Juhu, in diesem Winter findet am 29. und 30. Dezember wieder das PUNK IM EIMER Festival im AZ Wuppertal statt! (Flyer am Ende des Interviews nochmal in groß) Damit ihr alle die Einzelheiten erfahrt, war die PIE-Crew so nett, mir ein paar Interviewfragen zu beantworten:

Wann findet das Punk im Eimer statt, welche Bands stehen schon fest, wie hoch wird der Eintritt sein und welche highlights erwarten uns sonst noch?

Also, los gehts am Donnerstag, den 29.12. und dann geht das halt so weiter und es ist die ganze Zeit offen bis, naja schätzungsweise Samstag Mittag oder so.
Livemusik gibbet immer ab Nachmittags bis nachts irgendwann keiner mehr auf der Bühne stehen kann.

Wir wollen halt wieder einen netten Mix an DIY-Krachmusik anbieten. Es spielen:
Abgesagt, Unrest, Next War Ends, Isolation, Morbid Mosh Attack, Protest Grotesk, Last Legion Alive, T.O.D., Insonnia, Estrella Negra, Frontex, Auweia und Punk-O-Mat...

Drumherum gibbet auch ne Menge Zeux, zum Bleistift ne Lesung und natürlich Aftershowsause vom DJ nachts, Filme, das übliche Merchzeux, Feuertonnen und lecker veganes Frühstück und abends was Warmes und furchtbar viel billiges Bier und Glühwein...

Ajo, ein Schwarzfahrer_innen Solikonto gibts auch. Wenn also wer beim Weg zum Festival erwischt wird, können wir uns an den Kosten beteiligen, zumindest bis der Topf leer ist. Öffentlicher Nahverkehr sollte kostenlos sein...

Achso, ja Eintritt müssen wir leider auch irgendwie nehmen. Ist alles Richtung Selbstkostenerhalt angelegt, wir denken, dass wir mit 5 Tacken am Tag und 8 für beide hinkommen...

Wem kommt der Erlös zu Gute, falls nach Auszahlung der Bands noch was übrig bleibt?

Also, wir machen am Ende immer Dosenschießen, und wer als letztes steht,
kann die Kasse mitnehmen...



Ne Quatsch, die Bands spielen ja alle für ne Kiste Bier, Futter und Sprittkohlen. Wenn genug reinkommt, ist das natürlich nett. Was übrig bleibt, packen wir dann in vernünftige Projekte. Ich denke das entscheiden wir dann, wenn wir
wissen, ob was rumgekommen ist. Zum Beispiel gibts Menschen die bei der autonomen 1.
Mai-Demo in Wuppertal tierisch eingemacht wurden von den Bullen und jetzt dicke Strafen zahlen sollen, oder die Karawane, das ist eine Gruppe im AZ, die total gute Antira-Arbeit macht, und und und... Da gibts ohne Ende Gruppen die ein bisschen Knete gut gebrauchen könnten. In private Taschen geht da nix.

Das Punk im Eimer war ja ursprünglich als eine Art "Gegenveranstaltung" zum Punk im Pott gedacht. Was war damals der Vorwurf an Alex Schwers?


Das eine ist: Dadurch dass das Punk im Pott so riesengroß aufgezogen wird, mit Riesenhalle und entsprechendem Equipment und Mitarbeitern und so, müssen da natürlich viele Sachen bezahlt werden und dann wird das natürlich teuer.

Und dann sind natürlich Leute ausgeschlossen, die nicht die Knete haben und das widerspricht irgendwie volles Rohr unserem Verständnis von Punk. Also haben wir uns damals überlegt, dass wir da nen D.I.Y.-Ding machen, mit möglichst
wenig Knete im Spiel.

Der andere fette Punkt ist, dass wir die Stimmung da zunehmend scheisse fanden. Wir wollen da jetzt nicht die ganzen Leute, die da hingehen pauschal über einen Kamm scheren, aber wir fanden, dass es uns einfach zu stumpf wurde, dass
die Besucher und evtl auch so manche Band da teilweise mit linker und/oder emanzipatorischer Politik einfach nix am Hut hatten. Das is so nich unser Verständniss von Punk (ums mal kurz zu halten).

Naja, und dann haben wir auf die Kacke gehauen und gefrontet, vor dem letzten Festival und gesagt, dass ist alles viel zu kommerziell und zu wenig Anarchie.
Daraufhin hat sich Alex Schwers dann schwer angepisst gemeldet und gemeint, dass er das mehr oder weniger alleine organisiert und er dass nach wie vor für die ganze Szene macht und so. Und irgendwas mit Eier in der Hose und
Möchtegern-Punks, die wir sind, hat er auch gemeint – Wir haben uns konfrontativ verhalten, er fühlte sich angemacht...

Wie wurde der Zank beigelegt?

Also, wir haben überall richtiggestellt, dass Alex das allein auf die Beine stellt und so, haben aber gesagt, dass unsere Kritikpunkte von oben bestehen bleiben. Das geht ja auch nicht direkt gegen den Alex Schwers, sondern ist ja eher so eine Szene-Kritik. Naja, das wars soweit.

Wie ist die Sachlage heute, seht ihr euch noch als Gegenveranstaltung?


Ich weiß nicht, ob Gegenveranstaltung das richtige Wort ist... Das sind halt verschiedene Ansätze, was zu machen: Groß, fett, teuer und kleiner, komplett selbst organisiert, anarchistisch. Wo die Leute hingehen, müssen sie einfach selbst entscheiden...

Wir fandens geil, dass beim letzten Punk im Eimer eine Band auf beiden Festivals gespielt hat – das waren die Kaput Krauts und dieses Jahr machen Auweia! es ja auch genauso.

Wie geht ihr mit Gehetze gegen das Punk im Pott um?

Das müssen die Leute ganz einfach selber wissen. wir 'hetzen' auf jeden fall nich dagegen.

Wie läuft denn das Festival für euch ab, seid ihr die ganze Zeit am Routieren? Wie viele Leute sind denn in der Orga? Und arbeitet ihr 24h durch oder gehts...?


Naja, das ist schon ordentlich Arbeit, sowas auf die Beine zu stellen, aber wir sehen uns da jetzt nicht als Dienstleister für ein Publikum, sondern wollen halt mit den Leuten zusammen ne fette Sause machen und uns die Zeit zum selber feiern auch nehmen. So als Kern sind wir sechs Leute in der Orga-Crew aber dann
gibts noch ohne Ende Menschen die mithelfen. Jede macht halt soviel, wie sie Zeit und Bock hat, und wir gucken schon, dass sich einzelne da jetzt nicht verausgaben.

Außerdem setzten wir fett auf die Selbstorganisation der Leute die kommen. Was Sachen wie Flaschen einsammeln und so angeht. Wir haben auch keine Türsteher oder so was in der Art, weil wir davon ausgehen, dass, wie letztes Mal, die Leute einfach gut aufeinander aufpassen und Stressvögel da ganz schnell keinen Spass mehr haben.

Natürlich haben wir auch immer Leute die nüchtern sind, falls was ätzendes passiert.

Wuppertal gilt ja inzwischen als Nazihausen, was ratet ihr den Gästen, die vielleicht noch nie oder noch nicht oft im AZ waren für die sichere An- und Abreise und wenn sich wieder Nasen auf der gegenüberliegenden Straßenseite positionieren und rumnerven?


Mmmh... also die Naziszene, die sich da in Wuppertal ausgebreitet hat ist nicht
ungefährlich. Das sind halt absolut skrupellose, gewalttätige Arschlöcher – Faschisten halt. Aber ich finde, das darf auch nicht mystifiziert werden, dass Leute jetzt Schiss haben nach Wuppertal zu kommen. Wenns auf der An- und
Abreise Stress mit Faschos gibt, werden wir das mitbekommen und entsprechend handeln. Die Leute sollten halt einfach ein bisschen die Augen offen halten.

Zum Autonomen Zentrum selber sollen die Faschos ruhig kommen, am besten mit allen ihren Freunden. Dann haben wir die ganzen Nazipisser auf einem Haufen und dann sind da ein paar hundert besoffene Punx, Crusties, Antifas und so – da dürfte die Sache klar sein. Wobei wir jetzt auch keine Heldengeschichten brauchen...

Noch Anmerkungen, Aufrufe, Wünsche, Ratschläge...?


Kommt vorbei, wenn ihr wollt, habt Spaß, passt aufeinander auf...

Und schonmal jetzt einen Dank, an alle Leute und Bands die das Punk im Eimer supporten...

Danke für´s Interview!!

Ich danke auch!!

Und HIER der Flyer nochmal in groß