Die CDU Mannheim will das JUZ schließen lassen!

Die CDU wird im Laufe dieser Woche (11.-13.12) einen Antrag in die Haushaltsberatungen des Gemeinderats einbringen, in dem sie fordert, die Zuschüsse und den Mietvertrag für das Jugendzentrum (JUZ) zu kündigen. (Mehr Infos auf der HOMEPAGE)

Das JUZ Mannheim besteht schon seit 1973. Seither haben im JUZ Generationen von Jugendlichen gefeiert, das JUZ eigenverantwortlich organisiert, sich basisdemokratisch gestritten, eigene Ideen entwickelt und umgesetzt und sich dabei selbst persönlich und politisch weiterentwickelt. Unzählige Mannheimer*innen wurden durch diese in Mannheim einzigartige Institution geprägt und wären ohne das JUZ nicht die zivilgesellschaftlich Engagierten oder künstlerisch Tätigen die sie sind.

Das JUZ organisiert sich basisdemokratisch und folgt dem pädagogischen Konzept der Selbstverwaltung. Das heißt unter anderem, dass Entscheidungen von den ehrenamtlichen Jugendlichen im Konsensprinzip getroffen werden und dass das Programm und die Ausrichtung des JUZ von diesen JUZ-Aktiven geplant und gestaltet wird. Partizipation und Mitbestimmung stehen also zentral im Konzept des JUZ.

Das Programm des JUZ reicht dabei von Konzerten über Partys, dem Freiraum-Café, dem sozialpädagogisch betreuten Café-Welcome für junge Geflüchtete, politischen Informationsveranstaltungen, Deutschsprachkurse für junge Geflüchtete uvm. und spricht damit Jugendliche nicht nur aus Mannheim an.

Die CDU begründet den Antrag damit, dass das JUZ ein Hort für "linksextreme Gewalttäter*innen" sei. Dies versucht sie mit aus dem Kontext gerissenen und schlichtweg falschen Behauptungen über das JUZ und seine Aktiven zu belegen. Zum Beispiel wird die wöchentlich stattfindende Vollversammlung, bei der Dinge, wie der Putzplan und das Rausstellen der Restmülltonne organisiert werden, als regelmäßiges linksextremistisches Ereignis bezeichnet. Wir empfinden das Einstehen gegen menschenverachtende Einstellungen, wie Rassismus, Sexismus oder Homophobie, als unsere Zivilgesellschaftliche Pflicht und nicht als "linksextremen Aktivismus".

Wir als aktive JUZis finden es beschämend, dass die Antragssteller*innen sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, uns auf ihre „Erkenntnisse“ anzusprechen und in Dialog mit uns zu treten. Wir finden, dass wir das von Politiker*innen unserer Stadt verlangen können, die eine Einrichtung schließen wollen, die seit 44(!) Jahren gute Jugend und Kulturarbeit betreibt.

Wir fordern vom Gemeinderat der Stadt Mannheim gegen den Antrag auf Streichung der Fördermittel zu stimmen.