Die Punkrockband Radical Radio aus Argentienien sind ab Mai auf ihrer "Hey Hey!"-Tour in Deutschland unterwegs.

Als Gastbeitrag haben wir ein Inteview von Markus Steinberg mit der Band!

1. Wie habt ihr Euch getroffen und wie kam es dazu, dass ihr eine Punkrockband gegründet habt?
Wir haben uns vor diversen Jahren getroffen und festgestellt, dass wir dieselbe Musik und dieselben Bands mögen, insbesondere Punkrock. Eines Tages trafen wir uns bei mir zuhause und ich zeigte Andy einige Songs, die ich geschrieben habe. Dies war der Moment, in dem ich erfuhr, dass er auch Gitarre spielen konnte. So kam eins zum anderen und wir entschieden uns, noch ein paar Gesinnungsgenossen zu suchen, um ein wenig krach zu machen. Wir fingen an, andere Songs zu covern, aber bald auch unsere eigenen Songs zu spielen. Und na klar, unsere ersten Proben waren ein totales Chaos, hahaha.
Aber der Hauptgrund war unser Wunsch auf der Stelle zu stehen, der immer durch die Bands besetzt war, die wir in unserer Jugend gesehen haben und heute noch sehen, die Bühne. Am Anfang witzelt man noch darüber, aber schon bald nahm es ernstzunehmende Formen an und wurde Bestandteil unseres Lebens. Na klar, darf auch der Spaß nicht fehlen. Neben mir als Sänger spielt Andy immer noch die Gitarre, Dylan den Bass und Franco die Drums. Achja, stimmt, Gitarre spiele ich ja auch. Also wir spielen mit zwei Gitarren.

2. Seit wann steht ihr zusammen auf der Bühne? Wisst ihr noch wie viele Konzerte ihr schon gespielt habt?
Unser erstes Konzert haben wir 2011 in der Wall Bar in Rosario gespielt und seitdem haben wir so in ziemlich allen Bars und Clubs von Rosario gespielt. Danach ging auf die ersten Touren durch Argentinien. Buenos Aires, Zarate, Santa Fe, Cordoba, Entre Rios, und noch ein paar kleinere Dörfer. Neben der Neugier, neue Städte kennenzulernen, ist eines unserer Ziele, neue Leute kennenzulernen, aber auch alte Freunde wieder zu treffen. Wir sitzen also auch heute noch vor und nach unseren Auftritten meist mit unserem Publikum zusammen und trinken ein paar Bier.
 
3. Welches Album hat euch am meisten inspiriert?
Obwohl unsere Geschmäcker variieren, haben uns zufällig dieselben Bands geprägt. Neben The Clash, Ramones, Bad Religion, Rancid, Social Distortion und den Toten Hosen, waren das auch argentinische Punkbands wie die Argies, Zona 84 und Attaque 77. Es fällt sehr schwer, nur ein Album hervorzuheben, welches uns am meisten beeinflusst hat, aber vom Sound her sind das sicher „London calling“ von The Clash und „And out come the wolves“ von Rancid. Unser Sound ist vermutlich eine Kombination aller dieser Bands, gemischt mit unserer eigenen Note.

4. Wie schaut die Punkszene in Argentinien aus? Wie schaut das in Rosario aus?
Die Punkmusikszene in Argentinien ist wie in vielen anderen Ländern auch eher eine Nische, die hier in Argentinien klar von den bekannten ausländischen Bands dominiert ist. Allerdings konnten sich auch argentinische Bands wie die Los Violadores, um nur eine zu nennen, einen Namen machen und internationale Erfolge feiern. Rosario und auch Buenos Aires haben eine recht ausgeprägte Punkszene. In unserem Fall, hatten wir dadurch die Möglichkeit oder vielmehr das große Glück trotz unser recht kurzen Zeit, die wir als Band bestehen, bereits mit vielen lokalen Größen wie den Jungs von Zona 84, die ja letztes Jahr erst auf großer Deutschlandtour waren, auf der Bühne zu stehen.

5. Ihr habt es schon angesprochen,ihr werdet dieses Jahr nach Deutschland kommen, korrekt? Was erwartet ihr euch von dieser Tour?
Ja, wir freuen uns tierisch, dass es geklappt hat. Im Mai werden wir an die 20 Shows spielen in Deutschland spielen. Wir hoffen auf ein offenes Publikum und viel, viel Spaß. Es wird unsere erste Tour im Ausland. Das wir Deutschland dafür ausgewählt haben, ist absolut kein Zufall. Natürlich haben uns die Argies und die Jungs von Zona 84 viel Gutes über Deutschland erzählt. Nun wollen wir es selbst erfahren und alles geben, damit es für unser Publikum aber auch für uns eine super Zeit wird. Wir freuen uns auf jeden einzelnen, der zu uns kommt und natürlich auch die ganzen Bands mit denen wir zusammen auf der Bühne stehen dürfen.


6. Euer erstes Album heißt „Es Tiempo“ und macht im Vergleich zu den ersten Aufnahmen anderer Bands schon einen wahnsinnig professionellen Eindruck. Wie lief Eure erste Aufnahme?
Eigentlich lief alles besser als erwartet. Wir haben im Dezember 2014 angefangen die Drums in den Canada Studios aufzunehmen, und danach die Gitarren und den Gesang bei Despabila Records. Es war ein großartiges Erlebnis, weil wir unglaublich viel Spaß hatten. Die 12 Songs sind eine Zusammenfassung unserer ersten fünf Jahre als Band auf der Bühne. Alles Songs, die wir immer schon mal auf eine CD packen wollten gepaart mit ein paar extra für diese CD geschriebenen neuen Stücken. Unsere Lieder handeln im Wesentlichen von der Sozialpolitischen Problemen unserer Gesellschaft. Vieles davon ist leider nicht nur auf Argentinien zutreffend. Mit der Unterstützung unserer Heros David Balbina von den Argies und Guille Rodriguez und Belisario Gronda von Zona 84 wurde ein richtig gutes Album daraus, wie wir finden. Ich hoffe, ihr habt die Möglichkeit mal rein zu hören. Inzwischen gibt es unser Album auch schon in Deutschland zu kaufen. Ding-ding-ding-Achtung-Werbung! Wer unsere CD haben möchte, schreibt am besten eine Nachricht an unsere deutsche Facebookseite.

7. Wie schaut es mit einem neuen Album aus?
Wir arbeiten derzeit in der Tat schon wieder an neuen Stücken und werden auf unserer Tour im Mai sicher auch das ein oder andere neue Stück vorstellen. Ob wir bis dahin noch ein Album fertiggestellt bekommen, weiß ich noch nicht. Es wird wohl eher pünktlich zu Weihnachten fertig Wir werden sehen.

8. Was sind Eure Zukunftspläne mit der Band?
Wir nehmen das Ganze schon sehr ernst, aber um ehrlich zu sein, wir planen nicht sehr weit voraus. Wir versuchen jeden Tag, jede Probe, jeden Auftritt zu genießen und Spaß zu haben. Natürlich wollen wir so viel wie möglich spielen, auf kleinen und großen Bühnen auftreten, ein paar neue Platten aufnehmen und Spaß haben. Auf Tour gehen, neue Leute kennenlernen, alte wiedertreffen, mit ihnen ein paar Bier trinken und Spaß haben. Ihr merkt schon, auch wenn wir uns schon sehr ernsthaft auf unsere Konzerte, unsere Aufnahmen und unsere Tour vorbereiten, steht Spaß haben im Vordergrund, aber auch genau das ist unser Ziel und das hoffen wir auch in unseren Konzerten rüberbringen zu können. Wir freuen uns auf Euch! Salud!