Christian Destroy, Gitarrist der 2009 aufgelösten Band "Barseros" betreibt mittlerweile Podcasting. Seit über einem Jahr gibt es seit 2014 jeden Donnerstag aus Köln "Gossip, Rants und Lebenshilfe". Präsentiert von Christian und mindestens einem Gast.

Inhaltlich geht es seit 62 Folgen um Christian selbst. Christian der Punkrocker, USA-Fan und FDP-Wähler. Darum, dass alles, was er macht, Punk ist (er erklärt auch mit vollem Ernst, warum gerade die FDP die punkigste Partei überhaupt ist). Und es geht vor allen Dingen darum, dass er der Geilste ist, und dass die meisten anderen seiner Mitmenschen, die ihm im Alltag begegnen, Idioten oder Versager sind oder im schlimmsten Falle beides.

Der Podcast ist erst einmal gewöhnungsbedürftig. Denn je mehr Christian von sich selbst verrät, desto mehr wirkt er auf den ersten Blick wie ein Loser, der sich für den Größten hält. Wie ein Schwächling, der sich für stark hält. Wie ein Mensch, der jeden guten Vorsatz bereits als Erfolg verbucht und daraus ein vollkommen übersteigertes Selbstbewusstsein schöpft. Wie ein Typ mit vollkommen verklärter Selbstwahrnehmung. Wie ein Querulant, der sein Genörgel für witzig hält. Kurz: Er wirkt auf den ersten Blick absolut unsympathisch.

Auch wirken seine Kommentare unter diesem ersten Eindruck nicht geistreich. Viele Urteile wirken zu vorschnell gefällt. Viele seiner laut ausgesprochen Gedanken wirken wie ein nicht zu Ende gedachtes Brainstorming, das von ihm jedoch als ausreichend empfunden wird, sich selbst einzureden, die Welt verstanden zu haben. Viele Äußerungen wirken wie das Herunterbeten auswendig gelernten Wissens, sodass man als Hörer das Gefühl hat, seine Motivation, den Mund aufzumachen, beruht auf dem Motto: "Es wurde schon alles gesagt, aber eben noch nicht von mir".

Doch dann findet man sich selbst und seine Empfindungen plötzlich in Christian Destroys Gepolter wieder. Zwar reicht das nicht für die Vermittlung des Gefühls aus, einen Seelenverwandten gefunden zu haben aber man betrachtet ihn differenzierter.

Vielleicht sind es diese kleinen Momente, in denen man ihm nur zustimmen kann, die das Hören des Podcasts so reizvoll machen. Oder liegt es daran, dass alles so authentisch wirkt und man das Gefühl hat, ein echtes Gespräch zu belauschen? Befriedigt man mit dem Hören des Podcasts nur seinen eigenen Voyeurismus? Macht das Unprofessionelle den Charme des Podcasts aus? Egal, wie die Antworten lauten mögen, eines ist der Podcast auf jeden Fall: Unterhaltsam. Ob man Christian nun mag oder nicht.

Und übrigens ist Tobias Scheiße alle paar Wochen mal als Gast am Start.

Hier geht es zum Podcast: http://www.xsxm.de

Oder hier:

https://itunes.apple.com/de/podcast/aethervox-ehrenfeld-mp3-audio/id928942483?mt=2

 

Tipp: Bei Folge 1 beginnen.