Interviews

LeoLogoLEO & THE LINEUP gehören neben BABYLOVE & THE VAN DANGOS definitiv zu den heißesten Ska und Reggae-Importen aus dem kühlen Dänemark. Die neunköpfige Formation hat zwar ebenso wie zuvor erwähnte Kollegen ne gute Portion Soul auf Tour & Tonträgern mit dabei und die Einflüsse von LEO & THE LINE UP sind ebenfalls breit gefächert, der gesamte Ansatz ist meiner Meinung nach aber insgesamt doch etwas traditioneller. Beide Bands haben übrigens noch eines gemeinsam, nämlich dass sowohl LEO & THE LINE UP, als auch BABYLOVE & THE VAN DANGOS beide aus Kopenhagen kommen. Am 21. Januar treten die famosen Dänen übrigens auf dem großartigen „Ruhrpott Ska Explosion“-Festival in Dortmund auf, wo der geneigte Hörer die Damen und Herren auch mal wieder außerhalb ihrer Heimat livehaftig erleben kann. Das übrige Line-Up neben LEO & THE LINE UP kann sich selbstverständlich ebenfalls wieder mehr als sehen lassen. MR. SYMARIP (aka Roy Ellis) with THE HURRICANES (spielen Mitglieder der AGGROLITES mit), die RUTS DC, THE VALKYRIANS, LOS PLACEBOS, THE TALKS und einige andere (nicht minder interessante) Kapellen & Künstler spielen (bzw. spielten, wenn das Ding gedruckt ist) diesen Freitag ebenfalls im Dietrich-Keuning-Haus zum ekstatischen Tanze auf. Für ortsfremde Menschen mit einer Affinität für karibische Klänge ist die Leopoldstraße übrigens die U-Bahn-Haltestelle der Wahl, hält quasi direkt vor der Tür des Veranstaltungsortes dat Teil...

chrisDas Kosmonaut-Festival nahe Chemnitz wird 2016 vier Jahre alt und kommt in den Kindergarten. Ursprünglich von der lokalen Band Kraftklub ins Leben gerufen, hat sich das Kosmonaut zu einem Großen unter den kleinen Festival entwickelt. Obwohl bekanntere Namen von Pop über Rap bis zu Punk auf dem Flyer stehen, ist man mit ca. 15 000 Besucherinnen und Besuchern noch recht familiär. Familiär ist das Kosmonaut Festival auch aufgrund der häufig persönlichen Verbindung der Festivalorganisatoren zu vielen auftretenden Künstlern.

Dieses Jahr geben sich am 24. und 25. Juni in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt unter anderem Casper, Alligatoah, Prinz Pi, Feine Sahne Fischfilet, Olli Schulz, Turbostaat, Die Nerven, Schnipo Schranke und viele weitere sich die Klampfe in die Hand geben. Wir haben Projektleiter Chris Möller vom Kosmonaut mal ein paar Fragen per Mail gestellt.

Nächste Woche steht das Kosmonaut-Festival in Chemnitz an. Das Festival gibt es erst seit 2013. Fühlst du dich noch als Anfänger oder schon als Profi?

Audio88 Yassin Halleluja Album CoverAuf einmal ging alles ganz schnell. Nachdem den Berliner Rappern Audio88 & Yassin sich für ihr Erfolgsalbum "Normaler Samt" im letzten Jahr viel Zeit gelassen haben, erscheint morgen mit "Halleluja"der Nachfolger. Dazu haben wir uns ein bisschen gemeinsam an den einzelnen Liedern abgearbeitet.

Zur Feier des Tages gibt es hier bereits eine Kurzfassung des Interviews. Was die Rap-Nörgler an Punk Scheiße und an Cloudrap gut und wie sie es mit der Religion, die ja das zentrale Thema auf "Hallelujah" ist, halten, erfahrt ihr dann in der nächsten Plastic Bomb Nr. 96.

Am 10. Juni ist euer neues Album „Halleluja“ erschienen. Nachdem ihr euch mit dem letzten Album „Normaler Samt“ ja fünf Jahre Zeit gelassen habt, ging es diesmal ziemlich schnell. Wo nehmt ihr die plötzliche Disziplin her?
Audio88: Ich würde es nicht Disziplin nennen. Da wir jetzt Berufsmusiker sind, haben wir nun etwas mehr Zeit, um Musik zu machen. Diese Zeit haben wir scheinbar großartig genutzt.

Yassin: Das letzte Album ist ja noch nicht so alt. Daher wussten wir bei dieser Platte, was zu tun ist. Es gab keine große Überraschungen und man konnte besser planen. Das hat uns insgesamt den Kopf frei gehalten.

Insgesamt ist das neue Album mit acht Stücken ja sehr kurz geworden. Wäre es nicht besser, es als EP zu benennen?

 

ts web1

Vor zehn Jahren hätte man ihren Sound wohl Emo genannt. Heute wohl am ehesten Post-Punk. Oder doch Indie Rock? Oder auch einfach… Punk? Wie auch immer. Die Richtung, in die Turbostaat gehen, ist derzeit ziemlich angesagt. Allerdings spielen sie ihren emotionalen Punkrock schon seit 15 und nicht erst seit zwei oder drei Jahren. Aus der Post-But Alive/Dackelblut/Muff Potter-Generation der 90er Jahre haben sie den verkopften und gefühligerem Deutschpunk als einer der ersten in die Nullerjahre rüber gerettet und damit wohl viele Kids in Studenten-WGs in meist mittelgroßen Unistädten inspiriert, ihre eigene Band zu starten, die statt Shirts Jutebeutel als erstes Bandmerch druckt.

Geplant war das sicher nicht. Turbostaat reagieren eher verwundert und norddeutsch bescheiden, wenn man sie nach ihren Plänen oder Zielen fragt. Vielleicht neben ihrer Freundschaft auch ein Grund, warum sie nach 15 Jahren immer noch Musik machen. Und weil sie immer noch irgendwie die unprätentiösen Punker aus Flensburg sind.

Am 29. Januar kommt ihr neues Album raus. „Abalonia“ heißt es und anlässlich dessen trafen wir sie beim Punk im Pott-Festival mit Marten und Jan zum Interview. Hier gibt es schon mal einen Ausschnitt. Das ganze Interview ist dann in der nächsten Plastic Bomb.

Philipp

carburetorsNach kleiner Pause gibt es hier nun wieder eines der berühmt berüchtigten 8-Fragen Mini-Interviews. Erwischt hat es diesmal die CARBURATORS, welche ihrerseits eigentlich weniger mit Punk und Artverwandtem zu tun haben, sondern eher dem Rock'n'Roll und Metal fröhnen. Hard Rock aus Oslo der eher professionellen Art, trifft auf betont unseriösen Fanzine-Journalismus, der konsequent dilettantischen Art. Ob das Ganze lesenswert geworden ist, sei mal dahingestellt, die aktuelle Platte „Laughing At Death“ rockt aber auf jeden Fall schweinegeil...

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Machen wir uns nichts vor: Auch im auslaufenden Jahr 2015 ist Punk immer noch eine ziemliche Schwanzparade. Trotz zahlreicher Diskussionen der letzten Jahre und Jahrzehnte herrscht hier ein höhrerer Männerüberschuss als an einem Dienstag Vormittag im Swingerclub. Auch Plastic Bomb kann sich da, trotz der allmächtigen Ronja an der Spitze, nicht ganz von ausnehmen. Als die Idee aufkam, doch mal mehr Kolumnen ins Heft zu nehmen war klar: Kolumnistinnen werden bei gleicher Eignung und Qualifikation bevorzugt eingestellt. Über Umwege wurde uns dann die großartige Denice Bourbon zugespielt, die nicht weiter überzeugt werden musste und sofort zusagte.

Denice kommt eigentlich aus Finnland, kindheitete in Schweden und lebt nun in Wien, wo sie Künstlerin, Entertainerin, DJ, Burlesque-Tänzerin und und und ist. Sie definiert sich aus Queerfeministin und schreibt schon seit Jahren für verschiedene Formate, unter anderem die Kolumne „Lesbennest“ für das feministische Magazin an.schläge. 2013, im zarten Alter von 37, legte sie bereits ihre Biographie „Cheers! Stories of a Fabulous Queer Femme in Action“ vor. Nun begrüßen wir sie bei Plastic Bomb.

Noch etwas: Denice besitzt zusätzlich die Dreistigkeit auf Englisch zu schreiben. Aber wenn ihr nicht alle eure Englischkenntnisse durch Netflix perfektioniert habt, gibt es ja immer noch Google Translate.

Hey Denice, welcome at Plastic Bomb. What can the reader expect from your new column "Queer as Hell, Punk as Fuck"?

Dieser Oliver! Auf den allerletzten Drücker kam dann doch noch die Freigabe für das Interview. Aber er darf das, denn er ist Jude. Wer sich jetzt fragt, was das für ein dummer Spruch ist, kennt wahrscheinlich Oliver Polak bisher nicht. Sein erstes, autobiographisches Buch trug den Titel „Ich darf das, ich bin Jude“ und erschien 2012. Dort beschreibt der ambitionierte Jogginghosenträger ziemlich schonungslos seine traurige Jugend im tristen norddeutschen Kaff Papenburg. Daraufhin folgte ein Stand-Up-Programm gleichen Inhalts. Mit Oliver Polak wurde sogar Antisemitismus zum Gagfeuerwerk. Die Schattenseiten des plötzlichen Ruhms waren allerdings, dass er irgendwann ausgebrannt war und mit schweren Depressionen in der Psychiatrie landete. Und Herr Polak wäre nicht Herr Polak, wenn er daraus auch nicht wieder ein lustiges Buch gemacht hätte: „Der jüdische Patient.“ Darauf folgte die Stand-up-Tour „Krankes Schwein“ und jetzt, basierend auf seiner neuen Kolumne in der Welt am Sonntag das neue Programm „Supersad.“ Aber vorher gab es noch ein nicht ganz kontroversloses Interview, welches hier auszugsweise erscheint. Komplett erscheint es dann am 24. November in der aktuellen Plastic Bomb #93.

 

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BABYLOVE & THE VAN DANGOS sind in den Augen des Schreibers dieser Zeilen einfach eine Klasse für sich und zwar sowohl in musikalischer als auch textlicher Hinsicht. Nicht nur, dass die Herrschaften doch einige Klischees weniger in ihren Songs verbauen als viele Kollegen, sondern auch die schiere Vielzahl von Stimmungen, welche in der Musik von BABYLOVE & THE VAN DANGOS zum Tragen kommen, sucht einfach schlichtweg ihresgleichen. Eine ganz große Band, für die das Etikett Ska eigentlich schon fast zu klein ist. Die Kollegen sind übrigens im November hierzulande unterwegs, wo ihr euch dann selbst ein Bild von der Güte der Band machen könnt, wenn ihr denn möchtet. Wer solange nicht warten möchte oder kann, sollte zum aktuellen Album der Dänen greifen, hilft auf jeden Fall gegen die ärgsten Entzugserscheinungen. Textlich sind Songwriter Daniel und Kollegen übrigens grundsätzlich eher persönlich unterwegs. Wobei die Band, die übrigens mit den Polit-Mods von THE MOVEMENT befreundet ist, aber zu wichtigen Themen auch definitiv kein Blatt vor den Mund nimmt.

PB: Warum habt ihr euch denn den relativ martialischen Beinamen „die Soldaten des Reggae und Ska“ gegeben, bloß um die Hippies von euren Konzerten abzuschrecken, oder um die VAN DANGO (dänische Folk, Jazz, Skiffle und Blues Kapelle aus den 70ern) Reminiszenz in eurem Namen ein wenig auszugleichen, oder steckt da gar eine tiefere Bedeutung hinter dieser selbstgewählten Bezeichnung?

fritteSozusagen als Teaser gibt es hier nun ein klitzekleines Mini-Interview mit den Herrschaften von der FRITTENBUDE, welche ja mit ihrem aktuellen Album (mit Namen "Die Möglichkeit eines Lamas") wieder keck die ein oder andere Genregrenze niedertanzen. In der nächsten Printausgabe wird es dann ein ausführliches Interview mit den "Electropunkern" aus Geisenhausen (ehemals, jetzt Berlin bzw. Autobahn) geben.

the_boysIn der nächsten Ausgabe wird es ein neues Interview mit Matt Dangerfield von den BOYS geben. Anfang des Jahres wollten die BOYS nämlich eigentlich eine kleine Tour im Land der Mitte spielen, welche ursprünglich auch ganze 9 Konzerte umfassen sollte. Nach ihrem Eintreffen in China mussten die altehrwürdigen englischen Herrschaften des Punkrocks allerdings leider zu ihrer großen Enttäuschung feststellen, dass die eigentlich zuvor fest eingeplanten Gigs allesamt vom Chinesischen Kulturministerium ersatzlos abgesagt worden waren. „Sicherheitsbedenken“ und Bedenken bezüglich „der  Kontrolle der Zuschauerströme“ waren  die von staatlicher Seite offiziell angegebenen Gründe für

166080_295911073834653_465619630_nWir haben uns überlegt, dass es wahrscheinlich durchaus Sinn machen würde, nach und nach ältere  Interviews  ehemaliger und derzeitiger Schreibsklaven via Internet öffentlich zugänglich zu machen und zwar als eine Art regelmäßige Rubrik hier auf der PLASTIC BOMB Homepage. Wir möchten, dass auch jüngere Leute und Menschen mit Papierallergie in den Genuss von Sachen kommen, die mehrheitlich schon lange out of print sind. Los geht es mit einem Interview aus der Nummer 78 mit Pete Stahl (SCREAM), welches von Micha und mir Anfang 2012 via E-Mail (und zwar relativ kurz nach der Reunion) geführt wurde.

Hier und an dieser Stelle nun das recycelte Interview mit den AGGRESSORS BC aus der #89...

AGGRESSORS

 

Siberian Meat Grinder sind wieder auf Tour, die neue Scheibe im Gepäck! Eine ausführliche Rezension zum neuen s/t Album gibts im Plastic Bomb #92 (August). Hier schon mal die Tourdaten:

19.07.15 DE Frankfurt - AU info w/ MDC
20.07.15 CZ Prague - Klub Buben info follows NEW
23.07.15 DE Kiel - Schaubude info | tickets
24.07.15 DE Karlstadt - U&D Festival info
26.07.15 DE Karlsruhe - Alte Hackerei info NEW
28.07.15 DE Dresden - Chemiefabrik info
30.07.15 DE Berlin - Cassiopeia info | tickets
31.07.15 CZ M.Trebova - Pod Parou Fest info | tickets
01.08.15 HR Pula - Monteparadiso Fest info
05.08.15 DE Munich - Free & Easy fest info w/ Ratos De Porao
06.08.15 SLO Tolmin - Punk Rock Holiday info | tickets
08.08.15 SK Sered - Ffud Fest info & tickets

Bis es los geht, haben wir hier noch ein Interview das Henni mit der Band für Plastic Bomb #85 geführt hat!

Hervorgegangen aus Mitgliedern von den unterschiedlichsten, teilweise bekannten russischen Untergrundbands, spielen SIBERIAN MEAT GRINDER einen bunten Crossover-Mix aus den unterschiedlichsten Subkultur-Genres. Heraus kommt ein einheitlicher Sound aus schnellen Musikparts, mit lauten Elementen des Thrash-Hardcores und Metal und Rock und und und.
In Russland haben sie sich schon eine große Fanbase erspielt. Bei ihren wilden Konzerten befinden sich sowohl Metaller, als auch Iropunx, Antifakids oder HC-Recken im Pit, alles schön Unity und so… Im Herbst war die Band auch in Deutschland auf Tour. Wer sie gesehen hat sollte seinen Spaß gehabt und im Anschluss einen komplett zerstörten Konzertladen vorgefunden habe
n.

K.I.Z. muss man kaum noch vorstellen. Schon allein weil derzeit die Promo-Maschine für das fünfte Album „Hurra die Welt geht unter“ läuft und sie auf allen Kanälen präsent sind. Da machen wir natürlich gern mit, weil viele bei Plastic Bomb große Fans der Band sind. Und weil sie ein kleiner Meilenstein für unser Heft sind. Wenn mich nicht alles täuscht, war K.I.Z. die erste Hip-Hop-Combo, die  Plastic Bomb interviewt wurde. Das war 2010 in Dortmund – Ronja, Andi und ich. Damals haben wir uns noch im Vorwort entschuldigt, weil wir die Chuzpe hatten, die gemütlich eingelatschten Punk- und Hardcore-Pfade mal kurz zu verlassen und sowas wie Hip Hop überhaupt zu erwähnen. Nachdem kurz zuvor der erste Nietenkaiser mit dem berühmten Penis-Bandlogo auf der Lederjacke vor meinen Augen aufgetaucht ist, wusste ich, dass es an der Zeit ist.

Wie eben diese Zeit vergeht. Inzwischen wird im Schnitt pro Heft durchschnittlich eine Rap-Band oder einE Rap-KünstlerIn interviewt. Da wir inzwischen ja unbestritten das wichtigste Sprachrohr der Rapszene sind, und weil K.I.Z.  auch am 10. Juli ein hervorragendes neues Album namens "Hurra die Welt geht unter" rausbringen (Eine Review findet ihr hier ), ist es eine gute Gelegenheit, sie noch einmal vor das Mikro zu holen.

Hier findet sich ein Teil des Interviews schon einmal vorab. Es ist etwa die Hälfte. Den Rest gibt’s in der nächsten Printausgabe der Plastic Bomb. Da geht’s dann richtig an’s Eingemachte! Harr!!

Das dritte K.I.Z.-Interview im Plastic Bomb erscheint dann turnusmäßig 2020. Bis dann!

Euer neues Album ist ja sehr düster und eher ernst. Voll beißender Ironie, wenig Klamauk. Warum kein Party-Album?

 

ACHTUNG: Dies ist kein aktuellen Interview, sondern eines von 2006. Wer ein ganz aktuelles Interview mit NEUROTIC ARSEHOLES-Sänger Dierk lesen möchte, kauft sich am Bahnhof eine Ausgabe von PLASTIC BOMB #91 !!! Ganz neu ist auf PLASTIC BOMB RECORDS die erste NEUROTIC ARSEHOLES LP "Bis zum bitteren Ende" als Neuauflage erschienen.

Ein Platz in der Historie des Punkrocks ist den NEUROTIC ARSEHOLES wohl bis ans Ende aller Tage sicher. Die Band aus Minden spielte zwischen 1980 und 1986 einen unvergleichlichen Stil. Punk, klar. Aber auf einer höher gelegenen Ebene als die oft recht einfach gestrickten Hauruck-Combos jener Tage. Oft schnell, energisch, mit einer einzigartigen Gitarre, intelligenten deutsch- wie englischsprachigen Texten und einem Gesang, den man unter tausenden anderen Stimmen problemlos wiedererkennen kann. Die ARSEHOLES waren ihrer Zeit weit voraus, passten so gar nicht in das Klischee aus Holzhammer-Deutschpunk und dauerbreiten Chaostage-Destroy-Punks mit ihrer öffentlich zelebrierten Selbstzerstörung.

Der Mut zu musikalischen Experimenten und Vielfalt zahlte sich aus. Die beiden LPs "Bis zum bitteren Ende" (1983) und "Angst" (1985) werden auch noch in 20 Jahren zu den Klassikern gehören, da bin ich mir sicher. Eine besondere, aussergewöhnliche Punkband wird man in jeder Dekade zu würdigen wissen. Solltet ihr sie noch nicht besitzen, so empfehle ich euch dringend euren Geldbeutel zu plündern.

Seit ihrer recht überraschenden Tour 1998 haben die NEUROTIC ARSEHOLES kein Konzert mehr gegeben. Und seitdem gab es auch keinerlei Interviews und Berichte mehr über die Band. Mehr zufällig traf ich ihren Ex-Bassisten Zahni auf einem Punkkonzert im "Stumpf" in Hannover. Ich glaube es war beim Gig von NEIN NEIN NEIN und der BILANZ. Wir unterhielten uns ein wenig, nichts Weltbewegendes. An diese Begebenheit, die rund ein Jahr zurückliegt, erinnerte ich mich kürzlich. "Warum nicht einfach mal was über die NEUROTIC ARSEHOLES bringen?", dachte ich mir. An einem brütend heissen Tag Anfang Juli setzte ich mich in den Zug nach Hannover und besuchte Zahni in seiner Wohnung zusammen mit meinem Kumpel Micha K., der mich netterweise mit 2 Fahrrädern am Bahnhof abholte und begleitete. In der Dachgeschosswohnung bei ca 80° und ein paar gut gekühlten Bieren führten wir das Interview. Es ist ganz interessant geworden, wie ich finde. Die Band ist übrigens NICHT wieder aktiv, damit da keine Missverständnisse aufkommen. Es gab KEINEN konkreten Anlass wie eine neue Platte, Tour oder Reunion. Das Interview kam einzig und allein zustande, weil Zahni und ich da Bock drauf hatten.

mw1Als Kind der 1980er, aus dem schließlich ein Kinderpunk in den 1990ern wurde, kam man um ihn und seine Band …But Alive nicht herum, insofern man Punk als politisch versteht. In den Nullerjahren, als Marcus Wiebusch den Punk zumindest als Szenezusammenhang hinter sich gelassen und erfolgreich ruhigere Indierock-Pfade mit Kettcar beschritten hat, war er oftmals für die gleichen Leute – ob immer noch Punk oder nicht - weiterhin Begleiter durch die Postadoleszenz.

In diesem Jahr legte er mit „Konfetti“ sein erstes (richtiges) Solo-Album vor. Ein Album, was sowohl die Wut vergangener …But Alive-Tage als auch die gefühlige Kettcar-Seite enthält. Marcus schafft es, thematisch am Puls der Zeit zu sein. „Der Tag wird kommen“, ein langes, angepisstes Stück gegen Homophobie im Profifußball wurde besonders breit rezipiert. Ein aufwändig hergestellter Kurzfilm zum Lied, der zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht fertig war, hat mittlerweile (Ende Oktober) über 700.000 Klicks auf YouTube.

Dementsprechend beschäftigt ist Marcus seitdem. Nach längerem hin und her per E-Mail zwischen drei Vollzeit beschäftigen Männern schafften wir es dennoch, im August einen Termin für ein Interview in Hamburg zu finden und plauderten neben neuen und alten Musiker-Aktivitäten auch über die Tagespolitik, sein heutiges Verhältnis zu Punk und was eigentlich von …But Alive übrig blieb.

Lars + Philipp

Marcus, du blickst ja auch eine recht lange Musiker-Karriere zurück. Warum kommt jetzt erst das Solo-Album?

Weil ich mich in meinen Bands bisher wohl gefühlt habe und nicht die Notwendigkeit sah, ein Soloalbum zu machen. Warum das jetzt der Fall ist, liegt auch sicherlich daran – und so viel Ehrlichkeit muss gestattet sein - dass das letzte Album mit Kettcar nicht ohne Spannungen entstanden ist – auch gerade vor dem Hintergrund, dass wir schon so lange gemeinsam Musik machen. Da hat sich einfach wie in einer alten Ehe so viel eingeschliffen und eingeschlichen. Ich bin glaube ich auch nicht der erste Musiker, der diese Erfahrungen macht. Es gibt ganz viele Bands, wo der Haupt-Songwriter irgendwann sagt: So, ich mache jetzt mal nur, was ich will. Und so ist es jetzt auch bei mir. Ich wollte vor allem wieder schneller Musik machen, also schneller zu Ergebnissen kommen und nicht mehr so viel reden müssen über die Musik.

Mitte der 90er gab es ja schon während …But Alive-Zeiten das Hippiekacke-Tape gemacht. Eigentlich war das doch dein erstes Soloprojekt. Warum wird das so wenig thematisiert?

Hier bekommt ihr ein Kurzinterview mit Alex, dem Organisatoren des alljährlichen "Punk im Pott"-Festivals zu lesen. Ich bin gespannt wen von euch man am 27. und 28.12. in der Turbinenhalle in Oberhausen antreffen wird. Zu den Bands und Spielzeiten findet ihr einen Link am Ende des Interviews. Ebenfalls einen Link findet ihr zum Kartenvorverkauf. Das PLASTIC BOMB wird nach vielen Jahren erstmals wieder einen Plattenstand beim "Punk im Pott" aufbauen und neben den geilsten Platten des Universums auch ein paar ausgewählte T-Shirts mitbringen. Wir sind gespannt was uns erwartet...

Letztes Jahr hast du mit EGOTRONIC eine eher untypische Band auf dem "Punk im Pott" spielen lassen. Bist du mit dem Experiment so zufrieden gewesen, dass du dieses Mal die ANTILOPEN GANG spielen lässt?
Da denke ich nicht viel drüber nach. Die Bands passen ja von der Attitude hervorragend und ob die sich jetzt mit ner E-Gitarre, nem Synthesizer oder ner Geige ausdrücken möchten is mir egal.
Es wird dieses Jahr auch noch ein geheimes Ukulelen-Trio, bestehend aus Musikern bekannter Bands spielen. Allerdings nur in der Umbaupausen, keine Sorge !

Martin ist ein Typ, der immer in Bewegung bleibt. Es ist immer was los mit ihm. Kein Stillstand. Weinig Pausen. Keine Ahnung wann und wo wir uns kennen gelernt haben. Es muss 2013 gewesen sein. Erst vor so kurzer Zeit, obwohl man doch aus derselben Stadt kommt. Es bleibt ein Rätsel. Seitdem sehen wir uns öfter, und es ist auch immer lustig.
Seit geraumer Zeit gibt es nun die Band BEATMARTIN, in der Martin singt und Gitarre spielt. Die Debüt-Platte nennt sich "Ruhrpottsoul" und beinhaltet zudem 60s-Rock/Punk, 1979-Punkrock, Beat, Rock´n´Roll und Mod-Sound.
Als Martin kürzlich eines Abends ein wirklich hervorragendes, scharfes veganes Thai Curry für uns kochte, kam auch Asi vom Label WEIRD SOUNDS vorbei. Asi hatte zufällig die Testpressung der LP dabei, die wir nach dem Essen laufen liessen. (Ein Review findet ihr HIER). Es war ein schöner Abend mit geilem Essen, viel Bier, guter Mucke, und am Ende gab´s noch KIM WILDE von Plattenspieler und BEATLES-Songs auf der Gitarre.
Die Releaseparty findet am Freitag, den 24.10.2014 im Djäzz in Duisburg statt. Vorher möchte ich euch BEATMARTIN kurz vorstellen.

Vor zwei Monaten atmeten viele erleichtert auf. Am 9. Juli 2014 konnte das AJZ Neubrandenburg gekauft werden und ging somit nicht in die Hände eines anonymen Bieters. Das Hausprojekt ist nicht länger bedroht, dennoch zieht so ein Kauf natürlich einen Rattenschwanz an Aufgaben und Konsequenzen nach sich, der erstmal geschafft werden will oder vielmehr muss.
Abgeschlossen ist der Prozess der Hausübernahme noch nicht. Da es aber sicher viele interessiert, wie es dem AJZ und den Menschen dahinter geht, wie sie die letzten Monate empfunden haben und was in Zukunft geplant ist, findet ihr an dieser Stelle ein ausführliches Interview mit dem AJZ NB. Vielen Dank an alle Beteiligten, die sich trotz der vielen neuen Herausforderungen die Zeit fürs Beantworten genommen haben!



Hallo AJZ NB, euer Haus war in letzter Zeit sehr präsent, ein anonymer Bieter gab bekanntlich ein Kaufangebot beim Insolvenzverwalter ab. Könnt ihr uns erzählen, wie ihr von diesem Angebot erfahren habt und was eure ersten Reaktionen darauf waren?

Unser Haus am See haben wir 2005 von der mittlerweile insolventen Frau Widerna gepachtet. Als sie insolvent ging und die Zwangsverwaltung eingesetzt wurde, war uns schon von Anfang an klar, dass irgendwann der Tag X kommt, an das Verfahren geschlossen wird - und wir damit verkauft werden. Über die Jahre hinweg haben wir uns immer mal wieder damit auseinander gesetzt, mehr oder minder versucht Pläne zu schmieden, wie und ob wir das Haus selber kaufen oder ob wir uns dann eine neue Immobilie suchen. Allerdings war das Thema immer nur in unregelmäßigen Intervallen präsent - deswegen haben wir uns lieber mit unseren Konzerten und Veranstaltungen beschäftigt, statt uns weiter mit der Zukunft zu beschäftigen.
2013 haben wir alle zusammen Urlaub gemacht - da kam uns ins Gedächtnis, dass unser Pachtvertrag erstmal auf 10 Jahre geschlossen wurde, die 2015 auslaufen würden. Also mussten wir uns wohl damit beschäftigen. Ende 2013 hat sich bei uns eine Gruppe zusammen gefunden, die ziemlich straight an der ganzen Geschichte gearbeitet hat. Die mussten sich viele Sachen erstmal genauer anschauen, vor allem viel Formalienmist: Grundbuch, Insolvenzverfahren, Versicherungen, Steuern und so weiter. Anfang 2014 haben wir uns im AJZ auf einem „Großen Plenum“ dazu entschieden, den Hauskauf anzugehen. Im Mai ging dann die Meldung an den Insolvenzverwalter, dass wir Kaufinteresse haben - Freitag vor Pfingsten 2014 hat uns dann die Assistentin des Verwalters angerufen und uns mitgeteilt, dass das Verfahren läuft, es einen Bieter gibt und wir nun 2 Wochen Zeit hätten, darauf zu reagieren.
So beschissen die Nachricht war, besser hätte der Zeitpunkt nicht sein können. Wir bekamen den Anruf ein paar Stunden vor unserem gemeinsamen Urlaub über Pfingsten - damit hatten wir die darauffolgenden 3 Tage Zeit, uns den ganzen Tag damit zu beschäftigen und einen Plan zu schmieden.

2012 war „Ich will nicht nach Berlin“ von Kraftklub für mich eine Art Soundtrack des Jahres. Ich zog in diesem Jahr für einen sehr interessanten Job vom beschaulichen Ruhrgebiet nach Berlin, da tägliche Pendelei zwischen Essen und Berlin aus nachvollziehbaren Gründen nicht in Frage kam. Gleichzeitig wurde ich mit den dort vertonten Klischees konfrontiert: Die Idioten, die den ganzen Tag damit ausgelastet sind, sich selbst geil zu finden, gibt es hier wirklich zu Hauf. Die Hauptstadt zieht sie an wie Scheiße Fliegen. Kraftklub = auf jeden Fall Brüder im Geiste.

Zwei Jahre später habe ich mich als Arbeitsmigrant ganz gut eingelebt und meine Nischen in diesem Molloch gefunden. Zwischenzeitlich haben Kraftklub eine ziemliche Karriere aufs Parket gelegt, die ich nur noch am Rand verfolgt habe. Ihr Debut-Album „Mit K“ stieg von 0 auf 1 in die Album-Charts und hielt sich ziemlich lang dort. Zuletzt positiv aufgenommen habe ich, dass sie zu den Bands gehörten, die 2013 den Echo boykottierten, da dort auch Frei.Wild nominiert waren.

In diesem Jahr folgte dann eine ziemlich spaßige Promo-Aktion für das neue Album. Eine ziemlich schrammelige Punkband namens „In Schwarz“ wurde vom Hamburger Label Audiolith als Neuentdeckung angepriesen. Ihr erstes Lied „Hand in Hand“ wurde mit einem Video hochgeladen in dem die Musiker Sturmmasken trugen um Spekulationen über die Herkunft anzuheizen. Nachdem es einige Wochen wild hin und her ging enttarnten sich Kraftklub um gleichzeitig bekannt zu geben, dass das neue Album, das im September erscheint, den Namen „In Schwarz“ tragen soll.

Relativ zeitgleich kam wohl die Idee auf, dass man die Band doch mal interviewen könne. Nachdem sich lange nicht die Gelegenheit ergab, tütete Ronja kurzfristig ein Interview ein, dass dann am 24. Juli im Beat The Rich-Hauptquartier in Kreuzberg– Kraftklubs Management – über die Bühne ging. Genauer gesagt mit Sänger Felix, Gitarrist Karl und Basser Felix.

Trotz des Stresses, den so ein kurzfristig eingetütetes Interview quasi auf der Zielgerade des Redaktionsschlusses manchmal mit sich bringt, hat’s wirklich Spaß gemacht weil die Band einen sehr positiven Eindruck hinterlassen hat. Kraftklub sind augenscheinlich immer noch die Jungs aus Chemnitz, die jetzt vor tausenden Leuten auf Festivals spielen und bergeweise Platten verkaufen aber immer noch auf sympathische Art mit ihrer Rolle als erfolgreiche junge Popband fremdeln, was sie auch immer wieder in ihren Texten tun. Star-Allüren sind ihnen fremd. Ich habe, als ich noch Konzerte gemacht habe, schon Punkmusiker getroffen, die ab circa 100 verkauften Platten zu ekeligen Diven mutierten und wo ich mich schon fast freute, dass am Abend nur 50 Leute zum Konzert kamen. Beziehungsweise es gibt ähnlich erfolgreiche Künstler wie Kraftklub, sogar mit Punk- und Hardcore-Vergangenheit, die es im Pop-Bereich geschafft haben und deren Management nicht einmal mehr wiederholte Anfragen zumindest absagen, wenn ein popeliges Punk-Fanzine wie Plastic Bomb anfragt.

Dann lieber eine Popband, die völlig auf dem Boden geblieben ist und keine Berührungsängste hat. Sowas zeigt sich in Kleinigkeiten: Das Erste, was Sänger Felix tat, war mir einen Kaffee anzubieten und zu fragen, obs OK ist wenn sie während des Interviews rauchen. Guter Einstieg und los geht’s.

Ich durfte ja mir ja gerade mal euer neues Album „In Schwarz“ anhören (Anmerkung: Erscheint am 12. September). Ich habe das Gefühl, der Kraftklub-Kosmos dreht sich nach wie vor um enttäuschte Liebe, Saufen und Orientierungslosigkeit dreht. Schätze ich das richtig ein?

 

troubleAm 26.05 erblickt das neueste Werk des TROUBLE ORCHESTRA endlich das Licht der Welt. Auch wenn  in dem Sektor in letzter Zeit sicher nicht gerade Ebbe herrscht, ist die „Heiter“ definitiv  ein weiteres Highlight im Bereich des alles andere als unpolitischen, klar linken Hip Hops. Obwohl der Begriff Hip Hop für die Hamburger inzwischen mit Sicherheit auch viel zu eng ist. Das Kollektiv macht hörbar immer noch das worauf es Lust hat und das auch immer besser. Trotz eines gewissen Grades an Perfektionismus und gelegentlicher leichter Anflüge von Pathos wirkt hier absolut nichts konstruiert oder aufgesetzt (Hier geht es zum Review der „Heiter“). Selbst wenn so scheinbar ungleiche Partner wie Hip Hop und Postpunk musikalische Hochzeit feiern, passt das auf der „Heiter“ wie der sprichwörtliche Arsch auf Eimer. Grund genug um den freigeistigen Kollegen mal ein paar kurze feingeistige Fragen zu stellen...

Euro-Tour im Mai von WHAT WE FEEL & MOSCOW DEATH BRIGADE

Im Mai kommen WHAT WE FEEL, das Flagschiff des antifaschistischen Hardcore-Punx aus Russland, wieder auf große Europa-Tour, mit vielen Konzerten auch in Dland. Zu zweit ist der Weg nur halb so lang und deshalb sind ihre Freunde von MOSCOW DEATH BRIGADE ebenfalls mit an Board. Das verspricht eine Knallertour zu werden und ich freu mich jetzt schon wie ein kleines Kind auf die Shows.

MOSCOW DEATH BRIGADE ist ein Underground Hardcore/Rap Projekt aus Moskau (daher wahrscheinlich auch der Name, logo) mit unkonventioneller Musik. Sie setzen sich gegen den Hirnfick und die Manipulation durch die Autoritäten oder Massenmedien ein, sind klar antifaschistisch und waren vorher u.a. in der Sharp-Band RAZOR BOIS aktiv. Grund genug sie mal etwas genauer zu beleuchten, vor allem da sie hierzulande noch relativ unbekannt sind. Die Fragen hat mir Vlad beantwortet. Interview von Henni.


Es soll ja tatsächlich Leute geben, die euch noch gar nicht kennen und sich unter dem Namen MOSCOW DEATH BRIGADE nix vorstellen können… Wer steckt hinter diesen Masken? Was für Musik bevorzugt ihr? Und was beschäftigt euch, wenn ihr nicht als MDB rumhängt?

Hier kommt ein kleines Interview mit Nika von DivaKollektiv anlässlich ihrer neuen Platte "Futter"

Hallo Nika ! Ihr habt also ne neue Scheibe draußen. Erzähl mal, wie lang ihr vom schreiben der Songs, bis zum feintunen, einspielen, zufrieden sein und rausbringen der ganzen Sachen gebraucht habt?

Im Vergleich zur Egoshooter haben wir diesmal den Turbogang eingeschaltet. Einige Songs sind bereits 2011 kurz nach der Veröffentlichung vom Album „Egoshooter“ entstanden.
Dann kam erstmal eine längere Durststrecke, es gab Besetzungswechsel, Kreativpause, Identitätskrise, temporäre Ersatzmusiker und ein saftiges Bandkuddelmuddel. Wir haben nicht mehr viel gespielt und auch das Songwriting lief schleppend. Uns blieb eigentlich gar nichts anderes übrig als 2012 den RESET-Knopf zu drücken. Eine Menge Leute haben zwar rumgemault, aber für uns war das super, hat uns als Band mehr zusammengebracht.
Im Juni 2013 haben wir zur Finanzierung der Platte eine Crowdfunding Aktion gestartet. Nach 2 Monaten hatten wir die Knete für die Platte zusammen. Hier nochmal ein großes Danke an alle Leute die uns unterstützt haben. Im Oktober sind wir für 2 Wochen ins Studio und bis Ende des Jahres haben wir am Sound und Layout gebastelt.
Diese Woche feiern wir am Donnerstag, den 17.04.2014 im Comet Club in Berlin- Kreuzberg unsere Record-Release-Party mit Lulu und die Einhornfarm, All Aboard!, El Fisch von den Lokalmatadoren und DJ Vossi von Vopo Records. Das wird eine großartige Fete, auf die wir uns schon seit Wochen freuen.

Der April 1983 war ein exzellenter Monat für den Punk in Deutschland. Denn in diesem Monat erschienen zwei der bis heute besten Deutschpunk-Platten: die erste TOXOPLASMA LP und die CANALTERROR LP. Auch 31 Jahre danach haben diese Platten nichts von ihrer Klasse eingebüßt. Wir huldigen diesen beiden Platten mit einer 80s-Deutschpunk-Aktion. Den kompletten April findet ihr im PLASTIC BOMB Shop Platten oder Shirts alter Deutschpunk-Bands aus den 80er-Jahren zu Aktionspreisen: HIER

Mit dabei sind natürlich auch die beiden erwähnten Klassiker von TOXOPLASMA und CANALTERROR. Außerdem hat ein Deutschpunk-Urgestein gerade eine ganz neue Platte draussen: HASS ! Sie trägt den Namen "Kacktus" und ist ebenfalls im April zum günstigen Preis erhältlich. Ebenso wie Sachen von BRUTAL VERSCHIMMELT, SCHLIESSMUSKEL, WUT, VORKRIEGSJUGEND, RAZZIA, INFERNO, MOTTEK, MANIACS, HOA (Hostages Of Ayatollah), A+P, SLIME, NEUROTIC ARSEHOLES, BLUTTAT,...

Hier lest ihr jetzt ein Interview mit TOXOPLASMA, welches kürzlich im PLASTIC BOMNB FAnzine erschien:

Punk in Indonesien, Punk in Südafrika, Punk in Osnabrück.

Dank Globalisierung und neuer Medien wie Fax und Videotext hat sich die attraktive Selbstverwirklichungsmöglichkeit nach Scientology-Kirche und Glutenallergie in die letzten Winkel der Erde ausgebreitet. Auch außerhalb der Gewinnerländer, wo Subkultur doch noch mehr als Freizeitgestaltung und Vinylplatten horten darstellen kann und wo es einfach mal Kasalla mit der Obrigkeit und keine Likes von den Facebook-Freunden gibt, wenn man sich die Jacke bemalt und die Haare färbt.

An Exoten-Punkberichte in Fanzines und sogar im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist man also gewöhnt. Aber Punk in Nordkorea? Dem letzten wirklich – also wirklich – bösen Staat, nachdem selbst Iran auch so langsam klein bei gibt und Obama selbstgebackene Kekse zu den Atomverhandlungen mitbringt? Der muffige Retro-Terrorstaat mit dem comicsuperschurkenartigen Nachwuchsdiktator Kim Jongs Dings wo man für das Anschauen westlicher Sendungen hingerichtet wird? Verarschen?!

Vielleicht. Gulag Beach standen auf jeden Fall am 15. Januar als Vorband von Deutschlands bester Reunion Band Böhse Onkelz Hammerhead im Arbeiter- und Bauernpalast Köpi im Berliner Osten auf der Bühne. In Sturmmasken aus dem Armyshop in der Nachbarschaft. Ich verstand immer noch nicht aber fands klasse (Das Demo kann man hier anhören). Augenscheinlich war die Band trotz Verkleidung jedoch ziemlich mitteleuropäisch und auch nach dem was ich in meinem Rassenkundebuch von 1938 gelesen habe, gar nicht koreanisch. Grund genug Sänger Hupe ein paar Fragen zu Gulag Beach zu mailen.

Hallo Hupe, ähnlich wie bei Dr. Feelgood ist bei der derzeitigen Besetzung von Gulag Beach kein einziges Originalmitglied dabei. Wie kam es dazu?

1450841_10151669456507703_1035808830_nYELOW CAP aus Görlitz gibt es bereits seit 1998. Die 9 Herren aus der Oberlausitz machen seit ihrer Gründung Ska und durften sich auch bereits mit Größen wie DESMOND DEKKER die Bühne teilen. Der Sound der Kollegen lebt übrigens von einer gewissen Unbeschwertheit und Offenheit. Die neue Platte namens „Pleasure“ hat mich eigentlich ziemlich schwer begeistert und sei allen Freunden von Offbeat (der mit einer Priese Swing Jazz, Samba und Latin fachmännisch abgeschmeckt wurden)wärmstens ans Herz gelegt. Macht auf jeden Fall Lust auf den kommenden Sommer, aber nun genug des unseligen Eingangsgeschwafels...

Punk machte optisch wieder was her. Bunte Iros und granatenharte Spikes auf dem Schädel. Nieten und Farbe auf der Jacke. Das ganz schwere Geschütz. Vor Jahren züchteten Bands wie die CASUALTIES, UNSEEN und AUS-ROTTEN neues Stachelgemüse in ihrem Vorgarten. Und plötzlich liefen Legionen wilder Punks unkontrolliert um den Erdball. Doch das ist lange her. Auch OBTRUSIVE gehörten zu den Bands, die wilden Pogopunk aus der Hüfte feuerten. Dieses selbst gewählte musikalische Ghetto wurde einigen Bands in der Folgezeit zu eng. OBTRUSIVE fanden eine Lösung. Sie bereicherten ihren eigenen Sound durch einen größeren Einfluss melodischen Hardcore. Ich persönlich möchte die Band vor allem wegen ihrer wahnsinnigen, vor purer Energie strotzenden Liveshow und der politischen Botschaften ihrer Texte. Vor ein paar Jahren lernte ich sie persönlich kennen als ich ein Konzert mit OBTRUSIVE im damals noch existenten T5 in Duisburg organisierte. Nun gibt es ein neues Lebenszeichen und neue Musik. Man feiert Wiederauferstehung und Abschied. Eigentlich sollte dieses Interview in PLASTIC BOMB #86 veröffentlicht werden. Allerdings waren wir so verdammt produktiv, dass diverse Artikel und Interviews aus Platzmangel den Weg ins Heft nicht mehr gefunden haben.

Glückwunsch erstmal zu euren 10-jährigen Bandbestehen. Runde Geburtstage werden oft groß gefeiert. Wie sieht das bei euch aus?
Danke. Bei uns ist das nicht anders. Erstmal haben wir uns die neue Platte geschenkt. Da möchten wir auch gleich mal Maniac Attack Records danken dass sie uns da geholfen haben den Traum zu verwirklichen. Dann wird es an Pfingsten, genauer gesagt am 7./8.06.2014, ein 2-tägiges Festival im Jugendhaus Ravensburg geben. Wir haben uns mit den Verantwortlichen dort zusammengesetzt und ein cooles Konzept ausgearbeitet. Es wird Vorträge und Workshops geben, veganes Catering, Infostände und natürlich jede Menge geile Bands. Außerdem haben wir einige NGO’s angefragt. Wir wollen feiern und gleichzeitig Bewusstsein dafür schaffen, dass Punk und Hardcore mehr ist als nur ein Lifestyle. Viva Con Agua wird z.B. mit am Start sein, Amnesty International und evtl. noch ein paar Andere. Da sind wir gerade am Planen. Natürlich wird es auch jede Menge Musik geben. Viele befreundete Bands sind am Start, Krum Bums, Modern Pets, Über You, Riot Brigade,The Detectors und viele mehr. Schließlich wird das nicht nur unser 10-jähriges Jubiläum, sondern auch unser Abschied und da wollen wir so viele Freunde wie möglich um uns herum haben. Gleich den Termin im Kalender eintragen!!!

Februar-Aktion beim PLASTIC BOMB. Ab jetzt gibt es in jedem Monat eine Aktion im PLASTIC BOMB SHOP, kombiniert mit Infos auf unserer Homepage. Den Januar haben wir euch unterschlagen, unser Kalenderjahr beginnt mit dem Februar ;-)

Der Februar steht unter dem Motto: "25 Jahre OX-Fanzine". Im Shop findet ihre alle OX-Kochbücher sowieso die Platten der Bands vom OX-Festival zum Teil zu vergünstigten Preisen. Vom 1.-28.Februar 2014. Es handelt sich um Platten von RUTS (D.C.), ASTA KASK, VITAMIN X, GENERATORS, LOVE A.  Ihr findet sie HIER
Es lohnt sich also immer zu Monatsanfang einen Blick in den Plastic Bomb Shop (www.mailorders.de) zu werfen. Und natürlich nicht nur dann ;-)

Wer in Deutschland mit Punk und Hardcore zu tun hat, kommt früher oder später mit dem OX-Fanzine in Berührung. Joachim und Uschi sind seit 25 Jahren aktiv. Ich habe mal ein paar Interviewfragen rübergeschickt und mich gewundert wie leicht es mir von der Hand ging mir diese Fragen auszudenken. Bis mir auffiel, dass es fast alles Fragen sind, die ich mir selbst auch ab und zu stelle. Unter Fanzinerkollegen teilt man halt viele Gemeinsamkeiten ;-) Am Ende des Interviews findet ihr noch ein paar Links.
Micha.-

In 25 langen Jahren findet mit einem selbst ja ein Veränderungsprozess statt. Es bleibt ja nicht alles so wie es einmal war. Man selbst ist nicht mehr derselbe, der man mal war. Was vermisst du? Was hat sich zum Positiven verändert?
Diese ersten Fragen beantworte ich als letztes – es sind die schwersten. Wenn ich einfach so in mich reinhöre, dann fällt mir keine andere Antwort  ein, als dass alles gut ist, wie es ist. Ich habe alles, was ich brauche und was ich will, es geht mir gut. Das meine ich nicht global oder politisch, sondern einfach für meine konkrete Lebenssituation. Und ja, es ist eigentlich alles immer besser geworden – was gibt es denn auch schöneres, als wenn man die Möglichkeit hat, seine kreativen Ideen umzusetzen? (...)

 

Refpolk (Foto: Michael Volkert)
Politischer Rap nimmt im Plastic Bomb eine kleine aber wachsende Nische ein. In der aktuellen Ausgabe hat sich Kadda sich ausgiebig mit Rapperin Sookee unterhalten. Im Frühjahr vergangenen Jahr habe ich mich mal mit Refpolk über die Gemeinsamkeiten von Punk und Rap und/oder Hiphop auseinander gesetzt.
Refpolk tritt solo und mit seiner Band Schlagzeiln auf, tritt viel in linken und autonomen Läden auf und kann sicherlich einiges von dem unterstreichen, was der informierte Politpunker auch sagen kann und umgekehrt. Sookee, Refpolk und ein eine ganze andere Menge Rapperinnen und Rapper sowie sonstige Künstlerinnen und Künstler haben sich 2012 zu TickTickBoom zusammen geschlossen um linken Hip Hop, den sie auch Zeckenrap nennen, zu machen und zu feiern.
Dies tun sie unter anderen auf den Zeckenrap-Galas, die bald wieder anstehen:

 

24. Januar 2014 - Hamburg - Uebel & Gefährlich
15. Februar 2014 - Berlin - SO36 (Achtung! Nur noch wenige Karten!!)

Hier nun das Interview aus der Plastic Bomb Nr. 83:

Refpolk, was wahrscheinlich bisher wenige Rapper gefragt wurden: Welche Assoziationen hast du zu Punk? Was verbindest du damit?

Ich muss zunächst einmal sagen: Punk hat mich echt wenig geprägt. Ich war als kleines Kind Anfang der 90er in Berlin öfter in einem besetzten Haus, in dem es viele Punks gab. Dort stank es, es gab viele Hunde und eigentlich habe ich das mit Punk assoziiert. Kann sein, dass mich das so ein bisschen abgeschreckt hat. Dann bin ich Mitte/Ende der 90er politisiert worden und für viele Jugendliche spielt dann ja Punk eine Rolle. Es kann sein, dass jetzt auch linker Rap eine Rolle spielt ist aber damals war Punk noch eine wichtige Sache. Für mich nicht so. Vielleicht hing es auch mit diesen Erfahrungen zusammen.

Wie würdest du dem Durchschnittspunker, der nur „seine“ Musik hört und mit Rap maximal Sido und Bushido verbindet, Hiphop erklären?

"Wurmterror", was für ein großartiger Name für ein Buch. Und als mir Autor Rainer ein bisschen erzählt hat, wie er auf die Idee kam, was sich hinter dem Verlag und dem System "Book on Demand" verbirgt und was er selbst in den letzten Jahren so erlebt hat, hab ich mal ein kleines Interview für euch gemacht.

Das Buch könnt ihr bei Amazon und bei uns im Shop bestellen, unser Rezensent Dirk hat´s schon gelesen und HIER ein Review für euch geschrieben. Aber jetzt erst mal zum Interview mit Rainer:

Das Buch "Wurmterror" ist nicht dein erstes öffentliches in Erscheinung treten.
Erzähl mal, was du in den letzten Jahren Szenetechnisch so gemach hast!


Die "Wurmterror" ist beileibe nicht mein erstes öffentliches Erscheinen, aber mein erstes komplett selbst geschriebenes und veröffentlichtes Buch. Seit ich Ende 1979 das Fanzine "Kanal-Kultur" (später "Tiefschlag") herausbrachte spielte ich fast immer in irgendeiner Band, oder machte irgendein Fanzine, oder schrieb Artikel und Kurzgeschichten für irgendein Fanzine. Nach der Erkrankung war die Sache mit Musik für mich Vergangenheit, also blieb nur das Schreiben. Von 2004 bis 2009 veröffentlichte ich monatliche sarkastische Kolumnen für die Website Onlinezine.de, außerdem schrieb ich von 2007 bis 2009 Kurzgeschichten für das Berliner Fanzine "Pankerknacker". 2008 folgten zusätzlich einige Texte für das Buch "Keine Zukunft war gestern" aus dem Berliner Verlag "Archiv der Jugendkulturen" (hier).
Zur Zeit mache ich außer für meine Website und Buchreviews für Karl Nagels Website "Punkfoto" schreibtechnisch nichts. Aber das kann sich sehr schnell wieder ändern und schon wenn dieses Interview erscheint alles anders aussehen.

Du bist im November 2002 krank geworden, was war da los, wie lang warst du am Kämpfen und mit was musst du dich bis heute rum schlagen?

Mono für Alle haben in ihrem Interview ein heißes Eisen angepackt. Sollten Bands, die in AZs auftreten, von der Gage ihren Lebensunterhalt bestreiten können? Falls sie das versuchen, ist das die Ausbeutung der DIY-Kultur oder die Ablösung von der kommerziellen Gesellschaft? Und was ist mit den Veranstalter_innen? Außerdem spricht die Band über Auftrittsverbote in Läden, deren Helfer_innen als strukturell antideutsch gelten und von ihrem Ärger über Bands vom Audiolith-Label. Wir geben euch über die Feiertage Gelegenheit, euch ein Bild von der Band zu machen.

Interview mit Mono für Alle! in der aktuellen Bombe #85:

Wir ihr bereits meinem Festival-Bericht vom „Back to Future“ im letzten Heft entnehmen konntet, war ich von der „Mono für Alle“ Show mehr als geflasht. Ich hatte die Band vorher noch nie live gesehen, kannte aber einen Großteil der Songs mit ihren zwar oft etwas plakativen, aber absolut kritischen Inhalten.
Außerdem waren mir einige Geschichten von Versuchen, die Auftritte der Band zu verhindern bekannt, aber auch die Probleme der Band mit dem Bayerischen Verfassungsschutz und einige mehr
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Am 27. und 28.122013 steigt wieder das alljährliche „Punk im Pott“ Festival in der Turbinenhalle Oberhausen. Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein paar Überraschungen. So wurde zum Beispiel das Line-Up der „Festival der Volxmusik“ Tour für ein einziges Konzert reaktiviert: ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN, MIMMI`s und SCHLIESSMUSKEL. Es muss um 1990 herum gewesen sein, als die 3 Bands zusammen die gerade wieder vereinigte Republik bereisten.

SCHLIESSMUSKEL sind seid etlichen Jahren nicht mehr aufgetreten. Sänger Schlaffke und Schlagzeuger Techt sind aber heutzutage als ZWAKKELMANN unterwegs. Ich stellte Schlaffke ein paar kurze Fragen zum bevorstehenden Auftritt.

Einen Tag nachdem die Nachricht, dass Terrorgruppe 2014 wieder live auf der Bühne stehen werden, wie eine Bombe eingeschlagen hat, war die Band so freundlich uns ihr 1. Interview zum Thema Reunion zu geben. Die Band nennt es ja "Comeback", das Wort ist noch nicht ganz so verbrannt wie "Reunion".

Was ist denn das für eine Neuigkeit? Terrogruppe auf dem Rodeo, angeblich folgen weitere Konzerte...! Wie lange plant ihr eure Rückkehr schon, warum hat´s so lang gedauert und denkt ihr, dass die Welt auf euch gewartet hat?

MC:
Geplant wird das ungefähr seit Frühjahr 2013, ziemlich genau 3 Monate nach dem grossen Plastic Bomb Interview zur "Sündigen Säuglinge-DVD", als wir uns noch vehement gegen so´n Comeback ausgesprochen hatten.  Und gedauert hat es so lange, weil wir die ganze Zeit vorher einfach nicht wollten, wie man ja in X Interviews nachlesen konnte.
JB: Wir hatten ja auch immer soviel Anderes um die Ohren die ganze Zeit ... andere Bands, Musik-Projekte, Platten-Produktionen, Touren & Veröffentlichungen managen, spülen, Wäsche waschen, bügeln ...

Wenn ihr jetzt anfangt zu proben, denkst du, ihr schafft es bis zum 30.5. den gewohnten Standart der Terrorgruppe hin zu kriegen?

MC:
Die erste Probe war ungewöhnlich,

TTonkTom Tonk ist sicher der stilsicherste Autor im Punkbusiness. Mit scharfer Zunge entlarvt er Blender und Langeweiler, um vermeintliche Rohrkreppierer in den Olymp des guten Geschmacks zu schreiben. Da er dies mit dieses Tun mit seiner Person und seinen Erlebnissen in seiner Welt verknüpft ist dies glaubwürdig und schlechterdings überzeugend.

Sein neuestes Buch "Raketen in Feinripp" (im Plastic Bomb Shop) ist genau aus diesen Gründen momentan der Bestseller weit über subkulturelle Horizonte hinaus.

Da wir in schlechten Zeiten auch das Hullaballoo verkauften und über Insiderwissen zu Toms sexuellen Präferenzen verfügen, gestand uns der Meister selbst eines seiner überaus seltenen Interviews zu.

Und am Ende des Interviews gibt es sogar zwei Hörproben aus "Raketen in Feinripp", die Tom Tonk selbst im Duisburger Stadtwald gelesen hat.

The Tips haben eine neue Veröffentlichung zu vermelden! Am Freitag den 22. November erscheint auf Long Beach Records ihre neue Scheibe "Trippin´" Wir haben für euch eine Verlosung angeleiert, ihr könnt ein the Tips-Paket mit folgendem Inhalt gewinnen:
1 x THE TiPS - Trippin': Album
, 6-Panel Digipak, das Artwork stammt von Opie Ortiz (Long Beach Dub Allstar Mitglied, Tattoo-Künstler und Sublime Artwork-Zeichner von u.a. dem Multiplatin-Album Sublime, sowie Zeichner der berühmten Sublime Sonne
1 x THE TiPS / Rantanplan - Aero-Social: 7 Inch Split mit Rantanplan. Der Erlös aus dem Verkauf geht an das Aerosol Gelände, eine Street-Art Outdoor-Arena in Magdeburg (für Sprüher und so)
1 x DINA 3 Druck der Original Zeichnung des Trippin' Artworks von Opie Ortiz
1 x THE TiPS Logo Shirt (Größe nach Wahl)  

Was ihr tun müsst, um zu gewinnen, erfahrt ihr am Ende des Interviews, das Basti mit der Band geführt hat:

Ihr setzt euch ja auch unter anderem für die Legalisierung von Marihuana ein. Nun hat das Verfassungsgericht ja bereits 1994 erklärt, dass so etwas wie ein Recht auf Rausch aus dem Grundgesetz nicht ableitbar sei und es deshalb auch nicht für den Gesetzgeber nötig sei, Marihuana mit wirksamsgleichen oder -stärkeren Substanzen wie Alkohol oder Nikotin gleichzustellen. Letztendlich sei das Betäubungsmittelgesetz angemessen, da staatliche Organe bei geringfügigen Verstößen von einer Verfolgung von vornherein absehen könnten. Das Bundesverfassungsgericht mahnte lediglich an, dass dies innerhalb der einzelnen Bundesländer einheitlich zu geschehen habe. Wie stellt ihr euch angesichts dieser doch recht entmutigenden Entscheidung eine Legalisierung hierzulande vor?

Aljoscha: "Ich verstehe nicht warum Alkohol Legal ist und Cannabis nicht. Bei einer "Überdosis" THC bekommt man Heißhunger auf Cookies. Bei Alkohol endet das viel zu oft Tödlich. Andere Leute trinken gerne Kaffee und manche rauchen sich gerne einen Joint wenn sie von der Arbeit kommen. Ich finde das es hier in Deutschland auch Coffeshops geben sollte. Es ist unglaublich wie viel Geld dem deutschen Staat entgeht."
Philip Pfaff: Momentan sieht es ziemlich mau aus. Ich denke nicht das es grade bei so einem großen Schritt wie der Legalisierung ohne einen bundesweiten Konsens zu einem Alleingang einzelner Bundesländer kommen wird.
Wo ja selbst vermeintlich „liberale“ Bundesländer oder auch Grün-regierte sich ziemen in diese Richtung Politik zu machen. Und dann haben wir ja auch noch die große Koalition…

suendige_saeuglingeEnde Februar interviewten Ullah und ich anlässlich des Erscheinens der Terrorgruppe-DVD "Sündige Säuglinge hinter Klostermauern... zur Lust verdammt" die Ex-Terrorgrüppler Archie (MC Motherfucker) und Jacho (Johnny Bottrop). Mit Bier und nicht weniger als 50 Fragen nicht nur zur DVD im Gepäck plauderten wir wie vier heitere Omas beim Tanztee. Vor allem viel zu lang um die Auflage zu erfüllen, mit dem Interview nur drei Seiten im Heft zu füllen, welches zu dem Zeitpunkt fast schon im Druck war. Also stellten wir nur etwa die Hälfte des Interviews ins Heft und versprachen artig, die Langversion ca. einen Monat nach Veröffentlichung der Bombe Nr. 82 auf diese Homepage zu stellen, was wir nie getan haben. Akute Unlust gepaart mit Antriebslosigkeit in Kombination mit absoluter Unlust und die Gesellschaft war schuld.

Eine längere Zugfahrt durchs schöne Brandenburgische vor einigen Wochen brachten dann aber die Motivation, den ganzen alkoholgeschwängerten Sermon, der seit einem dreiviertel Jahr auf meiner Festplatte schimmelt, endlich einmal zu verschriftlichen für die "Fans"! Das Interview lässt wohl buchstäblich keine Fragen zur Band offen. Habt Spaß.

Völlig überraschend kam jetzt auf AGGROPUNK eine 7"-EP der alten deutschen Punkband SOCIETY KILLERS heraus? Ihr habt noch nie von der Band gehört? Mir ging es ähnlich. Die SOCIETY KILLERS existierten Ende der 70er. Interessant ist vielleicht, dass bei ihnen Christian von SLIME seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelte. Ich stellte Christian ein paar Fragen zu seiner alten alten Band.

Warum kommt jetzt eine EP mit fast 35 Jahre alten Aufnahmen raus? Hast du die Aufnahmen erst jetzt wieder irgendwo gefunden?
Ja, das hatte mit dem Film "1,7" von Timo Schierhorn und Mathis Menneking zu tun. Die beiden haben einen Film über Slime gemacht, der demnächst erscheint. In diesem Film tauchen einige Bands aus dem Hamburg der Endsiebziger auf, und so fiel mir diese eine Kassette wieder ein, die wir mal aufgenommen hatten. Im Film sind zwei Songs relativ prominent vertreten: Society Killers und I Need Your Blood.

Hier kann man Trailer zum SLIME-Film sehen:

http://1komma7.de/1,7/index.html

http://vimeo.com/62698632

Foto: Arne Marenda (www.rudeart.de)

In Frankreich gibt es zur Zeit einige gute Punkrock-Bands mit Sängerinnen. LA FRACTION, HEYOKA, ATTENTAT SONORE,... und auch BURNING LADY. Deren Debüt-LP/CD "Until the walls fall" könnte allen gefallen, die auf die AVENGERS stehen oder amerikanischen Westcoast-Punkrock. Ich war sehr überrascht, dass mir die Band so ausführlich geantwortet hat. Vor allem die Erklärungen zum Cover und Titel der aktuellen Platte und der Wahl von englischen statt französischen Texten finde ich persönlich sehr interessant.

Ihr seid in Deutschland noch nicht so bekannt. Erzählt bitte kurz etwas über euch. Woher kommt ihr? Seid wann gibt es BURNING LADY? Und welche Bedeutung hat der Bandname?
Hi Plastic Bomb!! BURNING LADY ist ein französisches Punkrock-Quartett mit Sophie am Gesang, Alex am Bass, Mulder an der Gitarre und Ripoll am Schlagzeug. Die Band wurde Ende 2008 in Nordfrankreich, in der Gegend um Lille gegründet. Alex und der erste Gitarrist der Band hatten vorher schon in einer Ska/Punk Band namens WORKING FROG gespielt. Sophie hat als Gastsängerin bei Auftritten von WORKING FROG mitgemacht. Nach dem Ende der Band wollte man was Neues gründen mit Sophie am Lead-Gesang. Wir entschieden die Band BURNING LADY zu nennen, wegen der Lady am Gesang. Jetzt mal im Ernst, der Name wurde gewählt wegen der Gegensätzlichkeiten der beiden Worte. "Burning" repräsentiert die Gewalt, die Geschwindigkeit und Kraft der Musik, während "Lady" für eine gewisse Weichheit und die Melodien steht.

GLOOMSTER sind eine Hardcorepunk-Band aus Eisenach. Es gibt sie zwar schon ein paar Jahre, aber ich hab den Eindruck, dass sie erst jetzt durch ihre aktuelle LP etwas bekannter geworden sind. GLOOMSTER haben ziemlich deutliche politische Texte und klare Aussagen. Das geht in Richtung RAWSIDE und GHOST STREET. Weil ich die Band mit ihre Attitüde und Musik mag, möchte ich sie euch im Rahmen eines Interviews vorstellen. Die Fragen beantwortete mit Sänger Julian.

Wie vertreibt man sich die Zeit in Eisenach, wenn man die Wartburg bereits besichtigt und auf Burschenschaftstreffen keinen Bock hat?
Eisenach ist eher ein ruhiges Fleckchen und hat für junge Menschen, die keinen Bock auf Disco haben, nicht sonderlich viel zu bieten. Wenn wir unsere Zeit nicht gerade mit Arbeit verschwenden müssen, sind wir im Proberaum oder wenn wir die Nase voll von allem haben, genießen wir die Ruhe in Eisenachs landschaftlich reizvollem Umland. Der einzige wirklich coole Club in der Nähe, ist im benachbarten Wutha. Der Laden trägt den Namen Crocodile und hier ist ca. alle 2 Monate mal ein Konzert. Das Gute an Eisenach ist wohl die günstige Lage. Da wir uns hier ziemlich in der Mitte des Landes befinden, kann man schnell auch mal in größere Städte wie z.B. Leipzig flüchten und der Weg zu Gigs, ist meistens nicht allzu weit.

Die Popperklopper haben ein neues Album raus. "Wenn der Wind sich dreht" heißt es und die Jungs waren so nett, mir ein paar Interviewfragen zu beantworten. Danke dafür!

"Wenn der Wind sich dreht" heißt eure neue und inzwischen 7. Scheibe. Was sagt uns denn dieser bedeutungsschwangere Name? Dass ihr jetzt was ganz anders macht? Oder dass sich seit eurem letzten Album einiges geändert hat...?
Lars:
Der Titel bezieht sich in 1. Linie auf den gleichnamigen Song. Aber im gewissen Sinne auch auf uns, bzw die Songs. Ich denke die Platte ist die logische+konsequente Weiterentwicklung von der "Was lange gärt..." bzw. von Popperklopper an sich+ einem Grad der Rückbesinnung wieder mehr zu den Anfangstagen (musikalisch).
Carsten: Wir haben den Song als Albumtitel genommen, weil wir denken dass das Thema des Songs ziemlich aktuell ist und viele Menschen beschäftigt. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass die ganzen Arschlöcher in den Führungsetagen, Politiker, Firmenbosse etc meinen sie könnten mit uns machen was sie wollen. Man sieht aber gerade auch in den letzten Jahren, dass es den Menschen langsam reicht und es vermehrt Widerstand gibt. Und dazu wollen wir auch aufrufen, dass man sich Gedanken macht und eben nicht einfach alles so akzeptiert. Bezogen auf die Bundestagswahl hat man leider wieder gesehen dass der Wind sich nicht grossartig drehen wird, was aber auch klar war weil da eh alle das gleiche labern. Das tut sich ja alles nicht viel.

Fällt einem denn beim 7. Studioalbum noch was neues ein? Woher nehmt ihr eure Inspirationen, seid ihr auch so ne Band deren neue VÖ nach dem klingt, was die Bandmitglieder grade privat hören?