Und auch das Restist to Exist darf was sagen, hier ein paar Fragen von mir und Antworten dazu von Thommäs.

Ist das Resist to Exist Festival eins von Vielen, oder könnt ihr etwas besonderes auffahren, bzw gibt es etwas, worauf ihr euch selbst besonders freut?

In allererster Instanz unterscheiden wir uns natürlich, wie auch das Break The Silence Festival, durch unseren nonkommerziellen DIY-Ansatz vom gängigen Rest der Festivallandschaft. Wir haben weder Interesse an Gewinn, noch an einer Kommerzialisierung unserer Subkulturen. Natürlich muss dabei aber immer die Refinanzierung der Veranstaltung selbst im Auge behalten werden. Ohne Eintritt geht es in dieser Größe ganz einfach nicht mehr. Zumindest nicht in Deutschland. Leider! Wenn man bedenkt wie viel Kohle allein die teils absolut unsinnigen Auflagen fressen, stößt man schnell an die finanziellen Grenzen. Das Break The Silence Festival hat dazu ja schon einige deutliche Worte in seiner Absagenbekundung verfasst. Uns geht es da nicht anders! Das Festival selbst nimmt so gesehen lediglich die reinen Selbstkosten als Eintritt. Was dabei nicht rein kommt muss der Tresen wieder ausgleichen. Das DIY-Prinzip funktioniert in dieser Dimension ausschließlich über die Besucherzahlen. Sollten die bei uns einbrechen, haben auch wir ein enormes Problem an der Backe und das Thema Resist To Exist Festival hätte sich damit auf alle Zeit erledigt. Schon in den vergangenen Jahren haben wir Defizite teils über das gesamte Jahr mit Solikonzerten u.Ä. ausgleichen müssen. Der überwiegend positive Zuspruch der Besucher gibt uns dabei aber Jahr für Jahr neue Hoffnung und Motivation für das jeweils nächste Resist To Exist Festival!

Worauf wir uns in diesem Jahr ganz besonders freuen sind mit Sicherheit die Shows von EXTREME NOISE TERROR, TOTAL CHAOS, VITAMIN X, OI POLLOI, NASTY, BUMS und TOTENMOND! Ein solches Line Up sieht man in Kombination wirklich mehr als selten! Worauf wir uns ebenfalls freuen ist (aktuell leider noch nicht zu 100% fix) die Kampagne "Auf Nazis scheißen", die nach Plan auf dem Resist 2011 ihren Auftakt begehen wird. Zudem planen wir für das Zirkuszelt aktuell eine Infoveranstaltung zum Thema "Nazis im Hardcore" und ein paar Filmchen zum Thema Punk & DIY. Ob das aber wirklich klappt wie geplant steht derzeit noch in den Sternen.

Eine weitere Neuerung wird die Vernetzung der Berliner Familie sein, in der ein Großteil der Berliner Haus-/Kulturprojekte (Tommyhaus, KVU, Potse, Bunte Kuh usw.) mit Ständen auf dem Festival vertreten sein werden um über ihre aktuelle Situationen zu informieren, Kontakte zu knüpfen oder aber einfach nur ein paar Soli-Euros für die eigenen Projekte zu sammeln.

Wie viele Menschen arbeiten denn am Festival mit und was passiert mit den Überschüssen
(also teilt ihr das unter euch auf oder kommt das einem bestimmten Zweck zu)


Die Kernorga des Resist To Exist Festivals beziffert sich auf rund 20 Mitglieder. Während des Festivals werden wir von ca. 200 zusätzlichen Helfern in den Bereichen Auf-/Abbau, Catering, Sanitäter, Security, Technik und Tresen unterstützt. Alle Mitarbeiter als auch die Kernorga selbst arbeiten vollkommen ehrenamtlich, also ohne auch nur einen einzigen Cent für ihr Engagement zu erhalten. Es ist wahnsinnig geil zu sehen, dass es trotz des zunehmenden Eventdenkens innerhalb der Szene Jahr für Jahr immer wieder solch zahlreiche Unterstützung für uns gibt! Ohne all die freiwilligen Helfer wäre das Festival Nichts!

Ernsthafte Überschüsse gab es seit dem Bestehen des Festivals noch nie. Vielleicht waren es das ein oder andere Mal 300/400 EUR Plus, in anderen Jahren dafür aber auch wieder ein deutlich dickeres Minus. Angenommen wir würden unerwarteterweise ein absolut dickes Plus einfahren, wird die Kohle für das Festival im kommenden Jahr genutzt. Im Optimalfall können wir dadurch unseren Eintrittspreis beibehalten oder noch besser sogar nach unten korrigieren. In einer Welt die immer und immer teurer wird, wird eine Korrektur nach unten aber leider immer unwahrscheinlicher. Leider, leider, leider!

Im Laufe der Zeit ist aus dem Festival ein gemeinnütziger Verein – der "alternati e.V." – hervorgegangen. Hierüber unterstützen wir neben der Organisation des Festivals Projekte gegen rechte Gewalt, ehrenamtliche Arbeit in Berliner Klubs, engagieren uns im sozial-benachteiligten Bereich und versuchen den Nonprofit-/DIY-Ansatz des Resist To Exist auch über die Grenzen des Festivals hinaus zu tragen. Fuck commerce!


Wie viele Gäste erwartet ihr, wie viele waren letztes Jahr da?

Mit 2.300 bis 2.500 Besuchern fahren wir einen optimalen Schnitt und bekommen die Kosten des Festivals auf Plus-Minus-Null. Alles darüber ist Gold wert, alles darunter kritisch. In den letzten Jahren haben sich die Besucherzahlen im Schnitt auch in diesem Bereich eingepegelt. Aufgrund der Wettersituation hatten wir 2010 allerdings deutlich geringere Besucherzahlen. Wenn uns dies in diesem Jahr erneut passieren sollte, bekommen wir ernsthafte Probleme. Aktuell gehen wir für dieses Jahr von ca. 2.000 Besuchern aus. So ganz genau kann man das bekanntlich aber auch nie einschätzen. Zwar bieten Myspace, Facebook und Abgefuckt recht gute Indikatoren, garantieren können aber auch sie nichts.


Was gibt es (vor allem veganes/vegetarisches) zu futtern, wie teuer wird das Bier sein?
Darf Fremdalk mit auf´s Gelände, ist Glas erlaubt?


Nachdem uns im vergangenen Jahr mehrere Gäste den Wunsch nach veganen Futterständen äußerten, haben wir in diesem Jahr ein wenig Struktur in die Planung der Food-Stände einfließen lassen. Aktuell haben wir eine vegane und vegetarische Feldküche, einen Fischstand, einen Kaffe- und Eisstand und den Stand von "Satansbraten" auf dem Platz. "Satansbraten" bietet von Suppen, über Fleisch, Deftiges bis hin zu vegetarischer Kost nahezu alles an.

Bezüglich des Bieres fahren wir eine ähnliche Politik wie auch beim Eintrittspreis. Wir bieten einerseits eine kostengünstige Biervariante an, bei der die Preise (als auch die Qualität des Bieres) niedrig angesiedelt sind und eine höherwertige Variante (Berliner Pilsner), die etwas mehr kostet. Im Klartext bedeutet das: Billigbier = 1,50€ (0,4l), Berliner Pilsner = 2,50€ (0,4l). Zudem wird es auch 3 unterschiedliche (selbstgemachte) Bowlesorten im Angebot geben, die mit 2,50€ für einen knappen halben Liter auch vollkommen im fairen Preisrahmen liegen!

Fremdalk darf bei uns grundsätzlich mit auf das Zeltgelände genommen werden! Dies gilt aufgrund der Geländeaufteilung allerdings ausschließlich für unsere Zeltgäste. Tagesgäste oder Gäste die am Abend wieder nach Hause fahren erhalten dieses Privileg nicht. Das hat wie beschrieben mit der Aufteilung des Geländes zu tun und weniger mit einer konzeptionellen Überlegung dahinter. Grundsätzlich gilt wie bei fast allen anderen Festivals auch: Glasflaschenverbot! Das Mitnehmen von Fremdalk auf das Bühnengelände erlauben wir aus Sicherheitsgründen nur im offenen Plastikbecher.

Wie haltet ihr euch das übliche Nazi-Gesocks vom Leib, das sich ja gern mal auf Festivals mogelt und dort die Leute nervt?


Bisher traten die Nazis nicht offensiv gegen das Resist auf, oder wir haben einfach nicht davon erfahren, weil sich jemand darum kümmerte. ;) Werden Nazis unter den Gästen durch HelferInnen oder Gäste entdeckt, werden sie vom Gelände entfernt, sofern sie sich kooperativ verhalten. Werden sie frech, handgreiflich oder fotografieren gezielt Leute wird etwas offensiver verfahren. Da gibt es auch gar keine Diskussion! Im Endeffekt sollte jeder die Augen offen halten – sowohl wir, als auch die Besucher!


Über Entgleisungen wie Thor Steinar müssen wir selbstverständlich gar nicht erst reden!
Good Night White Pride!!!


Auf welche Band freust du dich am meisten?


Da wir ein vollkommen bunt gemischter Haufen sind, ist das natürlich bei jedem von uns unterschiedlich. Ich z. Bsp. freue mich besonders auf Bums, Nasty und Totenmond. Andere wiederum auf Extreme Noise Terror, wieder andere auf Fahnenflucht, Oi Polloi, Vitamin X oder meinetwegen The Offenders. Bei insgesamt 40 Bands ist am Ende für jeden Geschmack etwas dabei und genau so soll es auch sein! Wir wollen ein durchmischtes Festival und keines, dass sich ausschließlich auf ein bestimmtes Genre festlegt. Ob Punk, Hardcore oder SKA ist vollkommen egal! Hauptsache bunt!


Wer räumt eigentlich am Ende den ganzen Mist wieder auf, habt ih nen bezahlen Putztrupp oder müsst ihr ran?

Bezahlter Putztrupp! Hahahaha, du bist ja süß!!!! DIY und dann Putztrupp zum Aufräumen? Das funzt nicht! Neenee, aufräumen dürfen die gleichen Deppen, die auch in der Orga sitzen! Also wir selbst! Eine wahnsinnig spannende Angelegenheit! Jeder, der das nicht glaubt ist liebend gern eingeladen uns dabei zu unterstützen und sich selbst zu überzeugen! ;-) Zudem haben wir wie viele andere Festivals auch ein Konzept zur allgemeinen Müllvermeidung. Im Gegenteil zum populären Müllpfand halten wir aber auch an dieser Stelle unsere Idelae in die Höhe und setzen statt eines finanziellen Zwangs eher auf das freiwillige Entgegenkommen der Besucher. Jeder, der am Ende des Festivals einen vollen Müllsack abgibt erhält von uns Freibier. Dieses Konzept ist deutlich humaner als eine Pflicht zum Müllpfand und hat in den vergangenen Jahren zunehmend positiven Anklang gefunden!


Ok, dann darfst du jetzt noch eure Gewinnspielfrage für 2x EINE Karte nennen!

"Wer profitiert finanziell vom Resist To Exist Festival?"

A) Mercedes Benz
B) Die Veranstalter
C) Niemand

Die Antwort bitte bis Dienstag den 19.Juli um 14uhr an Ronja in der Bomben Community. Es gewinnt die richtigste und/oder originellste Antwort. Keine Romane! Viel Glück!