Mit „TOD DEN HIPPIES – ES LEBE DER PUNK !“ steht uns mal wieder ein punkbezogener Film aus einer deutschen Filmschmiede ins Haus, am 26.März kommt der Film in die Kinos. Und wie immer erwarte ich Filme dieser Bauart mit einem lachenden und einem weinenden Auge...

Nach Filmen der Marke „Wie Feuer und Flamme“, „Oi! Warning“, „Dorfpunks“ oder auch „Verschwende deine Jugend“ wagt sich nun Regisseur und Drehbuchautor Oskar Roehler an den Themenkomplex 80er Jahre / (Ost-)Punk / Berlin, der fast schon zur heiligen Dreieinigkeit des deutschen Punkfilms geworden ist.
Da war alles noch so roh, wild und dreckig... Oder doch nicht?
Da setzt der Film an: eine Riege an JungschauspielerInnen, die mehr oder minder bereits mit dem großen Ungetüm PUNK in Berührung gekommen ist und die 80er Jahre der Szene, die im Film dargestellt werden, natürlich nur von Ausstellungen und Berichterstattungen kennen können.
Sie spielen Typen, die verdächtig nach „Szeneikonen“ aussehen. Abgewetzte Lederjacken, Killernieten, Hundehalsbänder, Haarspray und Sicherheitsnadeln machen's möglich. Regie geführt von jemandem, der diese Zeit als Partizipant erlebt hat. Der damalige Wahlberliner Oskar Roehler wollte mit diesem Film dem 80er Underground Berlins ein Denkmal setzen.

Erfolg oder ein Schlag ins Wasser?
Wieviel Untergrund steckt in diesem Film?
Wieviel Kalkül und rückgewandte Modeschau?
Oder doch authentischer Überraschungsstreifen?


Wir haben Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Tom Schilling & Co. Bereits in Interviews in Frauenmagazinen, TV Total und ähnlichen Formaten gesehen, in denen sie von ihrer blühenden Punkvergangenheit berichteten und mit bekannten Bandnamen aus ihrer eigenen Plattensammlung glänzen konnten.

 

Musikalisch wird der Film mit einem Song von der „Newcomer-Punkband“ MILLIARDEN unterstützt, die über einen Bandcontest an den Job kamen und die so neu ist, dass auch wir bisher noch nie von ihr gehört haben...aber sicher noch hören werden.

Ihr merkt, dass es genug spannenden Zündstoff gibt, der gern hier vor, während und nach dem Kinobesuch diskutiert werden darf. Schaut euch den Film vielleicht einfach mal an und macht euch euer eigenes Bild!

Wir haben den Film selbst noch nicht gesehen und sind gespannt, ob er den Spagat zwischen Kommerz, Vergangenheitsbewältigung und Zeitdokument schaffen kann. Der Plastic Bomb-Redaktionskinobesuch wird es zeigen.
Bericht folgt. Stay tuned.

Hier noch der offizielle Ankündigungstext, den Film könnt ihr bei Facebook liken oder auf der Homepage weitere Infos einholen:

„Wer sich erinnert, hat nichts erlebt“ (Schwarz) - Deutschland, Anfang der 80er. Auch in der westdeutschen Provinz sind die Hippies an der Macht.
Robert muss da raus. Es gibt für ihn nur die eine Stadt!
Sex, Drogen und Punk, die Versprechen von West-Berlin. Tag und Nacht verschwimmen, Robert lässt sich treiben, seine Nächte verbringt er im legendären „Risiko“. Der Ort, an dem Zeit nicht existiert, sich die Ikonen (wie Blixa Bargeld und Nick Cave) herumtreiben, dort wo alles möglich ist, alles sein kann und nichts muss. Kunst kommt nicht von Können, sie kommt vom Leben. Dabei lernt er Sanja kennen, auch eine, in der anarchischen Subkultur gestrandete, wunderschöne Seele auf der Suche nach einem Sinn.
Denke nicht an Morgen: TOD DEN HIPPIES - ES LEBE DER PUNK! ist eine Tour de Force durch das Lebensgefühl West-Berlins der wilden 1980’er Jahre – bunt und schwarzweiß, romantisch und schrill, laut und witzig, mit den musikalischen Helden dieser Zeit, gefüttert mit schwarzem Humor.
Oskar Roehler inszeniert nach eigenem Drehbuch ein authentisches, radikales und ironisches Zeitdokument über die Anarchie einer Stadt, in der Nichts mehr Gültigkeit hatte und auf Nichts mehr Verlass war. Er erzählt von denen, die aus der versnobten, konservativen Kleinstadt Westdeutschlands nach Berlin kamen, die keinen Plan hatten, politisch inkorrekt waren und deren Nichtstun eine Haltung war.

Hier noch der offizielle Filmtrailer