Die Band Yellow Cap tourte Anfang des Jahres mal wieder in Brasilien...dazu gibt es nun ein kleines Interview :)

- Warum tourt ihr so oft in Brasilien, habt ihr dort Freunde und
Bekannte die euch die Termine organisieren?

-> Weil wir uns in das Land verliebt haben. Alles läuft viel
entspannter ab und die meisten Brasilianer strahlen viel mehr
Lebensfreude als die Deutschen aus, obwohl viele nicht im
Entferntesten so viel haben wie wir. Außerdem ist es immer warm, die
Sonne scheint und der Cachaça ist unser Freund ;o)
Ja, wir haben viele Freunde in Brasilien. Während vier Touren in
Brasilien lernt man einige Veranstalter kennen und man gewinnt viele
Freunde. Am Anfang hatten wir beim Tourbooking Unterstützung von
unterschiedlichen brasilianischen Agenturen z.B. do Brasil, Music
Minas, Fora do Eixo und Cira Cultura. Ganz besonders hat uns aber ein
guter Freund mit dem Namen Fred Furtado aus Belo Horizonte geholfen.
Auch in diesem Jahr hat er uns das größte Konzert während der gesamten
Tour besorgt. Es ist schon ein ganz schöner Knaller in Ouro Preto vor
20.000 begeisterten Brasilianern zu spielen.

- Seid ihr in Brasilien schon weit verbreitet und habt ihr schon Fans?

-> Ja, das kann man so sagen. Auf jeden Fall in den Bundesstaaten Sao
Paulo, Rio de Janeiro und Minas Gerais. In einigen Städten haben wir
jedes Jahr gespielt. Diese Konzerte sind meist ausverkauft. Auch bei
anderen Konzerten sehen wir oft Leute, die unsere Texte mitsingen. Das
ist ein verdammt gutes Gefühl. Getanzt wird auf jeden Fall überall und
das immer vom ersten Lied an ... Ekstase. Das ist bei der Skapolizei
in einigen deutschen Städten nicht immer so einfach ;o) Ich habe das
Gefühl das Rocksteady und Ska in Brasilien gerade eine Welle erfährt,
den Bands wie OBMJ (Orquestra Brasileira de Música Jamaicana) oder
Pequena Morte füllen ganze Hallen. Das war vor 4 Jahren noch nicht so.

- Läuft unterwegs immer alles nach Plan oder gab es schon einige
lustige Zwischenfälle?

Nein, alles klappt nicht immer. Es kommt aber ganz sehr darauf an, wie
man selbst an solche Zwischenfälle herangeht. Wenn man alles ein
bisschen wie die Brasilianer sieht, findet man meist entspannt eine
Lösung. Mit der deutschen Mentalität geht da weniger vorwärts. Ich
sage nur "fazer tudo com calma"(mache alles mit Ruhe). Über lustige
Zwischenfälle könnte ich einen Roman schreiben. Ich glaube Brasilien
ist ein Land dafür, denn so viele zufällige und ungeplante Dinge
ergeben sich meiner Meinung nach nie in Deutschland.

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote:

Während einer Brasilientour gabs z.B. einen Gig, bei dem Sänger und
Trompeter nicht da waren, da unser Trompeter Fiedel leider einen
Unfall am Strand hatte und nach Deutschland ausgeflogen werden musste.
Ich habe mich um alles gekümmert und die Band musste allein zum 500
Kilometer entfernten Gig fahren. Natürlich habe ich nichts unversucht
gelassen, um das Konzert mitzumachen und bin als alles erledigt war
mit einem Mietwagen hinterher gefahren. Leider bin ich zu spät zum Gig
erschienen. Gesungen haben Drummer Lars Friedrich und Gitarrist
Christoph Schulz. Wie toll das Konzert war, kann ich mir heute noch
aufs Butterbrot schmieren lassen ;o)


Mehr Infos zur Band gibt es HIER