten.
Wir wollen eben keine Miese machen, und die Leute sollten sich ein bisschen Mühe geben. Für so lieblose Veranstaltungen sind wir zu alt…
H: Damit wurde alles gesagt.

Das Foto ist von Miriam Papastephanou.

-Latti-

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